Der Gardasee (ital. Lago di Garda) ist ein lang gestreckter Alpensee mit
mediterranem Klima und gehört zu den meistbesuchsten
Seen Oberitaliens. Am nördlichen bis zum mittleren
Teil des Gardasees ragen hohe Felsen, dazu kommt die
grandiose Vegetation – Zypressen, Olivenhaine,
rosig blühender Oleander, Zitronen. Richtung
Süden werden die Felsen dann allmählich
sanfter, die Vegetation zunehmend üppiger.
Der Gardasee wird von einer Landschaft umgeben, in
der vielgerühmten Naturschönheiten aufeinandertreffen,
und schon in alten Zeiten wurde er voller Begeisterung
beschrieben. Seine Ufer waren schon in der Steinzeit
bewohnt; dann drang auch die etruskische Zivilisation
bis in diese Gegend vor, die kelto-gallische und schließlich
die römische (Kolonisation) seit '80 v.Chr.).
Kein Wunder, daß hier vor allem die Fremden
aus dem Norden herbeiströmen, die in dieser Oase
schon einen Vorboten der Sonne des Süden sehen.
Die alpine Landschaft, die den See im Norden umgibt,
weicht nach und nach einer Welt, in der die Felsen
in üppigen Formen und Farben getaucht scheinen
und die an keinem anderen der Voralpenseen ihresgleichen
hat. Dank der großen Wasserfläche, die
keine krassen Temperaturunterschiede aufkommen läßt,
ist das Klima mild, gemäßigt und ausgeglichen,
und es gedeiht hier eine reiche Vegetation die die
Gardaseelandschaft prägt: eine Vegetation mittelländischen
Charakters mit Olbäumen, Zypressen, Steineichen,
baumförmiger Erika, Terebinthen, Zitrusgewächsen
aller Art, die eine glückliche Verbindung zwischen
alpiner und apenninischer Flora darstellen. Das Gardaseewasser ist äußerst fischreich. An den Ufern des
Gardasees im Trentino in Riva und Torbole, bläst der
beständige Wind "Ora", der püntlich
jeden Tag im Sommer die Segel aufbläht und die
Windsurfer immer schneller über die Wellen treibt.
Das Segeln ist über das Vergnügen, das es
bereitet, hinaus auch eine Sportart, und wichtige
Regatten von nationalem und internationalem Rang und
von verschiedenen Segelklassen werden jedes Jahr veranstaltet.
Lage
In Oberitalien zwischen den Alpen und der Poebene, etwa
65 m über Meereshöhe, liegt der Gardasee im Norden
in der Region Trentino - Südtirol, im Osten im Veneto und im Westen in der Lombardei. Damit teilen sich die drei
Provinzen Trient (Norden), Verona (Osten) und Brescia (Westen)
die Verwaltung.
Anfahrt
mit Auto Wer in Auto oder Bus anreisen möchte, erreicht
das Garda Trentino am schnellsten über die Autobahn
A22 (Modena - Brennero) Ausfahrt Rovereto Sud- Lago di Garda
Nord, nach Riva 17 km; vom Norden her kommend können
Sie auch die Ausfahrt Trento Centro nehmen und über
die SS 45b nach Riva del Garda ca 40 km weiterfahren.
Von Brescia her erreichen Sie Riva del Garda (80 km) über
die westliche Gardesana (SS 45 bis); die Straße zwischen
Gargnano und Riva ist etwas eng und hat viele Tunnels. Die
östliche Gardesana (SS 249) ist breiter, während
der touristischen Saison kann öfters zähließender
Verkehr auftreten.
Mit dem Linienbus - Direktverbindung erreichen Sie das
Garda Trentino von Trento und Rovereto (Autobus Atesina)
aus; von Verona und Desenzano (Autobus A.P.T.V.) aus; von
Brescia und Milano (Autobus S.I.A.) aus und während
des Sommers (Mitte Juni bis Ende September) auch von Venezia
(Autobus A.P.T.V.)aus (Montags bis Freitags: eine Fahrt:
Riva h 7.00 - Venezia h 10.30 / Venezia h 17.15 - Riva h
20.20).
Anfahrt
mit der Bahn
Wer im Zug anreisen möchte: der nächste Bahnhof
ist Rovereto (Brennerlinie) 20 km von Riva del Garda entfernt.
Die Autobuslinie Atesina verbindet Rovereto mit Torbole,
Riva und Arco.
Im Zug von Milano oder Venezia: Haltestelle Desenzano,
Peschiera oder Verona. Mit den Buslinien der A.P.T.V. (Azienda
Provinciale Trasporti Verona) weiter Richtung Riva.
Anfahrt
mit Flugzeug
Die Flughäfen in der Nähe des Garda Trentino sind
Verona - Villafranca (Valerio Catullo), Montichiari - Brescia
(Gabriele D'Annunzio), Venezia (Marco Polo) und Milano (Linate
und Malpensa).
Vom Flughafen Verona: Busverbindung A.P.T.V. alle 20 Min.
zu Zug- und Busbahnhof in Verona, (Fahrzeit 15 Min.). Von
dort mit Autobus A.P.T.V. nach Riva (2 Stunden) oder mit
dem Zug nach Rovereto (50 Min.) und anschließend im
Autobus Atesina nach Riva (45 Min.).
Vom Flughafen Montichiari- Brescia: Shuttlebus zu Zug und
Busbahnhof von Brescia (nur 4 oder 5 Mal täglich).
Vom Flughafen Milano Linate: alle 30 Min. Busverbindung
zum Hauptbahnhof Milano Centrale (Fahrzeit 25 Min.).
Vom Flughafen Milano Malpensa: Shuttlebus alle 20 Min.
zum Hauptbahnhof Milano Centrale (Fahrzeit ca. 1 Stunde),
oder im Zug (Malpensa Express)alle 30 Min. zum Nordbahnhof
Stazione Nord-Cadorna Milano (40 Min.).
Vom Flughafen Venezia: alle 30 Min. Shuttlebus oder Linienbus
zum Bahnhof von Mestre und Venedig.
Nicht erst seit gestern übt der nördliche, im
Trentino gelegene Teil des Gardasees auf sportbegeisterte
Urlauber einen starken Reiz aus. Die Bedingungen für
Surfen, Segeln, Klettern und Mountainbiken auf höchstem
Niveau haben den dynamischsten Teil der jungen Generation
aus ganz Europa angelockt. Dabei hat das Landschaftsrelief
des nördlichen Gardasees in entscheidender Weise den
Erfolg des Mountainbiken gefördert, indem die Uferregion
in einem weiten Bogen auf 65 Metem ü.d.M. liegt und
von bis zu 2000 Meter hohen Bergen eingegrenzt wird: wer
stelle Anstiege liebt und atemberaubende Abfahrten, der
kann hier beides finden.
Darüber hinaus sorgt das besonders milde Klima, das
dem wohltuenden Einfluß des Sees zu verdanken ist,
dafür, daß dieser Sport das ganze Jahr über
praktiziert werden kann und das in einer vielfältigen
Natur, die es bei einer Tour möglich macht, von der
mediterranen Vegetation mit Palmen, Oliven und Steineichen
zur alpinen Pflanzenwelt mit Buchen, Tannen und Latschenkiefern
überzugehen.
Die folgende kleine Auswahl wurde so getroffen, daß
bei den Exkursionen klassische Strecken bevorzugt wurden,
um das im übrigen verbotene - Befahren von Wanderwegen
und Biotopen zu verhindern. Man kann die Ausübung von
Sport durchaus mit der Okologie verbinden, wenn man die
Natur respektiert und einige fundamentale Regeln befolgt:
nur auf diese Weise kann der Trentiner Teil des Gardasees ein ideales Gebiet für den Mountainbike-Sport bleiben.
Zahlreiche sind die Schlösser in Trentino. Viele von
diesen sind ganz in der Nähe des oberen Gardasees. Seiten
der örtlichen Geschichte, welche sich mit jener von
Europa einmischen. Alte Burge, Festungen oder Schlösser,
viele von diesen restauriert, welche kulturelle Tätigkeiten,
Austellungen von Kunst und Vorstellungen aufnehmen.
Das Gebiet von Alto Garda und das Valle dei Laghi gehörten
zu den ersten besiedelten Trentiner Tälern. Dies ist
vor allem auf das milde Klima und die siedlungsfreudige
Beschaffenheit des Territoriums zurückzuführen.
Vorgeschichtliche Ansiedlungen sowie Römerstrassen
und -sied- lungen waren der Ursprung für die Bildung
gemeinschftlicher Niederlassungen, d.h. hier befinden sich
drei der fünf Festungsstädte des Trentino: Arco,
Riva und Tenno.
Die Stadtmauer von Tenno, die niemals einer Familie allein
angehörte, bezeugt die ursprüngliche Aufgabe der
Burg als Sammelstelle der Gemeinschaft bei Gefahr. Das Castrum
Vetus, später Castrum Novum mit den Mauern von Riva,
kannte keine Feudal-Untertänigkeit, während Arco der gleichnamigen mächtigen Familie unterstellt wurde,
die als Verbündete die Grafen Tirols und später
die Habsburger hatten. Die Familie der Grafen von Arco,
mit ihrem prächtigen Palast innerhalb der Mauern und
der majestätischen Burg zur Überwachung auf dem
Felsen, hat ihre Vorherrschaft auf viele andere Burgen und
Schlösser des Tales ausgedehnt, mit Ausnahme von Castel
Toblino und Castel Madruzzo, die mit den Fürstbischöfen
eng verbunden waren. In diesem Gebiet finden wir die zwei
einzigartigen Beispiele von Binnensee-Befestigungen: die
Rocca von Riva del Garda und Castel Toblino.
Burgen
und Schlösser am Gardasee.
Sie zeichnen die Landschaft, sind Geschichte und fast schon
Natur: die Schlösser am Gardasee. Am nördlichsten
Punkt dieser Region bewacht der Turm des Schlosses Drena
den Eingang zum Sarcatal und die Mondlandschaft der Marocche.
Nicht weit davon entfernt die Burg Arco, die sich wie eine
natürliche Fortsetzung der Felsen unter ihr auf einer
Anhöhe über der Stadt erhebt. Richtung See, hoch
auf dem Felsen, der Torbole und den nördlichen Teil
des Gardasees beherrscht, sehen Sie die Ruinen des Schlosses
Penede und etwas weiter die Rocca und die Bastion von Riva.
Zuletzt - schon wieder im Hinterland - das Schloss Tenno,
das im Privatbesitz ist. Es thront auf einem Felsvorsprung
über dem Dorf, zwischen Himmel und See.
Museen am Gardasee.
Die Kollektionen des Stadtmuseums von Riva del Garda haben
nach der Restaurierung der Rocca eine würdige Umgebung
gefunden. Die schlichte aber eindrucksvolle Burg mit vier
Türmen wurde im 12. Jahrhundert direkt am See erbaut.
Das Museum ist von April bis September geöffnet und
beherbergt einige wichtige Ausstellungen zur Entwicklung
des Gebietes und zur Archäologie des Garda Trentino;
es dokumentiert den geschichtlichen Wandel der Stadt, besitzt
aber auch eine gut ausgestattete Pinakothek. Das Museum
hat verschiedene museumspädagogische Angebote entwickelt;
der "Angolo del Gusto" bietet Raum für besondere
Veranstaltungen und im Family Museum sind Kinder mit ihren
Eltern willkommen.
Natur.
Die mediterrane Landschaft des Gardasee - an der Grenze
zu den Dolomiten - birgt viele Sehenswürdigkeiten,
die es zu entdecken gilt. Bevor sich die Berge öffnen,
um der Ebene des Unteren Sarca Raum zu geben, breitet sich
die enorme eiszeitliche Steinlawine der Marocche aus. Der
Name leitet sich ab von "mar" und bedeutet "Stein".
Ein anderes erstaunliches Biotop ist der Monte Brione, ein
felsiges Kap auf der Hälfte zwischen Riva und Torbole.
Der Arboreto di Arco hingegen ist ein von Menschen geschaffenes
natürliches Ambiente. Er ist Teil eines riesigen botanischen
Gartens, den Erzherzog Albert von Habsburg anlegen ließ,
und gehört heute zu einer grünen Route, die auch
zu den öffentlichen Gärten und zum Wald von Caproni
führt. Absolut nennenswert ist der Tennosee mit einer
romantischen klinen Insel, der den Rest eines versteinerten
Waldes bedeckt.
Wenn wir den Worten der Schriftstellerin Virginia Wolf
Glauben schenken, nach deren Auffassung "ein Mensch
nicht Gut denken und gut lieben kann, wenn er nicht gut
gegessen hat", so können wir über das bloße
Paradoxon hinaus, die Bedeutung der Nahrung innerhalb unserer
Kultur und im Leben jedes einzelnen verstehen. Im Verlauf
der letzen fünfzig Jahre hat sich eine Philosophie
durchgesetzt, die im Essen eine Quelle des Genusses sieht:
eine Haltung, die im Gegensatz zur einfachen Nahrungsaufnahme
der Qualität, dem Außergehwohnlichen, der Gestaltung
des Tisches, der Auswahl der Weine und auch der Tischgenossen
den Vorzug gibt. Daher bieten sich allen Gasten, die ihren
Urlaub am "Garda Trentino", also am nördlichen
Teil des Gardasees verbringen mochten, die Gelegenheit,
die Besonderheiten der lokalen Gastronomie kennenzulernen,
die eng mit den hiesigen typischen Produkten verbunden ist,
wozu sich die Einfluss aus den benachbarten Regionen und
die historischen Gegebenheiten gesellen. Die italienische
Bezeichnung "Garda Trentino" deutet mit ihrer
Verbindung von See- und Gebirgsregion auf eine Kochkunst
hin, bei der sich Speisen abwechseln, die sowohl für
die Nahe des Sees wie auch für alpine Küche typisch
sind. Neben Rezepten aus dem Gardaseegebiet und der Poebene
darf in der Tat der historisch bedingte Tiroler Einfluss
nicht vergessen werden, der sich aus der bis 1918 dauernden
Herrschaft der Donaumonarchie über diesen Teil des
Sees ergibt, sowie die eine oder andere Spur aus der böhmisch
maurischen Küche, was sich aus dem unfreiwilligen Exodus
vieler Trentiner in diese Regionen wahrend des Ersten Weltkrieges
ergibt. Die Komponenten haben zusammen mit der Leidenschaft
der Koche und Gastwirte zu einer Kuchentradition mit einer
besonderen Eigenart geführt, die sich ihren Ursprüngen
verpflichtet fühlt, gleichzeitig aber modern und vielfältig
ist und auch anspruchvolle Gaumen zufrieden stellt: Dabei
ist sie gesund, aufgrund der Qualität der Rohstoffe
und diätetisch wegen der Bekömmlichkeit der zahllosen
natürlichen Köstlichkeiten. Ingesamt also die
Kunst des guten Geschmacks, der sowohl in der Pflege eines
gastlichen Ambientes als auch in traditionsreichen gastlichen
Ambientes als auch in traditionsreichen und innovativen
Rezepten Ausdruck findet.
Das nördliche Gardaseegebiet bietet viele gute Grunde,
um einen angenehmen Aufenthalt aufgrund der Vielfalt des
kulinarischen Angebots zu gewährleisten. Hier seien
einige Weine vorgestellt, für deren Qualität das
Konsortium "Trentino DOC " garantiert: vom Chardonnay
zum Pinot Bianco, vom Merlot zum Nosiola, vom Schiava zum
Muller Thurgau. Diese Rot- und Weißweine sind die
Frucht einer langen und aufgefeilten Weinbautradition und
der intelligenten Pflege der Anbauflachen. Das hochwertige
kaltgepresste Olivenöl, das in begrenzter Menge von
den Olivenbauern in Riva, Arco, Nago, Torbole und Tenno gewonnen wird, können Sie jedem Restaurant und jeder
Trattoria verlangen oder direkt beim Hersteller kaufen.
In der Küche fehlt es keineswegs an Fisch aus dem See:
Forelle oder Aal, Sardine oder Blaufellchen, Hecht oder
Karpfen werden entsprechend der alten und einfachen Tradition
der populären Küche zubereitet. Verdientermassen
bekannt und beliebt ist carne salada ("Salzfleisch"),
ein altes Rezept aus einer Zeit, als man sich zur Konservierung
weder des Kuhl- noch des Gefrierschranks bedienen konnte.
Carne salada trentina ist eine immer aktuelle Spezialität,
die als kalte Vorspeise, wie auch gegrillt genossen werden
kann, nachdem das Fleisch vorher in gutem Olivenöl
gewendet wurde. Erwähnenswert sind außerdem orzét
(Gerstensuppe), Gnocchi aus Kartoffelmehl, Gnocchi aus Brot,
strangolapreti (Gnocchi aus trockenem Brot und Spinat),
Polenta in verschiedenen Zubereitungsformen, Tagliatelle
mit Kastanien, smacafam, eine außergehwohnliche Pizza
bzw. ein Teigfladen aus verschiedenen Mehlsorten mit luganega
(einer deftigen frischen Mettwurst) und zerlassenem Speck,
oder pam de molche (Brot mit den Ruckstranden aus der Olivenpressung).
Auch wenn diese nicht im engeren Sinn zur lokalen Gastronomie
zu zahlend sind, so werden auch die sogenannten canederli
angeboten, die sie im Geschmack aber von dem Knödel,
wie man sie aus der deutschsprachigen und Südtiroler Küche
kennt, im Geschmack zu unterschieden wissen. Im Garda Trentino,
wo man den Fremdenverkehr immer als ein therapeutisches
und regenerierendes Angebot verstanden hat, werden im August
Zwetschgen und Pflaumen angeboten, die wegen ihrer hervorragenden
energischen Eigenschaften besonders geschatzt werden. Im
September gibt es ein reiches Angebot an Äpfeln und
Tafeltrauben, wahrend man im Oktober ausgezeichnete marroni
(Esskastanien) kaufen kann. Im Unterholz der Wälder
findet man wilde Erd- und Himbeeren sowie exzellente Steinpilze.
Von Bergweiden rund um den Oberen Gardasee kommen traditionsreiche
Käsesorten und der Trentino Parmesan frisch auf den
Tisch. Nicht zu vergessen der Grappa: ein Destillat mit
einer langen Tradition, das vom heutigen Konsumenten wegen
des vollen Aromas und seiner Bekömmlichkeit geschatzt
wird.