Umbrien.
Vielleicht liegt es am Zauber der Orte, an einer gewissen
Mystik, die hier überall zuverspüren ist,
aber früher oder später wird jeder, der
Umbrien besucht, denken, daß der heilige Franziskus,
dieser große, sanfte, gütige, poetische
Heilige der Freude und der Sanftmut, nur hier in Umbrien zur Welt kommen konnte. In dieser Region, wo die Natur
immer grün, verzaubert, strahlend ist. In diesen
Städten, wo der Begriff "Altstadt"
unangemessen, nicht ausreichend erscheint, so zahlreich
sind im Großteilder umbrischen Zentren Denkmäler
und Kunstwerke vorhanden. Nehmen wir zum Beispiel
Perugia, Hauptstadt der Region. Schon bei der Beschreibung
verliert sich der Betrachter im Reichtum, in der Komplexität
und Pracht seiner Bauwerke und Kunstschätze:
von den etruskischen Mauern, dem herrlichen Palazzo
Gallenga, Sitz der angesehenen Universität, bis
hin zu den vielen Gebäuden und historischen Denkmälern,
die vom zentralen Platz IV Novembre mit seinen architektonischen
und künstlerischen Schmuckstücken - wie
der Brunnen Fontana Maggiore und der herrliche Palazzo
dei Priori - ausgehen. Das gilt auch für die
herrliche Stadt Gubbio mit seiner franziskanischen
Vergangenheit und den wunderschönen Denkmälern
aus dem Mittelalter und der Renaissance. Dann Todi,
Spello, Spoleto, Orvieto, Città di Castello
und viele andere kleine Städte mit ihren Denkmälern,
Häusern, Kirchen von besonderem kunsthisorischem
Interesse. Sogar die moderne Industriestadt Terni
verfügt über einige Sehenswürdigkeiten,
darunter die Kirchen S. Salvatore und S. Francesco,
und ein Meisterwerkder Natur: der spektakuläre
Wasserfall delle Marmore. Schließlich Assisi,
Geburtsstadt des heiligen Franziskus (und der heiligen
Klara, Gründerin des Klarissenordens), eines
der beliebtesten christlichen Reiseziele und vielbesuchter
Pilgerort. Wie könnte man auf einen Besuch verzichten?
Grünes Umbrien, heiliges Umbrien, Region der
hundert Städte. Alte oder neue Slogans sollen
die Seele dieses Landes interpretieren. Umbrien ist
eine Region mit vielen Gesichtern, die zwar alle unterschiedlich,
aber durchwegs bodenständig sind.
Ebenso unterschiedlich sind auch die Dialekte oder
kulinarischen Spezialitäten, die in einer originellen
Mischung Elemente der Toskana, der Marken und des
Latiums vereinen. Unterschiedlich sind in einer der
kleinsten Regionen Italiens auch die landschaftlichen
Bilder, die zusammengesetzt ein außergewöhnliches
Landschaftspuzzle ergeben.
Bei Narni liegt das geographische Zentrum der italienischen
Halbinsel. So spielte diese Region seit jeher schon
eine wichtige Rolle als Kreuzungspunkt der Menschen,
Ideen und Kulturen, die sich originell und mit qualitativ
hochwertigen Ergebnissen im Kunstbereich verwurzeln
konnten.
Diese privilegierte zentrale Position hat auch den
"Charakter" des Volkes geprägt, das
gastfreundlich und offen ist, wie viele ausländische
Besucher, die in den letzen Jahrhunderten davon träumten,
sich hier niederzulassen, und viele bereits hier lebende
Menschen bestätigen können, die die besondere
Lebensqualität in den umbrischen Städten
und Landen zu schätzen wissen. Umbrien ist das Herz Italiens nicht zuletzt, weil
die Region über ein effizientes Straßennetz
schnell erreichbar ist, wie die Autostrada del Sole,
die Hauptverbindungsachse zwischen Mailand und Rom,
und die E45 oder Superstrada Cesena-Orte, die als
ein internationaler Verkehrsweg von Nord- nach Süditalien
angesehen wird. Im Inneren der Region liegt alles
so nahe, dass nur kurze Strecken zurückgelegt
werden müssen, um vom strahlenden Trasimensichen
See zu den rauen und waldigen Szenarien des Beckens
von Gubbio, von den hellen und olivenbewachsenen Landschaften
des Umbra Tales oder des Tales um Spoleto zur spektakulären
Hochebene von Castelluccio und Norcia, von der leuchtend
gründen Valnerina (Nera-Tal) mit ihren Türmen
und Burgen der sagenumwobenen Monti Sibillini zu gelangen
und um schließlich an den sanften Hügeln
um Amelia und den schroffen Gräben des vulkanischen
Bodens von Orvieto hinabzusteigen.
In diesen bewegten und abwechslungsreichen Landschaften
verknüpfen sich Mythos und Realität, Spiritualität
und materielle, hartnäckige Zivilisation und
verschwimmen oft in wechselnden Spiegelbildern, die
die Faszination dieser Region ausmachen.
Man hat das sanfte und helle umbrische Land der weiten
Hügel und klaren Wasser vor Augen, das einst
der Maler Perugino in seinen Gemälden verewigt
hatte; eine Reise durch die Berge und Täler um
Spoleto und Foligno hingegen ruft das schroffe Bild
der gotischen Landschaft in Erinnerung, so wie sie
von den mittelalterlichen Künstlern gesehen wurde,
die die Apenninpässe überquerten. In Umbrien nimmt die poetische Ader der großen Maler des
Mittelalters und der Renaissance Formen des reellen
Raumes an.
Lage. Umbrien (italienisch Umbria) ist eine Region Italiens mit
815.000 Einwohnern, die zwischen der Toskana, Latium, Marken und Abruzzen liegt. Es ist die einzige Region Italiens,
die weder eine Küste noch eine Grenze zum Ausland hat.
Der Trasimenische See liegt in Umbrien. Hauptstadt ist Perugia.
Die Region besteht nur aus den beiden Provinzen Perugia
und Terni.
Anfahrt. Umbrien ist das Herz Italiens nicht zuletzt, weil die Region
über ein effizientes Straßennetz schnell erreichbar
ist, wie die Autostrada del Sole, die Hauptverbindungsachse
zwischen Mailand und Rom, und die E45 oder Superstrada Cesena-Orte,
die als ein internationaler Verkehrsweg von Nord- nach Süditalien
angesehen wird.
An einen Felsen geklammert oder vom Winde verweht kann
man die umbrischen Berge einmal anders erleben. Bergfreaks
stehen gut 250 verschiedene Klettertouren zur Verfügung,
von denen die wichtigsten Kletterwände auch entsprechend
je nach Schwierigkeitsgrad und Bergstruktur ausgerüstet
sind. Kletterpartien können auf dem Monte Tezio (Perugia),
in Pale bei Foligno, auf dem Monte Vettore bei Norcia und
im Nera-Tal (Valnerina) zwischen Arrone, Montefranco und
Ferentillo unternommen werden. Wer hingegen das Klettern
erlernen möchte, kann dies in der Turnhalle der Freeclimbingschule
(scuola di arrampicata libera) von Ferentillo probieren,
die zu den am besten ausgerüsteten Europas zählt
und sechs nach Schwierigkeitsgrad und Typologie abgestuften
Sektoren anbietet, um so mit allen Klettertechniken vertraut
zu werden. Die Landschaft erscheint von oben in völlig
neuen Perspektiven, wenn man schwerelos vom Wind getragen
wird. Die Monti Sibillini und der Monte Cucco bieten spektakuläre
Szenarien beim freien Flug mit Deltaplan oder Paragleiter,
der vor allem in Castelluccio bei Norcia mit unvergesslichen
Emotionen verbunden ist, wo es spezielle Flugschulen gibt.
Das Massiv des Monte Cucco bietet sich aufgrund seiner besonderen
Wetter- und Windbedingungen besonders für das Drachenfliegen
an, wo sich Sigillo der modernsten Freifluguniversität
rühmen darf.
Man kann sich aber auch vom Monte Subasio oder vom Gipfel
der Monti Martani in das Abenteuer stürzen oder über
den sanften Hügeln des oberen Tibertales mit dem Deltaplan
dahingleiten. Über den üppig bewachsenen Hügeln
von Todi, an denen sich kleine befestigte Orte und entlegene
Landhäuser erheben, fliegen bunte Heißluftballons
hinweg. Heißluftballonsfans dürfen sich auf keinen
Fall das jährliche Stelldichein anlässlich des
Gran Premio italiano Mongolfieristico (italienischer Heißluftballon-Grand
Prix) von Todi im Juli entgehen lassen. Weniger für
Naturbewunderer geeignet ist wiederum das große Bungee-Jumping,
das jedoch ganz spezielle Highlights bietet. Es wird von
der Höhe des Ponte canale von Rosciano bei Arrone gesprungen,
wobei man sich vorher natürlich das Bungeeseil gut
am Knöchel befestigen muss.
Umbrien bietet sich besonders für all jene an, die
die Natur und ihre Elemente hautnah erleben und die damit
verbundenen Emotionen spüren und genießen wollen.
Ein einzigartiges Erlebnis ist sicherlich mit den Wildwasserfahrten
im Schlauchboot am Fuße der Cascata delle Marmore
verbunden, von denen es dann die Stromschnellen des Nera
hinunter geht: über 3 km im Wildwasser, das über
den Felsen zwischen herrlichen Grünufern herabstürzt.
Ideal für Rafting ist auch der Fluss Corno, der eine
schwindelerregende Schlucht in den Kalkfelsen gräbt;
dieses Tal ist eines der rauesten und schönsten der
Valnerina (Neratal), dessen schmale Engen, aus denen das
Wasser schäumend hervorquillt, wie in der furchterregenden
und doch so beeindruckenden Enge von Biselli, so bezeichnend
sind.
In Umbrien wird auch das Hard rafting praktiziert, aber
auch weniger Geschulte können den Nera zwischen Ferentillo
und Arrone sanft hinabgleiten, wo der Strom weniger turbulent
ist und man auch die Flusslandschaft in Ruhe genießen
kann. Nera und Corno werden auch gerne von Kanuliebhabern
besucht, die sich in den Stromschnellen im speziellen "Kanuslalom"
üben können; in Arrone werden auch Kajaks angeboten.
Entlang des Nera, zwischen Cerreto di Spoleto und Vallo
di Nera ist auch Sportfischen "no kill" möglich.
In einigen Orten der Valnerina wird der Tourismus für
Junge Leute und Wasser- sowie Bergsport durch spezifische
Beherbergungsstrukturen gefördert, die oft auch in
historischen Gebäuden untergebracht sind.
Die traumhafte Landschaft der Monti Sibillini wird von
den Zuflüssen des Nera modelliert, die tiefe Schluchten
und Canyons in das Flussbett graben. Um dieses Naturschauspiel
der besonderen Art zu erleben, kann man mit einem erfahrenen
Bergführer in einem Toboggan eisige Bäche und
reißende Ströme hinabfahren. Diese Sportart,
die sich Wildwasserfahren oder Canyoning nennt, kann auch
in der sensationellen Schlucht des Rio Freddo unweit von
Scheggia, in der Schlucht von Pago delle Fosse bei Scheggino
und in den Klammen von Roccagelli nahe von Vallo di Nera,
einem der interessantesten Marktflecken der Valnerina, praktiziert
werden.
Eine Neuigkeit unter den Wassersportarten ist der Hydrospeed,
eine Art kleiner Plastikbob, an den man sich klammert, um
durch die Stromschnellen gezogen zu werden.
Die lieblichen umbrischen Seen im Herzen sanfter Hügellande,
die im zarten Glanz der Olivenhaine, wie der Trasimenische
See, oder dichter Steineichenwälder , wie der Piedilucosee,
erstrahlen, bieten entspannende Panoramen, um allen möglichen
Sportarten zu frönen. Der Trasimenische See gehört
zu den größten Touristengebieten der Region,
der ein beliebtes Reiseziel tausender italienischer und
internationaler Besucher ist, nicht zuletzt dank des großen
und qualifizierten Angebotes an Freizeit- und Sporteinrichtungen.
In diesem See, dessen Wasser laufend kontrolliert wird,
kann man schwimmen oder mit frischer Windbrise segeln und
surfen; auch Kanufahrten oder Wasserschifahren sind möglich,
wobei darauf geachtet werden muss, die dafür mit Bojen
gekennzeichneten Bereiche zu benützen, und davor eine
Erlaubnis von der Provinz einzuholen (Polizia laculale,
Tel. 075/8298804). Der See von Piediluco, an der Grenze
zum Latium, ist aufgrund seiner günstigen klimatischen
Bedingungen und des Fehlens von Strömungen ein bevorzugtes
Kanu- und Rudersport-Revier. Nicht umsonst ist hier des
Centro nazionale di Canottaggio (Nationales Rudersportzentrum)
beheimatet und kommen nationale und internationale Mannschaften
oft und gerne hier her trainieren. Nicht selten bietet sich
auch die Möglichkeit, von diesen Ufern aus bedeutenden
Ruderwettkämpfen, wie der jährlichen internationalen
Regatta "Memorial D'Aloja", beizuwohnen. Ebenso
können auch Ausflüge mit Ökobooten auf dem
See von Piediluco und entlang des Velino gemacht werden.
Im klaren Wasser dieser Seen sind zahlreiche Fischarten
beheimatet.
Das Sportfischen kann besonders für all jene von
Erfolg gekrönt sein, die es auf Flussbarsch, Blaufelchen,
Schleie, Hecht und Aal abgesehen haben, wobei natürlich
stets die Regionalbestimmungen zum Schutz der Fischfauna
berücksichtigt werden müssen. Der Corbarasee,
der durch den künstlichen Stau des Tibers geschaffen
wurde und flussaufwärts durch den Regionalen Flusspark
geschützt wird, ist reich an Ukeleien und bietet bei
Kanufahrten ein unvergessliches Panorama.
Die Kalkbeschaffenheit der umbrischen Berge ist verantwortlich
für die intensiven Karstphänomene, die oft spektakuläre
Formen annehmen. Das wahre Paradies der Höhlenforscher
ist der Monte Cucco, wo die unterirdische Welt besonders
weitläufig und ungewöhnlich tief ist. In Costacciaro
gibt es eine Speläologieschule und Speläologengruppen
organisieren Führungen (nur für Experten) in die
fantastischen Grotten des Monte Cucco, die über 990
m tief liegen. Die Erforschung der umbrischen Unterwelt,
die von zahlreichen Höhlen, Brunnen und Zisternen durchbohrt
wird, führt oft zu faszinierenden Entdeckungen auch
in Narni und Todi, am Felsen von Orvieto und Umgebung (Tane
del Diavolo, Grotten von Titignano), aber auch im Gebiet
von Amelia.
Naturparks in Umbrien.
Die Bewahrung und der Schutz des Umwelterbes sind Entwicklungskonzepte,
die dank des Naturparksystems verstärkt werden. Naturparks
müssen diese Prinzipien durchsetzen, nicht nur zum
Schutz des Territoriums, sondern auch zur Förderung
der natürlichen Ressourcen, um Besucher anzulocken.
Es gibt insgesamt sechs geschützte Regionalparks, ohne
dabei den Nationalpark der Monti Sibillini mitzuzählen,
der auch zur Region Marken gehört.
Im umbrischen Territorium vermischen sich die Spuren des
Menschen mit der Schönheit der Landschaft. So überschneiden
sich in jedem einzelnen Teilgebiet Geschichte, Kultur und
Natur. Der Park des Monte Subasio ist ein mystischer Ort
des Hl. Franziskus, wo wunderschöne Wälder den
Rahmen für religiöse Architekturjuwele und faszinierende
mittelalterliche Steindörfer bilden. Der Park des Monte
Cucco zwischen Gubbio und Gualdo Tadino, bewahrt naturbelassene
Buchenwälder, in denen sich Karsthöhlen mit tief
gelegenen unterirdischen Wasserläufen verbergen und
Wolf und Adler beheimatet sind.
Der Park von Colfiorito bietet viele bedeutende archäologische
Funde, außergewöhnliche Sumpfgebiete und eine
vielseitige Fauna. Im Park des Trasimenischen Sees, der
von vielen kunsthistorisch sehr interessanten Orten umgeben
ist, werden fortschrittliche Technologien angewendet, um
das Feuchtgebiet des Sees zu schützen. Zwei Flussparks
schützen das empfindliche Ökosystem der Flüsse
Tiber und Nera. Schließlich ist der Nationalpark der
Monti Sibillini einer der best erhaltenen Bergketten Europas.
Dank eines dichten Wegnetzes für Trekking und der Wasser-
und Bergsportorganisation der genannten Naturparks ist es
möglich, sich an diesen Umwelt- und Naturschätzen
zu erfreuen.
Thermen in Umbrien.
Die Quellen des Klitumnus (Fonti del Clitunno) sind der
ideale Ort, um die Verknüpfung zwischen Glauben und
Natur dank des Zaubers zu verstehen, der das klare kalte
Wasser belebt, das in römischen Zeiten dem Gott Klitumnus
geweiht war, der hier seine Orakeln aussprach . Das Quellwasser
entspringt in verschiedenen Quellen den Felsspalten, der
Sand wallt am Boden des kleinen Sees auf, in dem viele kleine
Inseln verstreut sind und der von grünen Ufern mit
schattenspendenden Trauerweiden und Pappeln gesäumt
ist. Da diese Quellen von Plinius dem Jüngeren gerühmt
waren, wurden sie ein Ort der Lebensfreude und Genüsse,
was zu einer sehr frühen Entwicklung des Fremdenverkehrs
führte. Wo heute Ruhe und Frieden herrschen, erhoben
sich einst Patriziervillen, öffentliche Therme und
sogar ein Hotel.
Auch die wohltuende und heilende Wirkung der umbrischen
Mineralquellen sind seit Jahrtausenden berühmt und
werden heute sowohl für Trinkkuren in den Thermalzentren
verwendet, als auch in Flaschen abgefüllt. Zu den bedeutendsten
Heilwassern zählt das Wasser von San Gemini, das besonders
geeignet für Kleinkinder ist, während die Fabia-Quelle
einen durchschnittlich hohen Mineralgehalt aufweist.
In der Nähe von Città di Castello befinden sich
die Terme di Fontecchio , die schwefeliges Wasser mit durchschnittlich
hohem Mineralgehalt haben, das auch für Moorbäder
und Inhalationen eingesetzt wird. Die Terme del Cacciatore,
nahe Nocera Umbra, nützen das Wasser einer Quelle mit
geringem Mineralgehalt, während in den Terme di San
Faustino in Massa Martana natürliches Mineralwasser
verwendet wird, das einer schön gelegenen Quelle rechts
des Flusses Naia entspringt. Das Thermalzentrum von Acquasparta
nützt seine natürliche Quelle mit geringem Mineralgehalt
im sanften und entspannenden Hügelland von Amelia.
Assisi ist der außergewöhnlich schöne Rahmen
der Terme oligominerali di Santo Raggio. In einem schroffen
Graben der Berge von Gualdo Tadino entspringt die Rocchetta-Quelle,
die im nahen Werk abgefüllt wird. Unweit davon öffnet
sich das Fonno-Tal, eine der faszinierendsten Flussfurchen
des umbrischen Apennins. In der Gemeinde von Sellano, im
Oberen Neratal, liegt die Tullia-Quelle, die nahe eines
bezaubernden Benediktinerklosters entspringt.
Der Sinn für Zeit ist bei den Umbrern Teil ihres Gemüts,
ein Gefühl der innersten Zugehörigkeit zur Vergangenheit
und der tiefen Zuneigung zum eigenen Land, das von Generation
zu Generation weitergegeben wurde.
Nicht umsonst gibt es so viele Regionalmuseen, die netzartig
verteilt sind und von denen jedes einzelne das erzählt
und behandelt, was die lokale Gemeinde in Jahrtausenden
produziert und bewahrt hat. Jede territoriale Einheit unterstreicht
die eigenen Erinnerungen und Traditionen im Rahmen eines
integrierten Systems, das ein Gesamtbild der Kunst- und
Kulturgeschichte der Region vermitteln soll.
Weit mehr als die Hälfte der Gemeinden Umbriens besitzt
ein eigenes Museum, in dem nicht selten wahre Meisterwerke
zu bewundern sind. An diese wesentliche Tatsache knüpft
eine anderes nicht minder bedeutendes Faktum an, nämlich
die Häufigkeit der modernen und zeitgenössischen
Kunstsammlungen, von denen einige aus Schenkungen großer
Künstler bestehen, die tief mit ihrem Gastland verbunden
sind, wie zum Beispiel die Sammlung in Orvieto von Emilio
Greco, und von systematischen Sammlungen umbrischer Meister
wie die Stiftung Alberto Burri in Città di Castello.
Diese Sammlung ist ein sehr gutes Beispiel für den
gekonnten Entwurf und die geschickte Ausstattung der Expositionsräumlichkeiten,
die oft richtige Museen in einem Museum sind. Perspektivische
Räume und lichterfüllte umbrische Landschaften
sind die Charakteristik der Gemälde des peruginischen
Künstlers Gerardo Dottori, dem Meister des Futurismus;
Protagonist des Expressionismus hingegen der Mitte des 20.
Jh. war der aus Spoleto stammende Bildhauer Leoncillo, der
seine Kunst in einer Fabrik von Deruta auch auf die Keramik
übertrug.
Die zeitgenössische Kunst hat die Museumsbehälter
verlassen, um in der Nähe von Torgiano ins Freie zu
treten, wo die Straßen von Brufa eine Kulisse für
elf Skulpturen italienischer Künstler geworden sind.
Punta Navaccia am Trasimenischen See hat Pietro Cascella
in eine Bühne für Bildhauerkompositionen aus Sandstein
verwandelt. In Perugia, sind die metaphysischen Architekturen,
die Aldo Rossi für das Verwaltungsviertel Fontivegge
entworfen hat, ein Symbol der zeitgenössischen Stadt,
die strategisch am Fuße des alten Stadtkerns geplant
wurde.
Zurück
in die Geschichte.
"Ich könnte nie in die Stadt kommen, ohne hinaufzugehen",
schrieb 1462 Papst Pius II Piccolomini auf der Reise in
die umbrischen Lande. In der Tat liegen die Städte
oft auf Anhöhen, dort, wo sie einst die antiken Umbrer
und Etrusker errichtet hatten. Der Tiber bildete die natürliche
Grenze und teilte das Territorium: Perugia und Orvieto,
rechts des Flusses, waren etruskisch, Citta di Castello,
Gubbio, Todi, Assisi, Spello, Gualdo Tadino, Terni unterstanden
den Umbrern.
Dieses Volk hat uns wertvolle Zeugnisse, wie die Eugubinischen
Tafeln, hinterlassen, die im Palazzo dei Consoli von Gubbio
aufbewahrt werden.
Unter den zahlreichen Dokumenten der etruskischen Kultur
sind die Nekropolen des Crocifisso del Tufo in Orvieto ein
außergewöhnliches Beispiel für Bebauungspläne
der Antike.Die Römer machen die ländlichen Gebiete
urbar, kolonisieren, entsumpfen und bauen Straßen.
Die Via Flaminia wird zur Hauptkommunikationsachse und Angelpunkt
der neuen Siedlungen in der Ebene: Carsulae, zum Beispiel,
wurde im 3.Jh.v.Chr. gegründet und ist uns bis heute
in Anlage und Infrastruktur erhalten geblieben.
Region
der Türme und Burgen.
Der Übergang von der Spätantike zum Mittelalter
findet in der Architektur bruchlos statt. Dies beweisen
zwei Sakralbauten origineller Form, der Clitunno-Tempel,
der mit schmucklosem Material nach dem Schema eines heidnischen
Tempels gebaut wurde und die Basilika S. Salvatore von
Spoleto mit ihrer wunderschönen Fassade, bei der Elemente
eines römischen Tempels verwendet wurden. Das 5. und
6. Jahrhundert waren für Umbrien sehr harte Zeiten.
Schon nach dem Durchzug der Westgoten unter Alarich (vermutlich
409) hatte für die umbrischen Städte eine lange
Epoche der Erschütterungen begonnen. Aber die achtzehn
Jahre des griechisch-gotischen Krieges (535-553) richtete
die Region, die Hauptschauplatz der Ereignisse war, ziemlich
übel zu. Nachdem die Goten besiegt waren, ließen
sich die Byzantiner in den umbrischen Städten nieder.
Aber bald danach folgte eine erneute Barbareninvasion durch
die Langobarden in Mittelitalien, die den Zerfall Umbriens in zwei Gebiete zur Folge hatte: ein Gebiet, das die römische
Kultur überlebt hatte und ein Gebiet der germanischen
Siedlungen.
Die Langobarden gründeten zwischen 574 und 575 das
mächtige Herzogtum von Spoleto, und änderten das
politische Gleichgewicht sowie die territoriale Ordnung
Umbriens. In jenen Jahrhunderten der Instabilität und
Angst vor erneuten Konflikten, wurden die ländlichen
Gebiete verlassen und die Städte verarmten, während
sich ein dichtes Netz von Burgen und befestigten Höhensiedlungen
entwickelte.
Die Langobarden gründeten zwischen 574 und 575 das
mächtige Herzogtum von Spoleto, und änderten das
politische Gleichgewicht sowie die territoriale Ordnung
Umbriens. In jenen Jahrhunderten der Instabilität und
Angst vor erneuten Konflikten, wurden die ländlichen
Gebiete verlassen und die Städte verarmten, während
sich ein dichtes Netz von Burgen und befestigten Höhensiedlungen
entwickelte.
Glaubens-
und Kulturzentren.
Die gesamte Region erschien voller Türme und Festungen,
die zur Verteidigung und Kontrolle, aber auch als Vorposten
für die Urbarmachungen dienten. Neben den Militärstrukturen
vervollständigen Abteien, Klöstern und Pfarrkirchen
das dichte mittelalterliche Siedlungsgefüge. Als Orte
der Meditation und des Gebetes, aber immer häufiger
wahre politische und wirtschaftliche Machtzentren werden
die religiösen Siedlungen auch zum Mittelpunkt der
kulturellen und künstlerischen Erneuerung.Die Valnerina
(Nera-Tal) ist ein emblematisches Zeugnis für diese
Entwicklung; sie war ein befestigtes Gebiet wie nur wenige
ihresgleichen und wurde so zur Wiege des westlichen Mönchtums
dank des Heiligen Benedikt von Norcia, und füllte sich
mit verschiedenen Einsiedeleien.Aus der Benediktinerabtei
S. Eutizio bei Piedivalle stammt eines der ältesten
Dokumenten (10.Jh.) in Vulgärsprache und hier entwickelte
sich auch eine der renommiertesten Chirurgieschulen jener
Zeit. Beeindruckender ist noch der Besuch der Benediktinerabtei
S. Pietro in Valle, die unweit von Ferentillo um 720 auf
Wunsch von Faroald II, Herzog von Spoleto, gegründet
wurde. Der Hochaltar ist ein seltenes und kostbares Zeugnis
langobardischer Kunst, während der Freskenzyklus des
Kirchenschiffs als einer der ältesten und größten
Monumente italienischer Malerei der Romanik angesehen wird.
Formen
und Meisterwerke des Mittelalters.
Mit dem 11. und 12. Jahrhundert beginnt die städtische
Wiedergeburt mit neuen Siedlungen in den zuvor verlassenen
Gebieten und der demografischen und ökonomischen Revitalisierung
der bereits existierenden Zentren.
Umbrien konnte so seine Rolle als Hauptkreuzungspunkt des
Verkehrs und der Kultur behaupten, während die große
Epoche der autonomen Kommunen eingeleitet wurde. Marktflecken
und Städte nehmen die Form und Struktur an, die sie
auch noch heute bewahrt haben.
Perugia verlässt den antiken Stadtkern auf dem Gipfel
des Hügels und beginnt, sich zum Tal hin auszubreiten;
Assisi und Gubbio entfalten sich effektvoll auf den Terrassierungen;
Montefalco, Trevi und Corciano erweitern ihre Struktur ringförmig
und werden zu typischen Siedlungsmodellen des heutigen Umbriens.
Innerhalb der Stadtmauern werden Kirchen und Paläste
renoviert. In Spoleto wird der Dom wiedererrichtet, den
Barbarossa zerstört hatte, und mit einem wunderschönen
geschnitzten Portal versehen. In Bevagna, entsteht die Basilika
S. Silvestro, ein Juwel umbrischer Romanik, eingebettet
in das unvergleichliche Szenarium des Hauptplatzes. In Narni
wird der Dom S. Giovenale gebaut, eine höchst interessante
Schichtstruktur verschiedener Epochen und Kulte. In Assisi
werden die Arbeiten am Dom S. Rufino wieder aufgenommen,
dessen Fassade zu den Meisterwerken der romanischen Architektur
zählt. Die wunderschöne Kirche von S. Felice di
Narco berichtet in der Symbolik des Dekorfrieses von den
Mühen der Benediktiner, die Lande urbar machten und
Menschen bekehrten.
Die
Macht des Glaubens.
Die grundlegende Erneuerung des mittelalterlichen Lebens
in Umbrien betrifft auch den religiösen Bereich, vor
allem nach der römischen und mystischen Erfahrung des
Franz von Assisi. 1228, zwei Jahre nach dem Tod des Heiligen,
werden die Arbeiten an der Basilika von Assisi begonnen,
ein außergewöhnlicher Schmelztiegel der Glaubenslehren,
Architektur und Malerei internationaler Prägung. Diese
Kirche sollte ein Modell für viele andere Bauten in
und außerhalb Umbriens sein, während die Fresken
von Cimabue, Giotto, Pietro Lorenzetti, und Simone Martini
die Basiskunstwerke der folgenden Jahrhunderte werden. Wenige
Jahrzehnte danach soll die herrliche Gotikfassade des Domes
von Orvieto, die an ein romanisches Bauwerk angebracht wurde,
das nach Meinung einiger Experten von Arnolfo di Cambio
entworfen worden sein soll, mit diesem unvergleichlichen
Meisterwerk den endgültigen Übergang zum neuen
Stil bewirkt haben.
Das Auftreten der Franziskaner und anderer Bettelorden in
den Städten und auf dem Land macht eine Veränderung
der Stadtstrukturen notwendig, um die großen Klostersiedlungen
aufnehmen zu können.
Weinreben und Olivenbäume verleihen dem Hügelland
eine ganz besondere Note.
Die tausendjährige landwirtschaftliche Erfahrung und
Anbautechniken gingen immer Hand in Hand mit dem Sinn für
Ästhetik, um Zweckmäßigkeit und harmonische
Verteilung der Wein- oder Baumreihen zu vereinen, was den
Reiz der umbrischen Landschaft ausmacht.
Jede einzelne Anbauart dieser fruchttragenden Pflanzen hat
eine bestimmte Bedeutung und entspricht einer bestimmten
Zeitepoche.
Heutzutage sind die meisten Olivenhaine und Weinberge spezialisiert.
Die modernen Anbausysteme sind auf Qualitätssteigerung
ausgerichtet, die auch durch die Selektion traditioneller
Sorten erzielt wird.
Das erklärt, wie es möglich ist, dass in einer
kleinen Region wie Umbrien gut elf Weine das DOC Prädikat
(mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung) und zwei das DOCG
(mit kontrollierter und garantierter Ursprungsbezeichnung)
besitzen, sich die regionalen Produkte immer wieder auf
dem italienischen und internationalen Markt behaupten können,
fast alle erzeugten Olivenöle extra nativ sind und
sich der geschützten Herkunftsbezeichnung "Umbrien"
rühmen dürfen, ein Prädikat, das das gesamte
Regionalterritorium umfasst.
Wein.
Umbrien ist, angesichts der feuchten tonhältigen Kalkböden,
die das weite, sonnige Hügelland zu bieten hat, das
Weinbaugebiet par excellence. Die große Weinvielfalt
ist das Resultat geschickter Nutzung verschiedener Umweltfaktoren,
aber auch unterschiedlicher Klimabedingungen, die eine ebenso
vielseitige Produktion an Geschmack- und Weinsorten ermöglichen.
Es gibt sehr viele bodenständige weiße und rote
Rebsorten. Typisch für Todi ist der Grechetto, der
bereits in der Antike beliebt war und angenehm fruchtige
Weißweine ergibt. In der gesamten Region ist der Trebbiano
verbreitet, der im Gebiet um Orvieto mit dem sogenannten
Procanico vertreten ist. Im Gebiet um Amelia hat sich die
delikate und duftige Malvasiatraube durchgesetzt. Unter
den lokalen Rebsorten für Rotweine steht an erster
Stelle der Sagrantino, der im Mittelalter in Montefalco
wahrscheinlich von einem Franziskanermönch gesetzt
wurde, der diese Traube von der Iberischen Halbinsel importiert
haben soll. Der Name soll von der Gewohnheit herrühren,
diesen süßen Nektar bei Messfeiern zu verwenden.
Eine andere, in der gesamten Region verbreitete Rebe ist
der Sangiovese, der rein in den Colli Martani verarbeitet
wird.
Wenn man genau das Anbauland beobachtet, können noch
die Spuren uralter Systeme, die an die alten Etrusker und
Umbrer anknüpfen, entdeckt werden. Damals und bis vor
nicht allzu langer Zeit war der Weinanbau eine Mischkultur,
da der Weinstock mit einem Baum "verheiratet"
(also gestützt) wurde, meist mit Ahorn, aber auch Pappel
und Ulme, die den Vorteil hatte, auch Blätter als Futter
zu geben. In den alten Baumreihen sind also noch etruskische
Techniken zu erkennen. Nahe Montefalco stößt
man auf Weinbauland, das seit über tausend Jahren bestellt
wird; hier wächst der berühmte Sagrantino und
hier wuchs zur Römerzeit die Rebe "triola",
die von Plinius dem Älteren gerühmt wurde. Virgil
berichtet, dass im Gebiet um Amelia hingegen Weiden als
Stützbäume verwendet wurden.
Oliven.
Seit Jahrtausenden bedeckt das Silber der Olivenbäume
das umbrische Hügelland. Wie der Weinstock war auch
der Olivenbaum ein Reichtum des etruskischen Volkes und
unter den Römern wurde die Olive eines der bedeutendsten
und ertragreichsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse der
Region, das vor allem über den Flusshafen von Otricoli
vermarktet wurde. Um die materiellen und symbolischen Aspekte
dieser Produktion kennen zu lernen, sollten das Museum der
Olivenkultur in Trevi und das Museum des Olivenbaumes und
des Olivenöls in Torgiano besucht werden, während
es genügt, die typischen Hügellandschaften des
Umbra-Tales, des Tibertales oder um Amelia und Orvieto zu
beobachten, um die jahrhundertelange Bodenbearbeitung zu
verstehen, durch die steile Hänge und Terrassen erschlossen
wurden. Der Olivenbaum braucht durchlässige, sonnige
Böden und die Oliven müssen bei beginnender Reife
geerntet werden, um ein fruchtiges Olivenöl mit geringem
Säuregrad zu erhalten. Das umbrische Olivenöl
erfreut sich auf dem italienischen und internationalen Markt
besonders großer Wertschätzung, fast alle Olivenöle
der Region sind extra nativ, was im allgemeinen nur selten
der Fall ist. Daher kann sich das umbrische Olivenöl
der geschützten Ursprungsbezeichnung "Umbrien"
rühmen, das fünf Gebiete umfasst: Colli di Assisi,
Spoleto, Colli Martani, Colli Amerini, Colli del Trasimeno
und Colli Orvietani.
Die
Kunst des "Norcino".
Das Schwein ist der König der umbrischen Küche.
Im Holzofen mit Kräutern, Knoblauch, Pfeffer und wildem
Fenchel oder am Spieß mit Lorbeer gebraten, ist dieses
Tier der Protagonist bei Tisch an allgemeinen Festtagen
oder anlässlich verschiedener Volksfeste, denn die
"porchetta" ist ein traditionelles Gericht, das,
so sagen manche, in Umbrien seinen Ursprung haben soll.
Das Gebiet von Norcia ist auserkoren für die Verarbeitung
des Schweinefleisches, aus dem schmackhafte und unverfälschte
typische Wurstwaren aller Art hergestellt werden; Mazzafegato
(Leberwurst), Corallina, Mortadella, frische und gelagerte
Hartwürste, Capocollo (Schweinsnackenwurst) und der
renommierte Rohschinken aus Norcia mit geschützter
Herkunftsbezeichnung, sind traditionelle Spezialitäten,
die nach wie vor mit handwerklichen Techniken erzeugt werden.
Dazu sind im Laufe der Zeit auch Wildschein- und Hirschwurstwaren
gekommen.