Lombardei.
Die Lombardei ist die reichste, modernste und dichtbesiedeltste
Region Italiens. Das ist auch der Grund, warum sie
den Touristen, der ihre Geschichte und Kultur, ihre
Denkmäler und Kunstschätze, ihre Natur
noch nicht oder kaum kennt, so sehr überrascht.
Nehmen wir zum Beispiel Mailand. In dieser großen
Industrie- und Handelsstadt ist alles modern und
fortschrittlich: Technologie, Mode, Werbung, Design,
Lebensmodelle und sogar politische "Experimente".
Mailand macht einfach Tendenz. Und dennoch, hinter
dieser modernen, dynamischen, zukunftsorientierten
Metropole verbirgt die Stadt einmalige Architektur-
und Kunstschätze der Vergangenheit, die dem
Besucher sicher nicht entgehen werden, wie beispielsweise
der Dom, das Schloß der Sforza, die Oper Scala
oder die Pinakothek Brera. In der Region Lombardei sind herrliche Landschaften (Seen, Stilfser Naturschutzgebiet
u.v.a.), bedeutende Denkmäler und Kunstwerke
im Überfluß vorhanden. In Monza, Varese,
Como, Bergamo, Brescia, Pavia, Lodi, Cremona, Varese hat jede Epoche ihre kulturellen und künstlerischen
Spuren hinterlassen, die im Stadtbau, in den Kirchen-
und Profanbauten zu sehen sind. Alle Kunststile
sind hier vertreten. Von der Romanik, Gotik, Renaissance
bis zum Barock und den kühnsten Architektur-
und Kunstformen der Gegenwart rühmt sich die
Lombardei eines beeindruckenden Kultur- und Kunstbestandes,
den es sich zu entdecken lohnt.
Anfahrt.
Die Region im Norden Italiens ist durch ein modernes Autobahn-
und Zugnetz leicht erreichbar.
Flugreisende landen mit Lufthansa, Alitalia und Air Dolomiti
in Mailand und mit Ryanair von Hahn aus in Bergamo. Eurowings
bringt Reisende von Hannover und Nürnberg nach Mailand und Gandalf von Stuttgart nach Bergamo. German Wings fliegt
von Köln nach Mailand, Hapag Lloyd Express von Köln
und Hannover nach Bergamo sowie Air Berlin von Dortmund,
Mönchengladbach und Münster nach Bergamo.
Reisen in die Lombardei sind möglich mit Studiosus,
Dertour, TUI, Thomas Cook, Olimar oder Ameropa, um nur einige
Veranstalter zu nennen. Zudem bieten natürlich auch
viele Busreiseveranstalter Ziele in der Lombardei an.
Die Lombardei bietet vom Skifahren in den Alpen bis zum
Segeln auf den schönen Seen eine Fülle an Möglichkeiten
des Aktivurlaubs. In der Bergwelt rund um Lago
Maggiore, Comer
See und Gardasee
kommen Bergsteiger und Wanderer auf wunderschönen
Routen auf ihre Kosten. Im Winter locken die Pisten der
Wintersportzentren von Bormio bis Livigno. Wassersportler
finden auf den Seen der Lombardei von Segeln über
Surfen bis Wasserski ein reiches Angebot. Die zahlreichen
Golfplätze locken Freunde des grünen Sports
auf die Fairways. Nicht zu vergessen natürlich der
Motorsport, der mit dem Traditionsrennen der Formula 1
in Monza viele Fans anlockt.
Thermen
und Wellness.
In der Lombardei stehen viele Zentren zur Auswahl. Hoch
in den Alpen liegt Bormio, in der Nähe des Gardasees
lädt Angolo Terme mit einem ganzjährig milden
Klima zu Kuren und Wellness. Weithin bekannt ist Sirmione,
ebenfalls am Gardasee,
denn das dortige Wasser enthält außerordentlich
viel Schwefel, Brom und Jod, also Stoffe, die antibakteriell
und entzündungshemmend wirken. Das Quellwasser aus
Trescore Balneario in der Nähe von Bergamo zählt
in Italien zu den Heilwässern mit dem größten
Schwefelwasserstoffgehalt. Die in einigen der schönsten
Naturlandschaften gelegenen Thermalorte verbinden traditionelle
Anwendungen mit neuen Wellnesseinrichtungen und garantieren
somit Entspannung pur.
Der Tourismus der Region deckt Kultur, Architektur, Handel
und Önogastronomie ab. Wer die Wahl hat, hat die
Qual. Besuchen Sie beispielsweise in Mailand die Chiesa
di Santa Maria delle Grazie, in der sich das "Letzte
Abendmahl" von Leonardo da Vinci befindet, oder machen
Sie einen Einkaufsbummel auf der Via Montenapoleone; auch
ein Besuch des Parco Lombardo della Valle del Ticino,
dem ältesten Regionalpark Italiens, zwischen dem
Lago Maggiore und dem Po, lohnt sich; Ausflüge können
zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit der Kutsche oder zu
Pferd unternommen werden. Diese Region der Po-Ebene verfügt
über eine besonders große Artenvielfalt, darunter
einige Tiere, die vielerorts bereits ausgestorben sind.
Wölfe, Wiesel, Dachse, Iltisse und seit jüngster
Zeit sogar Rehe und Wildschweine. In den Wäldern
finden sich auch viele Eichhörnchen und Siebenschläfer.
Liebhaber der Ornithologie können über 246 verschiedene
Arten beobachten, insbesondere verschiedene Reiher-Arten,
wie Seidenreiher, Purpurreiher, Graureiher und Nachtreiher.
Aufgrund ihrer geografischen Anordnung verfügen die
Naturparks über verschiedene Ökosysteme, Vegetationszonen
und besondere Tiere und Pflanzen. Das landwirtschaftliche
Bild der Region ist von Sonnenblumen- und Rapsfeldern
geprägt, die im Frühling das Land in tiefes
Gelb tauchen, das früher hauptsächlich durch
Grün dominiert wurde. Schließlich bestimmen
Burgen und Beobachtungstürme zusammen mit ursprünglichen
Klöstern das Landschaftsbild, die vor allem im Valle
del Ticino von religiöser Präsenz zeugen. Aus
den vielen Burgen auf dem Gelände der Nationalparks
heben sich vor allem die Burgen von Vigevano, Somma Lombardo und Pavia hervor.
Die lombardische Küche zeigt sich selbst in ihren
üppigsten Gerichten einfach und bodenständig.
Sehr beliebt sind die vielfältigen Eintöpfe
wie beispielsweise die zuppa pavese, ein Allerlei aus
Brot, Ei und Brühe aus Pavia. Eine cassoeula kocht
man aus Würstchen, Wirsing und Schweinerippchen.
Den Österreichern schauten die Lombarden einst deren
Vorliebe für Paniertes ab. So ist es bis heute eine
Streitfrage, ob die bistecca milanese, ein in Ei und Semmelbrösel
gewälztes und in Butter gebackenes Kalbsschnitzel,
lombardischen oder doch österreichischen Ursprungs
ist. Unbestritten lombardisch ist hingegen der deftige
ossobuco, eine Kalbshaxe, die in einem Ragout geschmort
und mit Reis und grünen Erbsen serviert wird. Gelegentlich
wird auch eine polenta, ein Maisbrei, der traditionell
wie der Risotto im Kupferkessel über dem offenen
Feuer zubereitet wird, dazu gereicht. Weine aus den sanft
gewellten Hügelketten der Franciacorta, dem renommiertesten
Anbaugebiet in der Lombardei, fehlen bei Tisch nur selten.
Die Küche der Lombardei ist vor allem deftig und
rustikal. Zu den Spezialitäten der Region gehören
vor allem Käsesorten; der berühmteste ist der
Mascarpone, der aus frischer Sahne hergestellt wird, gefolgt
vom Pannerone, dem Grana Lodigiano, Gorgonzola, Stracchino,
Formai de Mut DOP, ein buchstäblicher "Bergkäse"
von delikatem Geschmack, sowie dem Taleggio DOP, ein namhafter
Käse, der bereits im 12. Jahrhundert hergestellt
wurde, und hervorragend zu Polenta sowie zu Weinen aus
dem Val Calepio schmeckt. Köstlich und besonders
schmackhaft sind auch Vorspeisen wie die Casonsèi
(mit einer Mischung aus Schweine- und Rindfleisch, Amaretto,
Sultaninen und Birnen gefüllte Ravioli), die Scarpinòcc
de Par (mit Käse, Semmelbrösel und Kräutern
gefüllte Pasta), sowie die berühmte Polenta
mit Osèi de la Bergamasca und Tortelli Cremaschi
mit einem leicht süßlichen Geschmack. Zu den
typischen Gerichten gehört Reis mit Würstchen,
gelber Risotto, gebratene Polenta, Zunge sowie Hasen-
und Taubenleber. Reis ist der unbestrittene König
der lombardischen Küche. Es werden fünf Reisarten
angebaut, die jeweils in Größe und Form der
Körner unterteilt sind, und nicht nur für Risotto
oder Timballi (herzhafte Reiskuchen), sondern auch als
Beilage zu Fischfilets oder Froschschenkeln serviert oder
als Basis für Süßspeisen verwendet werden.
In der Region des Oltrepò dahingegen, finden sich
besonders viele Pilze, vor allem Trüffel. Zu den
berühmtesten Gerichten der Lombardei gehören
das Risotto alla Milanese aus Fleischbrühe und Saffran,
Cotolette alla Milanese, sowie panierte Schnitzel. Unbedingt
probieren sollte man auch die schmackhafte Gänsesalami,
die bereits im Mittelalter serviert wurde, und den so
genannten Bisson, ein Kuchen mit Gänsefett. Die regionale
Küche weist auch besonders viele Nachspeisen auf.
Am berühmtesten sind die Biskuitkekse aus Codogno,
Tortionata (Mandeltorte), Torta di Casale, Amaretti und
die Bertolina, eine süße Focaccia aus Trauben.
Die Krönung der Kuchen ist unbestritten der Panettone,
traditioneller Weihnachtskuchen, der ganzjährig in
Mailand nach einem uralten Rezept hergestellt wird. Natürlich
hat die Region auch hervorragende Weine aufzuweisen, wie
den roten Bonaria und Barbera sowie weißen Riesling
und Pinot. Auch der berühmte Torrone und die Mostarda
(süß-saurer Kompott aus kandierten Früchten,
Fruchtsirup und Senf) werden in der Lombardei hergestellt.