Apulien.
In Bari, Hauptstadt der Region Apulien, sagt man:
"Wenn Paris das Meer hätte, wäre es
Klein-Bari". Ist das nicht Überheblichkeit
oder Hochmut? Aber nein, nur ein wenig Stolz (abgesehen
von einem ausgeprägten Sinn für Humor).
Stolz der Einwohner einer Stadt, die von Kunst und
Geschichte, modernem Unternehmergeist und altverwurzelter
Kultur durchdrungen ist. Ehemals Brückenkopf
zur griechischen Welt und zum Mittleren Osten, erlebte
die Stadt Bari ihr goldenes Zeitalter während
des Mittelalters. In dieser Zeit entstanden die Kathedrale
und die Kirche S. Nicola, herrliche Bauwerke in romaischem
Stil. Im Archäologischen Museum werden die alten
Verbindungen zur griechischen Welt bezeugt. Die enge
Verbindung zwischen Geschichte und Kunst, welche Bari
kennzeichnet, ist auch in anderen Städten Apuliens anzutreffen. In Brindisi, Andria, Barletta, Trani,
Ruvo di Puglia, Lucera, Troia, Manfredonia, Otranto,
Gallipoli wurden im Mittelalter unzählige Kathedralen
errichtet. Aus späterer Zeit sind die herrlichen
barocken Bauwerke von Lecce. Im Archäologischen
Museum von Taranto sind interessante Funde ausvergangenen
Zeiten zu sehen. Alberobello in der Provinz Bari ist
die Hauptstadt der Trulli, charakteristische runde
weiße Häuser mit schiefen Schieferdächern,
deren Form wahrscheinlich auf vorgeschichtliche Zeiten
zurückgehen. Was die Naturwunder dieser Region
betrifft, sind hier Gebirge, Wälder, Meer auf
wunderbare Weise vereint. Ein besonderes Beispiel
dafür ist das Gargano-Kap in der Provinz Foggia.
Lage. Apulien (ital. Puglia) ist eine in Südost-Italien gelegene
Region mit einer Fläche von ca. 19.000 km² und
etwa 4 Mio. Einwohnern. Die Halbinsel Salento im Süden Apuliens bildet den sogenannten "Absatz" des italienischen
"Stiefels". Apuliens Hauptstadt ist Bari.
Anfahrt. Apulien ist über ein gut ausgebautes Autobahn- und
Schienennetz erreichbar. Die Flughäfen Bari und Brindisi
werden aus Deutschland von Alitalia angeflogen. Air Dolomiti
fliegt nach Bari und LTU nach Brindisi. Zudem fliegt Hapag
Lloyd Express nach Bari. Airtours, TUI, Olimar, Thomas Cook,
Studiosus, Gebeco und Dertour haben neben zahlreichen Busreiseveranstaltern
das interessante Urlaubsgebiet in Italiens sonnigem Süden
im Programm.
Der Stiefelabsatz bietet einzigartige Voraussetzungen für
Golf-Parcours in reizvollstem Umfeld und Strandnähe.
Die in der Nähe von Lecce gelegene Anlage des GC Acaya
und der in einem herrlichen Pinienwald gelegene GC Riva
dei Tessali mit seiner zweiten 18-Loch-Anlage in Metaponto
sind beliebte Treffpunkte für Golfer und solche, die
es werden wollen.
Darüber hinaus gilt Apulien wegen seiner vorwiegend
flachen Landschaft als ideales Ziel auch für Freizeitbiker.
Dass die Region auch Wassersportlern viel Abwechslung ermöglicht,
versteht sich bei 800 Kilometern Küste von selbst.
Apulien ist ein sehr altes Kulturland, und zwar wurden
die Messaper, ein italisches Volk, durch die über das
Meer gekommenen Griechen abgelöst. Die beiden Kulturen,
die einander bekämpften, wurden durch die römische
Eroberung zu einer Einheit verschmolzen. Einige der berühmtesten
und reichsten Stadte - z. B. Sybaris und Metapont- sind
im Lauf der Jahrhunderte untergegangen. Andere haben überlebt,
so beispielsweise Tarent, das zur Römerzeit die gleiche
Einwohnerzahl wie heute hatte. Die grosse römische
Strasse, die Via Appia, ging nach Brindisi. In Venosa, einem
rauhen Gebirgsort im Hinterland, wurde Horaz geboren. In
Brindisi starb Virgil. Auf die Römer folgten Byzantiner
und Normannen, Araber, Hohenstaufen, Anjou, Aragon und Bourbonen.
Es ist eine bewegte Geschichte, die durch blutige Kampfe
gekennzeichnet ist. Friedlich war nur die Berührung
mit Venedig, dessen Schiffe auf der Fahrt nach dem Osten
apulische Hafen anzulaufen pflegten. Zu kurz war vor allem
die Hohenstaufenzeit, in der die Schlösser und Dome
in diesem vom Kaiser Friedrich II. so geliebten Lande entstanden.
Das Castel del Monte, das dem Hohenstaufenkaiser als Jagdschloss
und Erholungsort diente, bleibt eines der schönsten
Beispiele italienischer Festungsbaukunst des Mittelalters.
Im Schloss von Fiorentino ist Friedrich II. gestorben. Im
Schloss von Lucera liess Manfred von Hohenstaufen seine
Gemahlin und sein Kind zurück, um zum Kampf nach Benevent
zu ziehen. Unter den Hohenstaufen hatte Apulien eine Blütezeit
erlebt. Mit Blut, Raub und Unterdrückung herrschten
die Anjou. Sie wurden von den Bourbonen abgelost, unter
denen das Land dahindammerte. Apulien bezaubert heute mit
der ruhigen Schönheit seiner reichen Ebenen und mit
der edlen Architektur seiner Dome und Schlösser. Die
Spuren, die Friedrich II von Hohenstaufen hinterliess, kennzeichnen
noch heute das ganze Land.
Die Vielfalt Apuliens zieht sich auch durch die regionale
Küche. Neben fangfrischem Fisch und Meeresfrüchten
zählen reichlich frisches Gemüse, Pastavariationen
wie die Orecchiette (Öhrchennudeln) und das über
die Grenzen Apuliens hinaus bekannte Hartweizenbrot aus
Altamura zu den Spezialitäten. Brot gibt es auch in
ungewöhnlicher Form wie den zweimal gebackenen Teigkringeln
Frisedde oder die Taralli, die teilweise Fenchel oder Weißwein
enthalten.
Unter den zahlreichen Käsespezialitäten sind
vor allem die Mozzarella-Variationen wie die Burrata zu
erwähnen, eine mit Butterrahm gefüllte Mozzarella.
An Fleisch bevorzugt man in Apulien Lamm, von dem es alle
möglichen Zubereitungsarten gibt. Solide Basis jeden
Gerichts stellt das erstklassige Olivenöl dar, das
als eines der besten Italiens gilt.
Troccoli, Strascinati, Mignuicchie, Chiancarelle, Fenescecchie und Pestaluzze. Die Formen der hausgemachten Pasta aus Hart- und Weichweizen sind unzählbar. Die unbestrittene Königin unter den Nudeln Apuliens ist jedoch die "Orecchietta" (so genannt wegen ihrer Ohrform (Ohr = Orecchio)), die mit vorzüglichem Rübengrün kombiniert wird. Zu den weiteren regionalen Spezialitäten gehören Gnemeridde (in Streifen und Häppchen geschnittene Lamminnereien) und Kaninchen in Kapern, sowie Gerichte aus Muscheln, Austern, Langusten aus dem Meer um die Tremiti-Inseln (zählen zu den besten des Mittelmeeres), Thunfischen, Meeräschen, Seebarschen und Seeteufel. Zu den weiteren apulischen Köstlichkeiten gehören Schinken und Milchprodukte aus Faeto, Lampascioni (wilde, süßsaure Zwiebeln), sowie Cardoncelli- und Paparuli-Pilze (mit Pfeffergeschmack). Nicht zu vergessen, das Brot von Altamura, die verschiedenen Sorten von Foccaccia und Taralli aus Weißwein. Zu den Nachtischen aus der Region gehören Cauciuni (mit Kichererbsen, Schokolade, kandierten Früchten und Weingelee gefüllter Teig), heißes Eis (Eis, kandierte und getrocknete Früchte in Biskuitteig kurz im Ofen erwärmt) und die berühmten Carteddate (Blätterteigblüten mit Honig und Zimt).