Perugia.
Der historische Stadtkern der Stadt Perugia, Hauptstadt
der italienischen Region Umbrien, liegt auf einem
Hoehenzug von fuenf Huegelkuppen, der die rechte Seite
des Flusstals des Tiber saeumt.
Von diesen Anhoehen aus, dominiert die Stadt Perugia
einen Teil des weiten Tals, das der Fluss Tiber geformt
hat und das sich im Zentrum der italienischen Region
Umbrien erstreckt. Dort hat die Stadt Perugia auch
den Raum fuer seine flaechenmaessige Ausweitung und
seine demographische Entwicklung gefunden.
Zahlreiche Unternehmensniederlassungen, insbesondere
in den Bereichen Bekleidungsindustrie und in den Bereichen
Lebensmittel- und Zuckerwarenindustrie haben der Oekonomie
des Territoriums eine Dimension von internationaler
Bedeutung verliehen.
Die althergebrachte Handwerkstradition der Gegend
der Stadt Perugia, insbesondere in den Bereichen Keramik,
Handgewebe, Schmiedeeisen und anderen, ist nicht von
der hier angesiedelten Industrie verdraengt worden.
Im Gegenteil, das Handwerk ist aufgrund der Entwicklung
des Fremdenverkehrs und aufgrund des Bekanntheitsgrades
der Stadt Perugia, als Standort internationaler Ereignisse
und Veranstaltungen, wiederbelebt worden.
Die Stadt Perugia war, aufgrund ihrer strategisch-guenstigen,
geographischen Lage, die es der Stadt ermoeglichte
die nahen Verkehrswege unter Kontrolle zu halten,
bereits seit der Antike eine der groessten, urbanistischen
Zentren in der italienischen Region Umbrien.
Als Nachweis der antiken Zivilisation, der Kultur
und des bluehenden Wohlstandes der Stadt Perugia sind
die weit verbreiteten und in sehr grosser Anzahl vorhandenen
archaeologischen Funde anzusehen. Diese archaeologischen
Funde zeugen von der Existenz eines lebhaften, unternehmungslustigen
und glaenzenden Volkes, das in Frieden in ihrer uneinnehmbaren
befestigten Burganlage lebte. Diese befestigte Burganlage
war aber gleichzeitig auch ein Marktpunkt eines intensiven
Handelsaustausches.
Die Etrusker eroberten die Stadt Perugia im VI. Jahrhundert
v. Chr. und wiesen der Stadt eine fuehrende Rolle
in dem Staedtebund der zwoelf wichtigsten etruskischen
Staedte zu.
Die nachfolgend etruskische Stadt Perugia widersetzte
sich lange Zeit gegen die Ausdehnungsbestrebungen
der Roemer in der Region Umbrien. Erst im Jahre 217
v. Chr. stabilisierte sich die Situation zu einem
definitiven Buendnis der Stadt Perugia mit der Stadt
Rom. Die Stadt Rom wies nachfolgend der Stadt Perugia
den Titel eines "roemischen Munizipiums"
(einer roemischen Stadtgemeinde) zu.
Nach einem Zeitraum des relativen Wohlstandes wurde
die Stadt Perugia in einen Buergerkrieg zwischen Octavian,
dem spaeteren Kaiser Octavian Augustus und Marc Antonius
verwickelt. Die Stadt Perugia nahm Lucius, den Bruder
des Marc Antonius und sein Heer auf, woraufhin Octavian
die Stadt Perugia sieben Monate lang belagerte und
nach ihrer Kapitulation (im Jahre 40 v. Chr.) in Schutt
und Asche legte.
Der selbe Octavian, der zwischenzeitlich den Namen
Octavian Augustus angenommen hatte, ließ die
Stadt Perugia wieder aufbauen, gab der Stadt den Namen
"Augusta Perusia" und fuehrte die Stadt
zu neuem Glanze.
Der Niedergang des Roemischen Reiches brachte auch
fuer die Stadt Perugia Invasionen durch die Voelkerwanderungen.
Im Jahre 547 n. Chr. wurde die Stadt Perugia von den
Ostgoten unter ihrem Koenig Totila ueberfallen und
zerstoert. Nachfolgend wurde Perugia von den Byzantinern
zurueckerobert und Teil des "byzantinischen Korridors",
der sich zwischen den langobardischen Reichsgebieten
erstreckte, das heisst zu einem Stuetzpunkt gegen
das langobardische Herzogtum von Spoleto.
Die Stadt Perugia blieb unter byzantinischer Herrschaft,
bis sie im VIII. Jahrhundert den Besitztuemern des
Kirchenstaates einverleibt wurde. Als sich die Stadt
Perugia im Jahre Tausend zur "freien Kommune"
erklaerte, blieb sie jedoch mit dem Paepstlichen Staat
verbuendet, der im Dom zu Perugia nicht weniger als
fuenf Konklaven fuer die Wahl eines neuen Papstes
abhielt.
Im XIV. Jahrhundert zerschlug sich jedoch unwiderruflich
die Verbundenheit mit dem Kirchenstaat, als die Stadt
Perugia die nahe Stadt Foligno in Schutt und Asche
legte, die mit dem Papst verbuendet war.
Daraufhin liess der Papst Martin der IV. die gesamte
Bevoelkerung der Stadt Perugia exkommunizieren. Von
diesem Zeitpunkt an, war die Geschichte der Stadt
Perugia von internen Zwistigkeiten, Verschwoerungen,
Verrat und Kriegen gekennzeichnet, die erst im Jahre
1531 durch die Eingriffe des Papstes Paulus der III.
ein Ende fanden, der die Stadt Perugia endgueltig
unter die Kontrolle des Kirchenstaates brachte.
Ab diesem Zeitpunkt war die Stadt Perugia de facto
jeglicher Freiheit und Autonomie entledigt, und jeglicher
Versuch der Auflehnung gegen die paepstliche Machtgewalt
wurde hart mit erneuten Blutbaedern und Zerstoerungen
bestraft.
Im Jahre 1861 nach der Proklamation des "Italienischen
Reichs" durch den Koenig Vittorio Emanuele
II. und der Gruendung der Italienischen Nation,
wurde die Stadt Perugia definitiv dem Italienischen
Staat angegliedert und die Geschichte der Stadt
Perugia verknuepfte sich unzertrennlich mit der
Geschichte Italiens.