Gubbio.
Das Staedtchen Gubbio liegt an den unteren Haengen
des Berges "Monte Ingino" und dominiert
von dieser Anhoehe aus eine fruchtbare Talebene. Gubbio
war urspruenglich der Standort der primitiven Stadt
„Ikuvium", eine der bedeutensten Staedtegruendungen
der Umbrer.
Die antiken Stadtstrukturen der Stadt Gubbio gehen
auf die Zeitepoche des Mittelalters zurueck und sind
bis heute unveraendert erhalten geblieben. Dies macht
die Stadt Gubbio zu einem der wichtigsten urbanen
Zentren Umbriens und zu einem der meistbesuchtesten
umbrischen Reiseziele, mit fortwaehrend steigenden
Besucherzahlen.
Zu dem schon recht umfangreichen und wertvollen, touristisch
sehenswerten Angebot der Stadt selbst, kommt noch
das reichhaltige Aufgebot seines Kunsthandwerks hinzu,
besonders in den Bereichen Schmiedeeisen- und Keramik-Kunsthandwerk.
Dies ist ein weiterer und ganz besonderer Grund, das
Staedtchen Gubbio zu besuchen und dort zu verweilen.
Das Staedtchen Gubbio, wie viele andere umbrische
Gemeinden auch, hat aufgrund seiner vorteilhaften
geographischen Lage bezueglich wirtschaftlicher und
militaerischer Interessen im Laufe der Jahrhunderte
Invasionen, Besetzungen, Pluenderungen, Buergerkriege,
Zerstoerungen und Wiederaufbauten erfahren muessen.
Die antike Stadt Gubbio wurde von Umbrern gegruendet,
hatte aber sicherlich auch etruskische Einfluesse
erlebt.
Ab dem III. Jahrhundert v. Chr. verbuendete sich die
Stadt Gubbio mit den Roemern. Im I. Jahrhundert v.
Chr. wurde Gubbio zur roemischen Stadtgemeinde und
verlebte bis zum Niedergang des Roemischen Reiches
einen langen Zeitraum des Wohlstands und Friedens.
Im Jahre 552 n. Chr. wurde die Stadt Gubbio von den
Truppen des Ostgotenkoenigs Totila angegriffen und
zerstoert. Den Goten folgten im Jahre 592 n. Chr.
die Byzantiner und im Jahre 772 n. Chr. die Langobarden.
Nachfolgend wurde die Stadt durch eine Schenkung von
"Pipino il Breve" ("Pipin, der Kurze")
und von "Carlo Magno" ("Karl der Grosse")
dem Hoheitsgebiet der Kirche angegliedert, behielt
aber eine gewisse Eigenstaendigkeit, die es der Stadt
Gubbio im XI. Jahrhundert moeglich machte, den Status
der "freien Kommune" zu erlangen, die zunaechst
die antiklerikalen Gibellinen und spaeter die papsttreuen
Welfen unterstuetzte.
Im XII. Jahrhundert, unter der geistigen Fuehrung
(im Volksmund wird auch behauptet: mit der wunderbringenden
Fuehrung) ihres Bischofs "Ubaldo", des grossen
Schutzherrn von Gubbio, gewann die Stadt Gubbio einen
Krieg gegen die Stadt Perugia und andere umliegende
Staedte.
Die diplomatische Weisheit der Regierung sicherte
dem Staedtchen Gubbio trotz der nachfolgenden kriegerischen
Auseinandersetzungen mit der Stadt Perugia und den
politischen und militaerischen Wirren der Zeitepoche,
einen langen Zeitraum des Friedens, der die Entwicklung
der Stadt beguenstigte.
Nach verschiedenen internen Zwistigkeiten und einem
militaerischen Eingriff von "Kardinal Albornoz"
im Jahre 1354, wurde das Staedtchen Gubbio von dem
Kirchenstaat unterworfen.
Nach den nachfolgenden Machtherrschaften, erst durch
das Adelsgeschlecht der "Montefeltro"
und spaeter durch die Famielie "Della Rovere",
wurde die Stadt Gubbio dann endgueltig den Besitztuemern
des Paepstlichen Staates unterstellt. Gubbio blieb,
abgesehen von einem kurzen Zeitraum unter der Fremdherrschaft
durch Napoleon, bis zur Proklamation des "Italienischen
Reichs" durch den Koenig "Vittorio Emanuele
II." (im Jahre 1861) und der Gruendung der
Italienischen Nation, unter kirchlicher Regierungsgewalt.