Terni.
Die Stadt Terni, die gleichnamige Provinz und ihre historischen Zentren liegen im Herzen eines weiten Beckens, eingebettet zwischen atemberaubenden bergigen Abstrichen, die hin und wieder den Blick auf die grünen Ebenen Umbriens freigeben.
Das Gebiet
Terni, (lateinisch „Interamna“, das „zwischen zwei Flüssen“ bedeutend), erstreckt sich in einem von lieblichen Hügeln umgebenen Tal. Das antike Zentrum der Stadt ist zum Teil erhalten geblieben. Nennenswerte Zeitzeugen sind die Kirche San Francesco aus dem 13. Jahrhundert, die Kirche San Salvatore, die alte Kirche Sant’Alò, die romanische Kirche San Pietro und der Dom, erbaut im 17. Jahrhundert. Auch die Überreste des römischen Amphitheaters und der alten Stadtmauern, sowie die mittelalterlichen Viertel, die Ruinen antiker Türme und einige schöne Gebäude wie die Basilika San Valentino, die den Sarg des heiligen Valentins - Schutzpatron der Verliebten - beherbergt, können heute noch bewundert werden.
Die Stadt Terni und ihre Umgebung sind attraktive, touristische Anziehungspunkte. In unmittelbarer Nähe der Stadt liegen einige der idyllischsten Orte und Flecken der Provinz. 13 km von Terni entfernt, an der Grenze zu Latium, befindet sich der malerische Piediluco See, bekannt für sein nautisches Zentrum Paolo D’Aloja und Sitz des Nationalen Ruderverbands. Entlang dem Ufer erstreckt sich die vom Berg dominierte reizvolle Landschaft; auf dem Gipfel thront die um 1364 vom spanischen Kardinal Albornoz in Auftrag gegebene Festung Rocca.
Mittelalterliche Ortschaften laden zum Verweilen ein: Carsulae und Narni, an der alten Via Flaminia gelegen; Acquasparta, bekannt für die Quelle Amerino, deren Wasser für Thermalkuren bei Nierenleiden herangezogen wird; San Gemini, wo die bekannte Quelle des gleichnamigen Mineralwassers entspringt.
Der Wasserfall von Marmore, ein auf die Römerzeit zurückführendes imposantes Werk, besticht durch seine einzigartige Schönheit. Im Jahre 290 v. Chr. gab der Konsul Curio Dentato den Auftrag, einen Kanal abzustechen (Cavo Curiano), um das Staugewässer des Velino ins reatinische Tal abzuleiten. Dabei wurde es zuerst bis zum Felsen von Marmore gelenkt, von wo es dann 150 m in das darunter liegende Flussbett der Nera stürzte. Im Volksglauben wird das Phänomen mit einer mythologischen Erklärung gedeutet. Die Nymphe Nera soll sich in einen Hirten namens Velino verliebt haben und daher von Juno zur Strafe in einen Fluss (Nera) verwandelt worden sein. Daraufhin stürzte sich Velino aus Kummer vom Felsen von Marmore, um sich mit der Geliebten zu vereinen. Davon soll heute noch das nach unten stürzende Wasser zeugen. Zahlreiche Dichter und Maler wurden von der wilden Schönheit des Wasserfalles inspiriert. Das Motiv wurde von unzähligen italienischen und ausländischen Künstlern abgebildet. Auch Vergil scheint sich auf den Wasserfall zu beziehen, wenn er im siebten Buch der Äneis von einem Tal mit dunklen Wäldern und einem Fluss im Wald, der über die Steine rauscht und schließlich in die Tiefe stürzt, schreibt.
Ein weiterer Glanzpunkt und beliebtes Touristenzentrum ist die Stadt Orvieto im Südwesten der Provinz Terni. Sie befindet sich in traumhafter Lage und beherbergt unzählige Kunstwerke. Eine Nekropole und einige archäologische Funde zeugen heute noch von ihrem etruskischen Ursprung. Später befand sie sich eine Zeit lang unter römischer Verwaltung und wurde dann nacheinander von den Byzantinern, Goten und Langobarden besetzt, bis sie schließlich dem Kirchenstaat untergeordnet wurde.
Die Küche
Wie in ganz Umbrien beherrscht auch in Terni der schwarze Trüffel die traditionelle Küche. Weitere regionale Köstlichkeiten sind die Palombacce (Wildtauben), die Tauben am Spieß, der Capocollo (Schweinswurst), das Kräuteromelette und der Lammbraten. Unbedingt probieren sollte man die Ciriole alla Ternana, handgemachte Spaghetti mit Knoblauch, Olivenöl und Peperoncino, die in der Gegend um Spoleto und Nanri auch als Strangozzi bekannt sind. Typische Süßspeisen sind das Pampepato, Pampolenta oder Amorpolenta.
Einen hervorragenden Ruf haben die DOC-Weine der Colli Amerini. Das Gebiet um Terni ist bekannt für seine Faraona alla Leccarda (Perlhuhn am Spieß gebraten).
Die Feste
Am Abend des 30. Aprils füllt das Fest von Cantamaggio die Stadt mit bunten Farben und Klängen: durch die Straßen ziehen beleuchtete und geschmückte Wagen aus denen traditionelle Melodien ertönen. Eine andere tolle Veranstaltung ist die Festa delle Acque (Sonnwendfeier), die zwischen Ende Juni und Anfang Juli stattfindet: Boote fahren nachts auf den See, begleitet von einem großen Feuerwerk und Theateraufführungen. In Narni findet die Corsa all’Anello (Ringlauf) statt, mit bis in das 14. Jahrhundert zurückreichenden Wurzeln.