RagusaCamarina.
Camarina wurde als eine Subkolonie von Syrakus im
Jahre 589 v. Chr. gegründet und war zusammen
mit Akrai und Kasmenai einer der wichtigsten Orte
des aufstrebenden Syrakus. Er geriet in Streit mit
dem Mutterland und machte sich selbständig, doch
im Jahre 553 v. Chr. wurde er von Syrakus zerstört.
Der Tyrann von Gela, Hippokrates, baute ihn wieder
auf, er wurde aber von Gelon erneut zerstört
und anschließend wieder aufgebaut. Als der Peleponnesische
Krieg ausbrach, nahm Camarina eine pro-attische, gegen
Syrakus gerichtete Haltung ein, bis es sich 413 wieder
mit Syrakus verbündete. Im Jahre 405 wurde Camarina
von den Karthagern besetzt, anschließend zerstört
und kurz darauf von Timoleon von Syrakus etwa im Jahre
339 v. Chr. wieder aufgebaut.
Nach der Niederlage von Agathokles kam die Stadt zu
dem Machtbereich Karthagos, wurde danach jedoch von
den Truppen Agatokles' und den Mamertinern geplündert.
Die Römer zerstörten die Stadt 258 v. Chr.,
woraufhin sie nicht wieder aufgebaut wurde.
Die ersten Ausgrabungen wurden Anfang des 20. Ths.
vom Archäologen Paolo Orsi geleitet, anschließend
1958 wieder aufgenommen, wobei ein Großteil
der städtischen Strukturen, die Nekropolen und
eine Reihe äußerst wertvoller Fundstücke
ans Licht gebracht wurden.
Sehenswertes.
Die Stadt erstreckte sich über drei Hügel,
von denen einer, der sogenannte Camarata-Hügel,
den antiken Namen beibehalten hat. Sie war von einer
mächtigen Stadtmauer umgeben. Diese stammt etwa
aus dem 6. Th. v. Chr., einige Teile aus dem 5. und
4. Th. v. Chr., sie ist 7 km lang und aus zerkleinertem,
verputztem Material erbaut.
Der Grundriß der Stadt aus der Zeit von Timoleon
ist völlig regelmäßig: sie hat drei
Nord-Süd-Achsen, die von recht- eckig auf ihnen
stehenden Querachsen gekreuzt werden. Auf diese Art
entstehen gleichmäßige, viereckige Blöcke,
die durch einen Durchgang voneinander abgetrennt sind.
Innerhalb der Stadtmauer ist ein der Göttin Athene
geweihtes Heiligtum, das sich an der Stelle befindet,
wo vormals wahrscheinlich die Agora war. Es handelt
sich hierbei um ein Megaron (Wohnhaus) aus dem 5.
Jh. v. Chr., das mit isodomen Blöcken in Antis
(Stirnseite) und Adyton (Allerheiligstes) erbaut ist.
Außerhalb der Stadtmauer wurde an dem Ort Rifriscolaro
das der Demeter geweihte Heiligtum entdeckt.
Nördlich der Stadt wurde eine Feuerstelle gefunden
und nicht weit davon entfernt ein Viertel mit Tongefäßen
und Vasen aus dem 5. und 4. Jh. v. Chr. Eine Skulptur
mit Inschrift in archaischem Griechisch, der "Krieger
von Castiglione" wurde 1999 in dem gleichnamigen
Gebiet zwischen Camarina und Ragusa gefunden.
Die bei den Ausgrabungen gemachten Funde sind im Regionalmuseum
für Archäologie von Camarina vor Ort untergebracht:
hier sind zahlreiche korinthische, ionische und antike
Keramikarbeiten, die ein Beweis für die Wichtigkeit
Camarinas sind, das ein bedeutendes Handelszentrum
des Mittelmeerraumes war.