PalermoUstica.
Ustica ist 1500 v. Chr. bewohnt und die Kultur der
Insel kann dem Bereich der Milazzo-Kultur zugeordnet
werden, die sehr viel Ähnlichkeit mit der der
Äolischen Inseln aufweist.
Zahlreiche Überreste und archäologische
Funde aus jüngster Zeit beweisen das Vorhandensein
von antiken Siedlungen. Besonders interessant sind
die in der Nähe der Faraglioni
und beim Omo Morto gemachten Funde aus prähistorischer
Zeit.
Das Faraglioni-Dorf das aus zahlreichen
nebeneinanderstehenden Hütten besteht und die
Omo Morto-Siedlung aus dem 3. Jh. v. Chr. sind die
überzeugendsten Beweise für das tatsächliche
Vorhandensein dieser Kulturen.
Die unruhige Geschichte und die dramatischen Begebenheiten,
in die ihre Bewohner verstrickt waren, hängen
eng mit der Falconiera-Festung und den zwei Wehrtürmen,
die Santa Maria und Spalmatore-Turm heißen,
zusammen.
Sie wurden von den Bourbonen errichtet, um die Insel
gegen Korsaren und Piraten zu verteidigen. Morde und
Deportationen ließen die Inselbevölkerung
oft um ihre Lieben trauern.
Die günstige Lage Usticas im südlichen Tyrrhenischen
Meer auf der Route nach Afrika, die Nähe zur
sizilianischen Küste und dem bedeutenden Hafen
von Palermo, zu dem mehrmals täglich eine Schiffsverbindung
besteht, haben bewirkt, daß sich seit vielen
Jahren wegen der Schönheit der Landschaft, des
milden Klimas, der unberührten Natur, der herrlichen
Ruhe, der Freundlichkeit der Inselbewohner und der
ausgezeichneten komfortablen Unterbringungsmöglichkeiten,
eine Vielzahl von Touristen aus Italien und dem Ausland
entschließen, ihren Urlaub auf diesem herrlichen
Fleckchen Erde zu verbringen.
Es gibt zahlreiche, zauberhafte Grotten, die sich
um die ganze Insel herum in den Felsen befinden.
Bekannt sind vor allem die Grotta Stizzana oder Grotta
Azzurra (Blaue Grotte), die Grotta di Blasi oder Grotta
delle Barche (Schiffsgrotte), die Grotta Segreta oder
Grotta Verde (Geheime Grotte oder Grüne Grotte)
und die Grotta del Tuono (Donnergrotte), die wegen
ihrer einzigartigen Formen, der Lichtreflexe, der
Farben des Wassers und der Wände, die je nach
Lichtverhältnissen von Indigoblau zu Smaragdgrün
reichen, den Besucher der Insel ganz besonders beeindrucken.
Auf dem unebenen Meeresgrund sind
ebenfalls viele Höhlen und Sandbänke, eine
reiche Algenvegetation, zu der auch die äußerst
seltene Laminaria-Alge gehört. Diese Umgebung
ist der ideale Standort für zahlreiche Fischarten
und andere Meerestiere, besonders oft vertreten sind
der Wrackbarsch, die gemeine Brasse, die Zahnbrasse,
die Rotbrasse, die Languste, der Schwertfisch und
der Thunfisch.
Wegen dieser einzigartigen Unterwasserwelt haben der
italienische Staat und die Region Sizilien beschlossen,
dieses Gebiet zu schützen und hier den ersten
Unterwassernaturschutzpark Italiens eingerichtet,
dessen Verwaltung der Gemeinde obliegt. Die Küste und das Meer sind
sicherlich die Anziehungspunkte von Ustica, doch auch
die anderen Aspekte der Insel dürfen nicht unterschätzt
werden.
Interessant ist vor allem das an der Cala Santa Maria,
dem Hafen, gelegene Dorf, das in symmetrischer Form
seit der frühesten Besiedelung der Insel besteht,
die im 18. Jh. stattgefunden hat.
Die Anziehungskraft Usticas ist jedoch zum größten
Teil auf das Meer mit dem unvergleichlich schönen
und reichen Meeresboden und -untergrund zurückzuführen,
da sich für den Unterwassersportler ein seltenes
Schauspiel der Flora und Fauna darbietet.
Wegen dieser Besonderheiten wurde im August 1959 auf
der Insel zum ersten Mal die Internationale Ausstellung
für Unterwassersport organisiert, die jährlich
stattfindet und von Jahr zu Jahr wichtiger und bekannter
wurde, da in den verschiedenen Disziplinen beeindruckende
Leistungen geboten werden. Der begehrte Goldene Dreizack
ist der höchste Preis für den Sieger verschiedender
Disziplinen. 1984 wurde in Ustica die Internationale
Akademie für Unterwasserwissenschaften und -techniken
eingerichtet, der die wichtigsten Kapazitäten
aus diesem Bereich angehören. Die Akademie beschäftigt
sich mit der Forschung, der Lösung von Problemen
und Analysen der verschiedenen Aktivitäten im
Bereich der Unterwasserwelt.