PalermoGangi.
Auf Grund der in der Gegend durchgeführten archäologischen
Ausgrabungsarbeiten sind einige Forscher zu der Überzeugung
gelangt, daß sich vielleicht an dieser Stelle
die alte sikulische Stadt Engyon befunden haben könnte,
während andere glauben, sie habe in der Nähe
von Nicosia gelegen. In dem Gebiet um Gangivecchio
wurden außerdem Gegenstände aus römischer
Zeit und aus dem Mittelalter gefunden.
Das alte Dorf wurde von Friedrich II . 1299 zerstört.
Der neue Ort Gangi entstand im 14. Jh. um das von
dem Stadtherren Francesco Ventimiglia errichtete Kastell.
Sehenswertes. Am historischen Ortseingang befindet ein
runder Sarazenenturm. Von hier aus kommt man über
die ansteigende Via dei Monte Marone in die Ortsmitte.
An der Piazza San Paolo steht die gleichnamige Kirche
aus dem 16. Jh. mit einem reich verzierten Portal.
In der Nähe befindet sich die Abbadia-Kirche
aus dem 18. Jh. Über den Corso Umberto I. kommt
man an der San Giovanni-Kirche und dem Bongiorno Li
Destri-Palast vorbei, der im 18. Jh. erbaut wurde
und in dem heute die Gemeindeämter untergebracht
sind.
Anschließend stößt man auf die Piazza
del Popolo, wo sich das im neugotischen Stil errichtete
Rathaus befindet. Hier steht ebenfalls die Pfarrkirche,
deren Kampanile der mächtige, viereckige Turm
der Ventimiglia ist, in dem die Ventimiglia zuerst
gewohnt haben.
Die aus dem 18. Jh. stammende, dreischiffige Kirche
hat einen Basilika-Grundriß und ist mit Stuckarbeiten
aus dem 18. Jh. geschmückt.
In ihr wird das große Gemälde des Jüngsten
Gerichtes aufbewahrt, eine der besten Arbeiten des
Malers Giuseppe Salerno, der vorallem unter dem Namen
Zoppo di Gangi (der Lahme von Gangi) bekannt ist,
ein Pseudonym, das außerdem auch von seinem
Meister und Freund Gaspare Vazano verwendet wurde.
Sehr schön und ausdrucksvoll sind weiterhin einige
Statuen von Filippo Quattrocchi, einem örtlichen
Bildhauer. Am seIben Platz steht ein Brunnen aus einer
Felsimitation, an dem ein Löwe trinkt. Er wurde
in den dreißiger Jahren errichtet und sollte
den Sieg des Faschismus überdie Mafia symbolisieren.
Von der Piazza del Popolo kommt man in den Corso Fedele
Vitale und zur San Cataldo-Kirche aus dem 16. Jh.,
die am Ende des 19. Jhs. restauriert wurde.
In der SS. Salvatore-Kirche ist ein schönes Kruzifix
des Frà Umile da Petralia aufbewahrt und ein
Gemälde mit dem Falle Christi unter dem Kreuz,
das dem Lahmen von Gangi zugeschrieben wird.
Wenn man über die Via del Castello zum alten
Kastell aufsteigt, kann man die Reste des Herrschaftssitzes
der Ventimiglia sehen, der sich heute in Privatbesitz
befindet.
Ein Flügel des Gebäudes wurde abgerissen
und an seiner Stelle hat man eine große Wasserzisterne
erbaut. Neben dem Kastell ist die einschiffige Bergkirche.
Einst war sie die Schloßkapelle und im 16. Jh.
wurde sie der Compagnia dei Bianchi übereignet.
Von hier aus erreicht man die Cosma e Damiano-Kirche
mit dem dazugehörigen Kolleg aus dem 16. Jh.
und die aus dem 15. Jh. stammende Santa Maria della
Catena-Kirche, an deren Fassade sich ein schönes
geschnitztes Portal befindet.
Wenn man den Ort in Richtung Gangivecchio verläßt,
kommt man zur Santo Spirito Wallfahrtskirche, der
Hlg. Geist gilt auch als der Schutzheilige der Stadt.