PalermoCastelbuono.
Das Gebiet war ursprünglich von den Sikanern
bewohnt. In byzantinischer Zeit entstand der Ort Ypsigro
(kühler Ort), der dann in der Normannenzeit zum
Feudalbesitz der Geraci kam.
1316 erbaute Francesco I. Ventimiglia das Kastell
auf dem San Pietro Hügel, wohin er dann auch
seine Residenz verlegte. Das Dorf wuchs um das Kastell
herum und erhielt seinen Namen.
Sehenswertes. Am Hauptplatz, der heutigen Piazza Margherita,
steht die Alte Pfarrkirche, die der SS. Maria Assunta
geweiht ist und aus dem 14. Jh. stammt. Sie hat einen
eleganten Portikus mit Rundbögen und zwei Marmorportale,
einen interessanten Kampanile mit Biphore und Majolika
im oberen, mit einer Kuppel versehenen Teil. Zu den
drei Schiffen im Inneren wurde im 15. Jh. ein Viertes
hinzugefügt.
Hier befinden sich wertvolle Werke, ein Taufbecken
mit bemalten Türen aus dem 18. Jh. und in der
Sakramentskapelle ein großes Marmorziborium
aus dem 15. Jh., auf dem die Geburt Jesu, die Kreuzigung,
Engel, Apostel usw. dargestellt sind. Die Themen des
Polyptychons des Hauptaltars sind die Gottesmutter
mit dem Kind, die Heiligen, die Verkündigung,
der Ewige Vater und das Ecce Homo und die Apostel.
Bemerkenswert ist auch eine die Madonna degli Angeli
darstellende Statue aus dem 16. Jh., die Antonello
Gagini zugeschrieben wird.
Im ehemaligen Kloster San Francesco ist das Städtische
Museum untergebracht, das dem örtlichen Forscher
Francesco Minà Palumbo gewidmet ist. Hier sind
eine naturwissenschaftliche Sammlung und archäologische
Funde aus der Umgebung ausgestellt.
Von der Piazza Margherita kommt man durch die Via
Sant'Anna zum Kastell, das auf zwei großen Sockeln
erbaut ist. Sein ursprüngliches Aussehen ist
nicht mehr erkennbar, doch noch heute sieht man ihm
trotz der vielen Veränderungen an, daß
es mit seinem viereckigen Grundriß und den Ecktürmen
eine mächtige Festung gewesen sein muß.
Im Inneren befindet sich die in der zweiten Hälfte
des 17. Jhs. erbaute Sant'Anna-Kapelle, die mit Stuckverzierungen
von Giacomo Serpotta völlig ausgekleidet ist.
Am Hauptaltar werden in einer Silberurne die sterblichen
Überreste der Heiligen Anna aufbewahrt.
Wenn man die Via Umberto I. entlanggeht, kommt man
zum Venere Ciprigna-Brunnen aus dem 16. Jh., und von
hier aus kann man zur Neuen Pfarrkirche Maria Vergine
aufsteigen. Sie wurde 1601 gegründet und im 19.
Jh. erheblich umgebaut. Sie hat einen Basilika-Grundriß
und ein prachtvolles Äußeres.
Im Inneren befinden sich einige Werke von Velasquez:
Petrus erhält die Schlüssel, ein bemaltes
Kreuz aus dem 15. Jh., das am Gewölbe des Presbyteriums
hängt, und eine Grabniederlegung von Velasquez
in der Sakristei.
Die eigentlich mittelalterliche San Francesco d'Assisi-Kirche
wurde im 18. Jh. erheblich umgebaut und verändert.
Die Fassade stammt vom Anfang des 20. Jhs.
Im Inneren befindet sich eine Statue der Gottesmutter
mit Kind aus dem Jahre 1528, die Antonello Gagini
zugeschrieben wird. Besonders interessant ist die
Familienkapelle der Ventimiglia: sie ist achteckig
mit geschwungenen Ecksäulen, und in ihr befinden
sich Familiengräber aus dem 16. und 17. Jahrhundert.
In der Sant'Agostino-Martire- Kirche in der Via Mustafa
ist ein schönes Holzkruzifix von Frà Umile
da Petralia aufbewahrt.