PalermoCaccamo.
Die Stadt ist sehr alt, auch wenn ihr Entstehen bis
heute noch nicht geklärt ist. Der Name (caccabe
Pferdekopf) stammt vielleicht von den Karthagern,
die sich nach der im Jahre 480 v. Chr. in Himera (siehe)
erlittenen Niederlage hierher flüchteten. Die
Araber förderten die Entwicklung des Ortes im
9. Jh., und die Normannen machten ihn durch den Bau
des Kastells zu einem ihrer wichtigsten strategischen
Stützpunkte in ganz Sizilien. Er gehörte
dann im 14.Jh.zum Feudalbesitz der Chiaromonte, 1420-1480
zu dem der Cabrera, im 17. Jh. zu dem der Henriquez
und dann zu dem der De Spuches.
Sehenswertes. Das Wahrzeichen Caccamos ist sicherlich das
herrliche Kastell, das sich auf einem steil abfallenden
Felsen befindet. Es wirkt äußerst fest
und kompakt, hat das Aussehen einertypischen Festung
mit Gesimsen, Bastionen und Zinnen.
Es ist auf einem vielleicht vorher schon bestehenden
Gebäude von den Normannen errichtet worden und
erfuhr bereits im 14. Jh. unter der Herrschaft der
Chiaromonte erhebliche Veränderungen. Diesen
folgten viele andere im Laufe der Jahrhunderte. Bereits
die Fenster und die Balkone sind Zeugnisse der verschiedenen
historischen und kulturellen Schichten.
In diesem Kastell wurde 1160 die Verschwörung
von Matteo Bonello gegen Wilhelm den Bösen angestiftet.
Am Hauptplatz befinden sich die Pfarrkirche, das Oratorium
mit schönen barocken Stuckverzierungen (die leider
wegen der hohen Feuchtigkeit in sehr schlechtem Zustand
sind), die Purgatorio-Kirche und das Pfandhaus.
Die aus der Normannenzeit (1090) stammende Pfarrkirche
San Giorgio, wurde im 15. und 17.Jh. umgebaut und
verändert.
Die Fassade von 1660 ist wegen ihrer plastischen Verzierung
und des von Gaspare Guercio stammenden Reliefs vom
Heiligen Georg bemerkenswert.
Der mächtige Kampanile wurde auf den Überresten
eines Chiaromonte-Turmes errichtet. Im dreischiffigen
Inneren der Kirche befinden sich ein bemaltes Kreuz
aus dem 15. Jh., ein Taufbecken von Domenico Gagini,
die Sakramentskapelle mit buntem Marmor und angeblich
von Vito d' Anna stammenden Gemälden: ein Gemälde
der Jungfrau Maria mit den Heiligen wird Pietro Novelli
zugeschriben. Hingegen stammt von Stomer (der mit
Matthias Stom, 1641 , signiert) das grose Gemälde
Wunder des Wassers des Hlg. Isidor Agricola.
In der mittelalterlichen SS. Annunziata-Kirche kann
man die geschnitzte Kanzel, die Stuckverzierung des
Presbyteriums von Procopio Serpotta und Bartolomeo
Sanseverino sowie die Verkündigung von Borremans
(1715) bewundern.
In der Nähe liegt die San Benedetto della Badia-Kirche
mit einem wunderschönen Majolika-Boden aus dem
18. Jh., der Nicolò Sarzana zugeschrieben wird,
und einem beeindruckenden barocken Gitter für
die Klausur.