VercelliVercelli.
Rosetta, Ara, Ferraris, Piola… Fußballfans
ist bekannt, dass einige der besten italienischen
Torschützen aus Vercelli stammen oder hier
ausgebildet worden sind, um dann in den großen
Mannschaften zu Ruhm zu gelangen. Der Slogan "eine
Stadt, eine Mannschaft" gilt besonders für
Vercelli. Hier gab es 1913 die Erste Internationale
Sportausstellung und Vercelli ist heute der Standort
eines der wichtigsten Sportmuseen Italiens.
Ein großes als Reisanbaugebiet
genutztes Gelände bietet zu allen Jahreszeiten
reizvolle Anblicke; besonders im Frühling,
wenn sich die Ebene als weitläufiges aus kleinen
Wasserspiegeln zusammengesetztes Schachbrett darstellt,
das hier und dort von Pappeln oder Bauernhöfen
begrenzt wird. Die wichtigste Stadt dieser Gegend
ist Vercelli, ein Zentrum mit wichtiger landwirtschaftlicher
Tradition aber auch in Geschichte und Kultur tief
verwurzelt. Das Wahrzeichen der Stadt ist die monumentale
Abteikirche des Heiligen Andreas. Sie gilt als ein
wichtiges Exemplar der Kombination von gotischen
und romanischen Bauelementen. Im Innern kann man
ein wertvolles holzgeschnitztes Chorgestühl
und den Kapitelsaal bewundern, der nicht nur zu
den schönsten in ganz Italien zählt, sondern
auch die Stätte eines wichtigen historischen
Ereignisses nämlich des im Jahre 1310 im Beisein
von Kaiser Heinrich, dem VII. unterzeichneten Friedensschlusses
zwischen Welfen und Gibellinen war. Ein Kleinod
dieser Stadt ist auch die Kapitelbibliothek, in
der das Vercelli Book aufbewahrt wird. Dabei handelt
es sich um eine der wertvollsten Handschriften der
Welt, die aus dem zehnten Jahrhundert stammt und
in altenglisch verfasst ist. Erwähnung verdient
auch die Kathedrale von Sankt Eusebius, in der das
größte der vier aus der Ottozeit stammenden
noch vorhandenen Kruzifixe, gefertigt aus Gold-
und Silberlaminat, zu sehen ist. Dann gibt es noch
das Museum Borgogna, die zweitwichtigste Pinakothek
Piemonts mit einer Gemäldesammlung, die italienische
und ausländische Meister vom Mittelalter bis
ins zwanzigste Jahrhundert umfasst. In der eleganten
Altstadt kann man eindrucksvolle Paläste, die
einst wichtigen Familien von Vercelli gehörten,
bewundern, während sich das alte Rathaus und
der eindrucksvolle Gemeindeturm aus dem zwölften
Jahrhundert am Platz von Palazzo Vecchio (Alter
Palast), der auch den Namen “Fischplatz”
trägt, befindet. Aber das Herz der Stadt ist
der Cavour-Platz mit seinem mittelalterlichen Torbogen,
der sowohl für ein Stelldichein zum Aperitif
als auch für den Wochenmarkt den idealen Rahmen
abgibt. Die Liebhaber von feinem Backwerk lassen
sich auf jeden Fall von den “Bicciolani”
verführen, typische Kekse aus Vercelli, zubereitet
aus Mürbeteig, verfeinert mit einer Kräutermischung,
bei der man schnell den Zimt herausschmeckt.