NovaraNovara.
Wegen seiner geographischen Lage war Novara immer
schon eine Stadt mit Weichen- oder Brückencharakter
zwischen den Städten Turin und Mailand. Wichtig
ist Novara wegen seiner Chemieindustrie, hauptsächlich
der Produktion von Oxiden und Mineralglas und der
Forschung über neue Materialien und der pharmazeutischen
Forschung und ist außerdem Sitz eines der
größten italienischen multimedialen Verlagshäusern,
der Firma DeAgostini. Als Universitätsstadt
vereint Novara gute Lebensqualität mit intensivem
kulturellen Angebot, das seinen Höhepunkt im
Festival geistlicher Musik erfährt, dessen
Klänge man unter der Kuppel des Antonelli der
Basilika des Heiligen Gaudentius zu hören bekommt.
Wer nach Novara reist, kann den
üblichen Verkehrsstress der Innenstädte
vergessen. Aus jedem zum Gesamtbild der Stadt beitragenden
Detail scheint hervorzugehen, dass die Novareser
ihre Stadt schon immer an ihren Bedürfnissen
auszurichten wussten. Am besten entdeckt man Novara,
wenn man durch seine gepflasterten Gässchen
streift, einen Einkaufsbummel in den eleganten Geschäften
unter den Arkaden aus dem 19. Jahrhundert macht,
oder in einem der traditionsreichen Cafés
einen Aperitif zu sich nimmt. Novara sollte langsam
entdeckt werden, mit der gebührenden Aufmerksamkeit
gegenüber einer Atmosphäre, in der Vergangenes
lebt, die aber gleichzeitig der Zukunft zugewandt
ist. Und es gibt noch eine andere Weise, die Stadt
aus der Nähe kennenzulernen: mit dem Fahrrad.
Dank der zahlreichen Radwege können alle bedeutenden
Punkte der Stadt erreicht werden, wobei man sich
entlang der mit Bäumen bepflanzten Befestigungsanlagen
bewegt, oder den großen Park der Allea durchfährt.
Wer sich in der Umgebung der Stadt umsehen will,
kann mit etwas Glück in einem Wald oder einem
Reisfeld Reiher und andere Wasservögel beobachten,
die im "Parco degli Aironi" (Reiherpark)
ein ideales Habitat gefunden haben.
Auch auf Grund seiner geographischen Lage ist Novara
eine zukunftszugewandte Stadt. Es liegt ca. 100
km von Turin, weniger als 50 km von Mailand, und
zum Flughafen Malpensa benötigt man eine halbe
Stunde im Auto. Novara ist ein Knotenpunkt der Hauptverkehrswege
von Nordeuropa zum Mittelmeer und liegt gleichzeitig
am Beginn der Fernverbindungen in Richtung Osteuropa.
Nicht zufälligerweise ist Novara Sitz eines
der größten geographischen Verlage der
Welt, De Agostini. Die Physiognomie der zukünftigen
Stadt zeichnet sich in der Entwicklung des Strassen-und
Eisenbahnnetzes ab, die dazu beiträgt, Novara
als internationalen Verkehrsknotenpunkt auszubauen.
Vor allem aber bietet die Stadt ihrer Jugend eine
Zukunft, seitdem Novara mit der Gründung der
nach dem Mathematiker Amedeo Avogadro genannten
Universitaet, Universitätsstadt geworden ist.
Novara, Provinzhauptstadt des östlichen Piemont,
ist eine Stadt, die man langsam entdecken sollte,
zu Fuß oder mit dem Rad – ohne dabei
einige Sehenswürdigkeiten auszulassen: das
achteckige Taufbecken aus frühchristlicher
Zeit, den "Broletto", ein einen großen
Innenhof umschließender Gebäudekomplex
aus dem Mittelalter (im Palazzo Paratici, dem ehemaligen
Sitz der Handwerkerinnung, befindet sich das Museum
Raccolte in Palazzo Broletto – Fundstücke
aus dem Palazzo Broletto -), die zwischen 1577 und
1690 nach Plänen Pellegrino Tibaldis erbaute
Basilica di San Gaudenzio. Ihre majestätische
Kuppel wurde von 1844 bis 1888 von Alessandro Antonelli
errichtet, dem Erbauer der Mole Antonelliana in
Turin. Wer Gaumenfreuden liebt, kann die Novareser
Plätzchen (biscottini di Novara) probieren,
die nach einem alten Rezept zubereitet werden, das
gegen Ende des 16. Jahrhunderts in den Nonnenklöstern
der Stadt entstand. Eine raffinierte Leckerei, der
auch Gabriele D’Annunzio nicht abgeneigt war.