Marken.
(italienisch Marche), eine der 20 Regionen Italiens,
auf der Ostseite an der Küste des Adriatischen Meeres gelegen; nördlich davon liegt die Region Emilia-Romagna, südlich die Region Abruzzen und
westlich die Region Umbrien. Die Region umfasst die
Provinzen Pesaro und Urbino, Ancona, Fermo, Macerata und Ascoli Piceno, die alle nach ihren wichtigsten
Städten benannt sind. Hauptstadt der Region ist
Ancona, ein wichtiges Handelszentrum und bedeutender
Hafen. Die Marken sind morphologisch in drei Bereiche
gegliedert, die östliche Abdachung der Apenninen,
einen hügeligen, parallel zur Küste verlaufenden
Teil und die schmale Küstenebene, die sich am
Adriatischen Meer entlangzieht. Die Wirtschaft der
Region ist von der Landwirtschaft geprägt; es
werden Weizen, Mais und Obst, darunter Trauben für
die Weinerzeugung, angebaut. In den höher gelegenen
Teilen herrscht Weidewirtschaft vor, im Küstengebiet
ist der Fischfang der bedeutendste Erwerbszweig. Zu
den wichtigen Industriezweigen zählen die Papierindustrie
und die Textilindustrie mit der Herstellung von Seidenwaren.
Die Küstenorte sowie die in den Hügeln gelegene
Stadt Urbino bilden die Hauptanziehungspunkte für
Touristen, die diese relativ ruhige Region weitaus
weniger stark als etwa das benachbarte Emilia-Romagna frequentieren. Die Fläche der Marken beträgt
9 694 Quadratkilometer.
Der höchste Punkt der Marken ist der Monte Vettore
in den Sibillinischen Bergen mit einer Höhe von
2476m.
Die eigentliche Küste hat kilometerlange Sandstrände,
ist aber, abgesehen von der Conero-Halbinsel (einem
großen Kalksteinfelsen), praktisch ganz flach.
Im 3. Jahrhundert v. Chr. fielen die Marken unter
die Herrschaft Roms. Im 8. Jahrhundert n. Chr. gelangte
das Gebiet im Zug der Pippinschen Schenkung in den
Besitz des Kirchenstaates, dem es bis auf kürzere
Unterbrechungen bis ins Jahr 1860 angehörte.
Im folgenden Jahr wurde die Provinz Teil des neu
entstandenen Königreiches Italien.
Anfahrt
mit dem Auto. Einzige durchgehende Schenllstrasse ist die Küstenautobahn
A 14. Nach Ascoli Piceno führt ein schneller Autobahnzubringer,
ein weiterer in die Nähe von Urbino. Wenige Staatsstrassen
und viele kurvige Provinzsträsschen ergänzen das
dünne Netz.
Anfahrt
mit der Bahn.
Die FS-Küstenlinie von Bologna über Ancona nach
Bari ist die zentrale Achse. Ausser einer weiteren Linie
von Ancona nach Rom gibt es noch eine Stichbahn von San
Benedetto del Tronto hinauf nach Ascoli Piceno. (www.bahn.de),
(www.trenitalia.com)
Anfahrt
mit dem Flugzeug.
Die Marken haben einen regionalen Flughafen, Ancona - Falconara
(www.ancona-airport.com).
Von Deutschland aus wird er angeflogen von Alitalia und
von Lufthansa/Air Dolomiti.
Direktflüge gibt es zur Zeit nur von München
mit Air Dolomiti/Lufthansa. Es bestehen aber von allen anderen
deutschen Flughäfen gute Lufthansa-Verbindungen nach
München.
Wenn Sie Alitalia wählen, können Sie nicht direkt
nach Ancona fliegen; Sie müssen in Mailand oder Rom
umsteigen. Fragen Sie in ihrem Reisebüro nach den genauen
Konditionen. Die Preise sind je nach Saison sehr unterschiedlich.
Im Sommer (Mitte Mai-Anfang Oktober) besteht die Möglichkeit
eines Direktfluges von Deutschland nach Rimini (1 Autostunde
von Ancona) mit Condor und LTU. Genauere Infos dazu in Ihrem
Reisebüro.
Bologna (2-3 Autostunden von Ancona) wird von vielen Fluggesellschaften
angeflogen. Das Angebot wird ständig erweitert.
Strandleben.
Die Marken haben 180 km Adriaküste. Wenn Sie also ein,
zwei Wochen am Meer verbringen wollen, so finden Sie unzählige
einladende Badeörtchen. Grob gesagt gibt es in den
Marken zwei Arten von Badeorten: Die größeren
lebhaften Zentren mit ausgeprägtem Nachtleben, vielen
ausländischen Touristen und einer Strandpromenade,wo
die Hotels dicht an dicht stehen. Typische Beispiele dafür
sind Gabicce Mare, Pesaro, Senigallia und San Benedetto
del Tronto.
Dann sind da noch die vielen kleineren Badeorte mit weniger
spektakulären Stränden. Hier gibt es als Unterkunftsmöglichkeit
eher das Ferienhaus oder -appartement als das Hotel. In
der kurzen Sommersaison ist hier fast alles voll von italienischen
Familien, oft Marchigiani aus dem Hinterland, die jedes
Jahr hierherfahren. Man hört die Erwachsenen oft seufzen,
sie kämen ja nur der Kinder wegen, aber in Wirklichkeit
lieben sie diese Art von Urlaub über alles. Und es
gibt ja auch noch das Mobiltelefon, damit können sie
so tun, als seien sie eigentlich im Büro.
Ein paar Badeorte fallen weder in die eine noch in die
andere Kategorie, und zwar die kleinen Orte am Fuße
des Monte Conero. Hier gibt es kleine Felsbuchten und weiße
Kreideklippen, eine Besonderheit, die man an der Adriaküste von Triest im Norden bis zum Gargano, Italiens Stiefelsporn im Süden, fast nirgends findet.
Alle Badeorte haben nur eine ganz kurze Saison. Eigentlich
sind sie nur von Mitte Juli bis zur dritten Augustwoche
bevölkert.
Kommen Sie Mitte Juni oder gleich Ende August/Anfang September,
dann finden Sie reichlich Platz und das Wetter spielt meistens
auch gut mit. Die meisten Orte machen regelrecht dicht von
Mitte September bis Mitte Mai.
In jedem Ort finden Sie zwar ein, zwei öffentliche
Strände (spiaggia libera), an denen man unentgeltlich
baden kann, diese befinden sich aber oft am unattraktivsten
Ende und sind nicht so sauber, wie man es sich wünscht.
Außerdem, wenn Sie echtes italienisches Strandleben
erfahren wollen, suchen Sie sich einen der vielen Strandabschnitte
aus, Sie wissen schon, wo die Sonnenschirme und Liegestühle
in langen Reihen stehen; dort kommen Sie gegen eine - meistens
gar nicht so hohe - Gebühr, in den Genuß aller
Strandannehmlichkeiten. Und hier erleben Sie die Italiener einmal privat und ganz aus der Nähe.
Wenn Sie Gast in einem der Küstenhotels sind, ist
die freie Benutzung eines der konzessionierten Strandabschnitte
oft schon im Hotelpreis enthalten.
Wo auch immer in den Marken Sie sich befinden, das Apenninengebirge
ist niemals weit. Es bildet die westliche Grenze der Region
und bietet einige der landschaftlich schönsten Ecken.
Hier gibt es eine der faszinierendsten Tierwelt Italiens.
Weite Landstriche sind mittlerweile zu Naturparks erklärt
worden.
Der größte davon ist der Parco Naturale dei
Monti Sibillini. Er zieht sich über 4o km Bergspitzen
nach Westen Richtung Umbrien. Seinen Namen verdankt das
Gebirge der Legende, daß eine der Sibyllen sich hier
auf dem Monte Sibilla, als sie aus der Unterwelt vertrieben
wurde, in einer Höhle versteckte.
Der höchste Berg ist der Monte Vettore (2476m) in
der Mitte des Parks. Die riesigen Felswände und -spitzen
an seiner Ostseite, die so unheimliche Namen tragen wie
Pizzo del Diavolo (Teufelsbart) und Gola dell' Infernaccio
(Höllenschlund), stehen den Dolomiten in ihrer Dramatik
in nichts nach.
Die größte Besonderheit der Gegend ist jedoch
die riesige Hochebene Piano Grande im Westen.
Im Mai/Juni verwandelt sich dieses ausgedehnte, baumlose
8 km lange und 5 km breite Plateau in einen Teppich aus
Wildblumen, Mohn, wilden Tulpen, Kornblumen und wilden Alpenblumen,
wie z. B. carex buxbaumii.
Auch die Berge, die die Hochebene umgeben, sind ein botanisches
Paradies. Alpenedelweiß (Leontopodion nivale), Fingerkraut
und wilde Lilien sind nur einige der Pflanzen, die hier
wachsen.
Auch viele Vogelarten sind hier vertreten: Bussarde, Turmfalken,
Sperber, die seltenen Steinadler, Wanderfalken, seltene
Rebhuhn- und Eulenarten. Die Toricchio Riserva Naturale
gleich nördlich vom Naturpark Monti Sibillini ist ein
kleines rund 300 Hektar umfassendes Reservat des World Wildlife
Fund. Das Val di Tazza im Zentrum dieses Gebiets ist eine
schmale Schlucht, gebildet von den Abhängen des Monte
Torriccio (1444m) und des Monte Fema (1575m). Dieses Gebiet
ist besonders reich an Blumen, weiße Asphodelus, Orchideen,
wilde Erdbeeren, Alpenveilchen, die wiederum interessante
Schmetterlingsarten anlocken, darunter den seltenen, vom
Aussterben bedrohten Maculinea alcon, den einige Naturforscher
für eine eigene Art halten. An größeren
Tieren findet man unter anderem Wildkatzen, Dachse, Eichhörnchen
und gelegentlich einen Wolf.
Der Monte Conero, gleich südlich von Ancona, der sich
spektakulär bis auf die Höhe von 550m aus dem
Meer erhebt, bildet die einzig wirklich zerklüftete
Küste der Marken. Durch seine Lage auf halber Höhe
der italienischen Küstenlinie ist er ein wichtiger
Treffpunkt für viele Arten nord- und südeuropäischer
maritimer Flora, darunter Raritäten wie Bellevalia
dubia, Fumana arabica und Aspodeline liburnica. Der Naturpark
beherbergt über 1000 Sorten wilder Pflanzen und ist
überaus reich an Vogelarten. Und wem das noch nicht
reicht, die Ausblicke aufs Meer sind atemberaubend.
Im Hinterland gibt es ein weiteres Naturreservat in der
Nähe der Zisterzienserabtei Fiastra, wo man Rotwild,
Marder, Sperber, Waldkauz, Wiedehopf und Grünspecht
findet.
Der Gola della Rossa-Frasassi Regionalpark in der Gegend
von Genga ist eine Kette von hochaufragenden Kalksteinschluchten,
die die felsige Wohnstätte bieten für Steinadler,
Wanderfalken und andere Raubvögel. Die Höhlen
von Frasassi, die mitten in diesem Gebiet liegen, sind das
längste und auch eines der interessantesten Höhlensysteme Italiens. Die Haupthöhle ist 240m hoch und groß
genug, daß darin ganz bequem der Mailänder Dom
Platz finden kann.
Unterhalb der Gipfel des Monte Catria und des Monte Nerone
gewährt der Bosco Tecchie Park in der Nähe von
Cantiano vielen wild lebenden Tierarten Schutzraum, darunter
Rotwild, Wildschwein, Stachelschwein, Wolf, Bussard und
Specht.
Die schroffen Kalksteinfelsen der östlich gelegenen
Furloschlucht beherbergen eine Familie von Steinadlern.
In den Nordmarken leben in den Buchenwäldern von Pianacquadio
im Sasso Limone und Simoncello Naturpark u. a. Rotwild,
Fuchs, Dachs, Marder, Reiher und Weihe.
Der Colle San Bartolo Naturpark in der Nähe von Gabbice
an der Küste der Nordmarken bietet geführte Wanderungen
durch das Marschland an, wo Silbermöwen, Mittelmeermöwen
und Kormorane überwintern.
Die
traditionelle Küche der Marken.
Die marchigianische Küche ist fest verwurzelt in der
bäuerlichen Tradition und bisher immun gegen tiefgefrorene
bastoncini di pesce (Fischstäbchen). Hier regiert die
häusliche Küche über die professionelle,
und selbst die feinsten Restaurants legen Wert darauf, Gerichte
anzubieten alla nonna, auf Großmutterart.
Erstklassige, frische Zutaten und ein Minimum an dekorativem
Drumherum, das kennzeichnet die marchigianische Küche.
Da aber die Gerichte ganz nach Tradition und nur mit heimischen
Zutaten zubereitet werden, hat jede Gegend ihre jeweils
eigene Küche.
Ausgiebig wird Gebrauch gemacht von allem, was Feld, Wald
und Wiesen zu bieten haben; Pilze, Wild, Nüsse, Wildkräuter
und - der größte kulinarische Schatz der Gegend
- Trüffel.
Man versucht, möglichst alles zu verwerten. So sind
denn einige der bekanntesten Gerichte entstanden, indem
man etwa altes Brot aufbrauchen wollte, oder die weniger
attraktiven Teile eines geschlachteten Schweins nicht einfach
wegwerfen wollte. Daher ist es nicht verwunderlich, daß
man bei den Marchigiani privat oft besser ißt als
in den Restaurants. Seit jedoch Touristen auch in die kleineren
Orte vorgedrungen sind, hat sich das Niveau der örtlichen
Restaurants merklich verbessert und dazu geführt, daß
längst vergessene traditionelle Gerichte wieder neu
entdeckt wurden.
Die alten Bezeichnungen ristorante, trattoria und osteria
sind in den letzten Jahren fast austauschbar geworden. Viele
der feinsten und teuersten Restaurants nennen sich osterie
und legen ihren ganzen Stolz in die kreative Neuinterpretation
traditioneller Gerichte. Viele Restaurants sind dagegen
gleichzeitig Pizzerien; beachten Sie bitte, daß man
pizza gewöhnlich nur abends bekommt, wenn das Holzofenfeuer
brennt.
Ein ristorante hat im Allgemeinen eine geschriebene Speisekarte
und ein größeres Weinangebot. In trattorie, besonders
auf dem Land, kommt oft der Besitzer an den Tisch und rattert
in hohem Tempo die Speisekarte herunter. Wenn er dann Ihre
hilflosen Blicke sieht, wird oft von irgendwo hinten aus
der Küche ein Familienmitglied geholt, um Hilfe zu
leisten mit ein paar Brocken Englisch, Französisch
oder auch Deutsch. Manchmal war der Besitzer selbst früher
als Gastarbeiter in Deutschland oder in der Schweiz und
freut sich, Ihnen zu zeigen, daß er noch ein paar
Sätze behalten hat.
Oft ist man versucht, Gerichte zubestellen, die man vom
Namen her schon vom Italiener zu Hause kennt, und verpaßt
dadurch häufig die wirklich guten Dinge des Hauses.
Wenn Sie im Sommer oder im Frühherbst reisen, achten
Sie auf Plakate, die auf die lokale "sagra" hinweisen,
ein Fest rund um die kulinarische Spezialität eines
Ortes. Dort können Sie diese Besonderheit auf jede
erdenkliche Art zubereitet probieren. Einige der eigenartigsten
sagre finden Sie im Veranstaltungskalender von Marche Voyager.
Essen
- Worauf Sie achten sollten.
Die Marchigiani essen mehr Fleisch als andere Italiener.
In vielen ländlichen Gegenden heißt ins Restaurant
gehen nichts anderes als riesige Mengen von auf Holzkohle
gegrilltem Fleisch - grigliata mista di carne - zu verputzen.
Sie können aber jederzeit an die Adriaküste ausweichen,
wo man mit den besten Fisch von ganz Italien bekommt. Drucken
Sie sich unsere Übersetzung der Speisekarte aus, so
wird das Bestellen ganz einfach.
Als antipasto sind geräucherter Schinken und lonza
(rohes gesalzenes Schweinefilet) unübertroffen.Wenn
Sie irgendwo ciauscolo sehen (eine weiche geräucherte
Schweinesalami), probieren Sie sie unbedingt. Der klassische
primo ist ein gut gefüllter Teller tagliatelle mit
sugo, normalerweise eine Fleischsoße. Ein ganz spezielles
Pastagericht der Gegend ist vincisgrassi, eine üppige
Lasagne ohne die sonst üblichen Tomaten.
Urbino ist bekannt für seine passatelli, eine Art
Fadennudeln aus Brotkrumen, Parmesankäse und Ei, die
in Brühe gekocht werden.
Abgesehen von dem überall angebotenen Fleisch alla
brace, vom Holzkohlengrill, sind leckere gefüllte Tauben
(piccione ripieno) und gekochtes Kaninchen mit Fenchel (coniglio
in porchetta) eine marchigianische Spezialität. In
einigen Gegenden schleichen sich auch gedünstete Schnecken
auf die Speisekarte.
Wenn Sie an der Küste sind, zumal in der Nähe
von Ancona, müssen Sie unbedingt brodetto probieren,
eine Art Fischsuppe, die mit 13 verschiedenen Fischsorten
zubereitet wird, keine mehr, keine weniger.
Immer gut sind spaghetti vongole (dünne Spaghetti
mit Babymuscheln) oder spaghetti allo scoglio „on
the rocks", mit verschiedenen Meeresfrüchten.
In den Nordmarken ißt man gern piadina, ein flacher
Teigfladen ohne Hefe, gefüllt mit Salami, Schinken,
Käse, gekochtem Spinat etc. Halten Sie danach Ausschau
in den kleinen Snackbars an der Straße.
Der pecorino-Käse aus Schafsmilch schmeckt in den
Marken hervorragend. Man ißt ihn am besten im Frühling
mit ganz jungen, rohen Saubohnen (fave). Fragen Sie auch
nach dem formaggio di fossa, einem würzigen Käse,
der in Kalksteinhöhlen eingemauert wird und dort heranreift.