Lago d'OrtaWestufer.
Ein kleiner, aber dennoch lohnensder Ort am Westufer des Orta-Sees ist z.B. Pella. Im Ortsteil Prorio, der Pella vorgelagert ist, befindet sich auf einem Wiesenhang eine barocke Friedhofskirche mit weitläufiger Ummauerung und schönen, freskierten Kreuzwegkapellen. Der Platz dieses Bauensembles stammt noch aus dem Mittelalter: darauf weist u. a. ein freistehender Glockenturm hin. Die Stadt wurde erstmals in Karten ab 1039 erwähnt. Sie stand bis zum Jahr 1767 unter der Herrschaft der Bischöfe und war schon ab dem 10. Jahrhundert Bischofssitz - zusammen mit den Ortschaften Orta und Gozzano. Der Ortskern von Pella weist noch Spuren aus früherer Zeit auf, in der dieser Ort unter allen anderen Ortschaften rings um den Lago d’Orta als Protagonist auftrat: der Turm auf der Piazza Motto, Zeichen einer mittelalterlichen Befestigungsanlage, ist dafür nur ein Beispiel.
Eine Schenkung an die Kanoniker der Isola di San Giulio aus dem Jahre 1039 ist die Kirche San Filiberto – ohne Zweifel eine der ältesten der gesamten Insel. Von der romanischen Anlage sind lediglich der Campanile mit seinem quadratischen Grundriss und einem Dach aus schwarzem Beola-Gneis erhalten geblieben. Die Kirche wurde jedoch im 16. Jahrhundert restauriert und baulich verändert. Ringsum steht eine Reihe von Kreuzwegkapellen, die im 17. Jahrhundert errichtet wurden und zur besonders besinnlichen Atmosphäre des Ortes beitragen. Im Inneren, das die Form eines griechischen Kreuzes hat, ist ein großer Gemäldezyklus von Lorenzo Peracino zu besichtigen. Auf dem Hochaltar ist das prächtige Gemälde zu bewundern, das Fermo Stella da Caravaggio, ein Schüler von Gaudenzio Ferrari, gemalt hat und das die Kreuzabnahme Christi zeigt.
In der Nähe Wallfahrtskirche Madonna del Sasso
Kurz vor Pella zweigt eine Straße ab, die einen Berg hinauf führt. Sie erreicht in einer Höhe von 638 Metern einen vor allem kunsthistorisch relevanten Ort: die auf dem Gipfel eines sehr steil abstürzenden Granitfelsen errichtete Wallfahrtskirche Madonna del Sasso, eine der spektakulärsten heiligen Stätten im Cusio - und im gesamten Bereich zwischen Novarese und Verbano Cusio Ossola. Sie wurde zwischen 1730 und 1748 auf dem über den See überhängenden Granitfelsvorsprung errichtet und erhebt sich auf den Überresten einer spätmittelalterlichen Kapelle, um deren Ursprung sich verschiedene Legenden ranken. Die Barockkirche des Santuario della Madonna del Sasso in Form eines griechischen Kreuzes, die im Jahr 1748 vollendet wurde, ist mit opulenten Stuckaturen und Fresken ausgestaltet. In ihr ist eine Pietà aus dem 16. Jh. von Fermo Stella sowie ein Holzkruzifix aus dem 17. Jh. zu besichtigen. Von hier oben hat man einen wundervollen Rundblick über die umgebende Landschaft, auf den See sowie auf den gut sichtbaren Berg Mottarone.