Valli
Trebbia und AntolaFascia.
Dies ist die höchstgelegenste Gemeinde Liguriens,
der Ort liegt auf 1118 Metern im oberen Trebbiatal.
Die "Fascia" ist die typische ligurische
Stufenterrasse, die sich hier mit Weiden und Buchen-
sowie Kastanienwäldern abwechselt bis hinauf
zu einer Höhe von 887 Metern in Cassingheno
und in Richtung der Gipfel des Carmo und des Antola
bis auf eine Höhe von 907 Metern in Carpeneto.
Auch der Passo del Romano mit seiner Paßhöhe
von 1407 Metern auf der Wasserscheide zwischen den
beiden Bergmassiven gehört noch zur Gemeinde
Fascia. Gleich unter der Paßhöhe befindet
sich die Casa del Romano, eine bewirtschaftete Berghütte
mit Übernachtungsmöglichkeit für
Wanderer. Der Naturpark des Antola und der Höhenwanderweg
der Alta Via dei Monti Liguri bieten eine Vielzahl
von interessanten Wandermöglichkeiten in dieser
sehr schönen Landschaft. Von der Casa del Romano
führt ein Gratwanderweg zum Monte Antola mit
einem Ausblick zum Brugnetosee und auf das Borberatal.
Entlang dieses Wanderweges kann man im Mai eine
herrliche Blüte wilder Narzissen bewundern.
Die Kirche von S. Guglielmo in Fascia stammt aus
dem Jahre 1100 und ist eine der ältesten Kirchen
dieser Gegend, die Kirche S. Michele Arcangelo in
Carpeneto wurde dagegen um das Jahr 1200 errichtet.
Fascia gehörte zuerst zum Kaiserreich und war
danach im Besitz von verschiedenen Familien, wie
den Malaspina, der Doria und dann der Familie der
Fieschi. Bis zum Jahre 1923 gehörte dieses
Gebiet noch zur Provinz von Pavia. Während
des letzten Krieges war hier der Sitz eines Partisanenkommandos
und hier wurden auch die Brigaden "Bisagno"
und "Scrivia" gegründet.
Die Bauern haben hier früher Weidenkörbe
geflochten sowie Körbe zum Schutz der großen
gläsernen Weinballone und es wurden auch kleine
Haushaltsgegenstände hergestellt, eine Tradition,
die jedoch leider etwas verloren ging. Eine junge
und sehr lebendige Tradition ist dagegen die des
"Pai", einem Apfelkuchen, dessen Namen
vom amerikanischen "Apple Pie" abgeleitet
wurde, den einige zurückgekehrte Auswanderer
mit in ihr Heimatdorf gebracht haben. Viele Fasciotti,
die Einwohner von Fascia, vertreten außerdem
die Meinung, daß ihr Dorf die wahre Heimat
der Ravioli sei, eine immer noch offene Grundsatzfrage.
Sicher ist jedoch, daß die Ravioli von Fascia
zu den besten in der ganzen Region Ligurien gehören.