Imperia
und DianeseVilla
Faraldi.
Villa Faraldi war ein Lehen der Grafen von Clavesana
und gehörte ab dem 13. Jahrhundert zu Genua.
Der Ort ist heute eine kleine Häusergruppe
aus Stein, die von einem Labyrinth enger Gassen,
den sogenannten Carruggi durchzogen ist und die
mit ihren Bögen und Durchgängen den ganzen
Ort noch eindrucksvoller erscheinen lassen. Die
Hügel, wie im überall im Dianatal, sind
reich an Olivenhainen und den "Caselle",
den alten Schutzhütten der Hirten. Auf dem
Vorplatz der Kirche San Lorenzo (von hier aus hat
man einen weiten Rundblick durch das ganze Tal)
wird jedes Jahr im Juli eine bedeutende Musik- und
Theaterveranstaltung durchgeführt. Die dreischiffige
Kirche aus dem Mittelalter wurde im 16. Jahrhundert
erweitert und mit weißen Säulen, Stuck
und Ornamenten geschmückt. Die Fassade im neoklassizistischen
Stil ist ein Werk von Angelo Ardissone.
Im Innern befindet sich ein Grabstein mit einer
der ältesten romanischen Inschriften, die jemals
in Ligurien gefunden wurde sowie ein Polyptychon
mit einer Darstellung des Martyriums des San Sebastiano.
Um das Polyptychon von Pancalino (1578) zu bewundern,
muß man die Kirche San Bernardo in Deglio
besuchen. Anschließend kann man den Kunstrundgang
in der Kirche della Trasfigurazione in Riva fortführen,
hier steht eine sehr schöne Gruppenskulptur
aus Holz. Außerhalb von Villa Faraldi kann
man hoch oben auf einem Felsen einen alten Pfeiler
mit einem charakteristischen weißen Farbton
und einer besonderen dreieckigen Form erkennen.
Dies ist ein Votivpfeiler, von denen es hier in
dieser Landschaft mehrere gibt, ein Zeugnis der
tiefen Religiosität der Bevölkerung, mit
dem an besondere Ereignisse erinnert wird und gleichzeitig
ein Wegweiser für die Saumpfade, die noch bis
vor weniger als hundert Jahren die einzigen Verbindungswege
zwischen den Orten darstellten. Bei einem Spaziergang
von Villa Faraldi über Molini und Riva Faraldi
erreicht man eine alte römische Brücke
und die alte Ölmühle von Caviglia mit
einem noch funktionierendem Wasserrad sowie die
alte Ölmühle a "Sangue" (die
von Zugtieren gezogen wurde) in Tovo.