BormideBardineto.
Die über 2.500 Hektar große Hochebene,
die das obere Bormidatal nach Süden hin abschließt,
war bereits in prähistorischer Epoche bewohnt
und wurde später von den Ligurern Epanteri,
den Rivalen der Ingauni besiedelt, die sich jedoch
beide gegen die Karthager und die Römer verbündeten.
Die Mönche von San Pietro in Varatella führten
die Eisenbearbeitung von der Insel Elba ein und
es entstanden entlang des Bormida eine ganze Reihe
von Eisenhütten, von denen eine sogar noch
heute in Betrieb ist. Im Jahre 1795 war Bardineto
Schauplatz einer blutigen Schlacht zwischen den
Franzosen und den Österreichern sowie den Sarden.
San Nicolò wurde auf den Resten der antiken
Kirche von San Giovanni Battista erbaut, die von
den Langobarden im Jahre 645 zerstört wurde.
Eine weitere Kirche ist dem Verkünder gewidmet
und wurde im Jahre 1720 als Sitz der Pfarrei eingeweiht.
Die Buranco von Bardineto mit ihrem zwei Kilometer
langem Höhlensystem ist die größte
Höhle der achtzig bekannten Höhlen des
Bormidatals. Auf mehreren Ebenen gibt es hier Wege
mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden, einen unterirdischen
Fluß, in dem ein seltene Höhlenmolchart
vorkommt, die nur in Italien lebt.
Die Wälder, die 85% des Gemeindegebietes bedecken,
wurden bereits im Mittelalter genutzt. Die Eichen,
Nußbäume, Kastanien, Buchen, Nadelbäume
und Birken wurden als Bauholz und für die Herstellung
von Holzkohle benutzt. Aber Bardineto ist auch für
seine Pilze berühmt, denn jedes Jahr wird hier
das Fest des "Fungo d'oro", des goldenen
Pilzes veranstaltet, und die Trattorie lassen sich
immer neue Rezepte einfallen, damit die feinen Röhrlinge
und Kaiserlinge schmackhaft zubereitet werden können.
Das Fest des Schutzheiligen San Rocco wird von den
Einwohnern des ganzen Ortes gefeiert, die auch sehr
lange Anreisen auf sich nehmen, um an der Prozession
und dem Fest auf der Piazza teilzunehmen und dabei
die "Polenta bianca", ein typisches lokales
Gericht auf der Basis von Kartoffeln, zu genießen.
Die Wanderwege führen zum Bric Pagliarina (von
hier hat man die schönste Aussicht auf das
Hochplateau), auf den Monte Carmo und weitere Berge
jenseits der Gemeindegreunzen wie den Colle del
Melogno (über den Wald von Barbottina zu erreichen)
und die Rocca Barbena.