Kalabrien.
Den herrlichen Bronzestatuen von Riace (eine dieser
Statuen wird Phidias, dem großen griechischen
Bildhauer aus dem 5. Jahrhundert v.Chr., zugeschrieben),
die nach ihrer Freilegung seit Anfang der 80er Jahre
im Nationalmuseum der Magna Graecia in Reggio Calabria
ausgestellt sind, ist es zu verdanken, daß jährlich
Tausende von Besuchern nach Kalabrien reisen. Für
viele ist diese Region mit ihrem weiten, herrlichen
Meer, der üppigen, zum Teil noch wilden Natur,
den zahlreichen Architektur- und Kunstwerken eine
wirkliche Überraschung. Einmaliges, faszinierendes
Kalabrien der tausend Facetten. Von besonderer Schönheit
ist beispielsweiseder Codex Purpureus, ein griechisches
Evangeliar aus dem 6. Jahrhundert, das im Diözesanmuseumvon
Rossano aufbewahrt wird. Dieses seltene Exemplar liturgischer
Buchmalerei ist mit silbernen Buchstaben verziert
und mit herrlichen Figuren und religösen Szenen
ausgeschmückt. Wer die malerische Küste
von Tropea am Tyrrhenischen Meer (Kalabrien hat auch
eine Küste zum Ionischen Meer) nicht kennt, wird
mit Sicherheit beeindruckt sein. Aber, wie wir wissen,
nehmen die Überraschungen in Kalabrien kein Ende.
Lage. Kalabrien (ital.: Calabria) ist die südlichste Region
Italiens, die auf dem Festland liegt. Bildlich gesprochen
nimmt sie die Stiefelspitze der italienischen Halbinsel ein.
Kalabrien grenzt im Norden an Basilicata, im Westen an das
Tyrrhenische Meer und im Osten an das Ionische Meer. Die Straße
von Messina trennt Kalabrien von der Insel Sizilien.
Kalabrien hat eine Fläche
von 15.080 km² und 2.050.000 Einwohner.
Anfahrt.
Wenngleich Kalabrien im äußersten Süden
der Apenninenhalbinsel liegt, ist die Region über ein
gut ausgebautes Autobahnnetz bequem zu erreichen.
Bahnreisende finden von allen großen deutschen Bahnhöfen
Zugverbindungen nach Kalabrien. Neben den Chartergesellschaften
wird
Kalabrien auch von Alitalia über Mailand und Rom angeflogen.
Zudem bietet Condor Flüge nach Kalabrienn an. Seit Dezember
2004 fliegt JetX ab Hamburg und Berlin über Bologna
nach Reggio Calabria.
Zahlreiche namhafte deutsche Reiseveranstalter bieten Urlaubsmöglichkeiten
in Kalabrien an, darunter u.a. TUI, Dertour, Thomas Cook,
Studiosus, Wolters, Interhome und natürlich FTI als
Kalabrienspezialist, der seine Gäste 2005 in 20 Direktflügen
von Deutschland, Österreich und der Schweiz durch die
Carrier Germania und Austrian Airlines nach Lamezia Terme
bringt.
Wassersportler finden hier ein wahres Paradies. Klares
Wasser zweier Meere erlaubt erlebnisreiche Tauchgänge
und Skipper erwarten bei konstanten Winden abwechslungsreiche
Törns mit stetig wechselnden Impressionen. Eine Herausforderung
der besonderen Art stellt die Umschiffung der Stiefelspitze
dar. Mit knapp zweitausend Liegeplätzen ist Kalabrien gut für Freizeitkapitäne gerüstet. Aber auch
im Hinterland finden sportlich Ambitionierte jede Menge
Möglichkeiten, sich den unterschiedlichsten Herausforderungen
zu stellen.
Gelegenheit zum Canyoning bietet der Raganello im Pollino-Massiv,
der sich über 13 Kilometer durch einen Canyon zieht.
Im Nationalpark Pollino macht der Lao ganzjährig jedem
Alpenfluss Konkurrenz und fordert zu Rafting-Touren oder
Kajakfahrten geradezu heraus.
Auch Skifahren ist in Kalabrien vor allem in der Hochebene der Sila möglich. Neben Skipisten gibt es auch viele
Kilometer Loipen für den Langlauf, und Bobpisten und
Eislaufbahnen runden das Angebot für Wintersportler
ab. Dass Kalabrien dank seiner drei Nationalparks und den
Naturschutzgebieten zudem ein faszinierendes Gebiet für
ausgedehnte Wanderungen, Trekkingtouren und Ausflüge
hoch zu Ross ist, versteht sich von selbst.
Bauwerke in einem homogenen Stil fehlen in Kalabrien weitgehend.
Grund dafür ist der häufige Wechsel der herrschenden
Mächte. Römer, Byzantiner, Normannen und die
spanischen Bourbonen erweiterten bestehende Bauten und
hinterließen so eindrucksreiche Zeugnisse ihrer
Kulturen. Zeugnisse der Antike sind in nicht nur zahlreichen
Ausgrabungsstätten zu finden. Auch das Archäologische
Museum in Reggio Calabria zeigt mit den Kriegern von Riace
zwei Bronzeskulpturen, die die Bedeutung der Region in
der Antike bezeugen. Aus der Zeit der byzantinischen Herrschaft
sind einige intakte Kirchen erhalten. Im 11. Jahrhundert
brachten die Normannen die Romanik aus der Normandie,