Italien
besteht zum großen Teil aus der Italienischen Halbinsel.
Die Form des Landes gleicht der eines Stiefels. Die Längenausdehnung
von Norden nach Süden beträgt etwa 1 000 km,
die maximale Breitenausdehnung am Alpenbogen etwa 250
km. Die breiteste Stelle der Halbinsel misst etwa 240
km. Die Alpen im nördlichen Teil des Landes erstrecken
sich in einem weiten Bogen von Ventimiglia im Westen bis
Görz (Gorizia) im Osten. Zwischen den Alpen und den
Apenninen liegt die breite Poebene. Der nördliche
Abschnitt der Apenninen zieht sich entlang des Golfes
von Genua bis ungefähr auf die Höhe des Tiber.
Die zentralen Apenninen bestehen aus mehreren Teilgebirgen.
Die südlichen Apenninen erstrecken sich südöstlich
des Sangro-Tales bis zur Küste am Golf von Tarent.
Die Apenninen bilden die Wasserscheide der Italienischen
Halbinsel.
Nur etwa ein Drittel der Gesamtfläche Italiens
wird von Ebenen eingenommen. Die größte ist
die Poebene. An der Flachküste der Adria erstrecken
sich weite Sandstrände. Dieser seichte Meeresabschnitt
ist bis auf die Region Venedig kaum schiffbar. Der zentrale
Abschnitt der Westküste ist durch Moorgebiete geprägt,
die Campagna di Roma, die Pontinischen Sümpfe und
die Maremma.
Die Westküste Italiens
ist stark gegliedert und reich an Buchten und Golfe. Die
Kliff- und Gebirgsküste bietet eine Vielzahl an natürlichen
Häfen und Ankerplätzen. Im Nordwesten befindet
sich der Golf von Genua, mit der Hafen- und Handelsstadt
Genua. Neapel, das ebenfalls einen großen Hafen
besitzt, liegt am Rada di Napoli, der von dem Vulkan Vesuv
überragt wird. Weiter südlich, am Golf von Salerno,
befindet sich die Hafenstadt Salerno. Am Südostende
der italienischen Halbinsel liegt der Golf von Tarent,
der den “Stiefelabsatz” (das antike Calabria)
von der “Stiefelspitze” (dem heutigen Kalabrien)
trennt. Die Apenninen, die durch die Straße von
Messina unterbrochen werden, finden ihre Fortsetzung auf
der Insel Sizilien, die vom Ätna (3 340 m) überragt
wird. Zu den weiteren aktiven Vulkanen gehört der
Stromboli auf der gleichnamigen Liparischen Insel, nordwestlich
der Straße von Messina. Italien
besitzt zahlreiche Flüsse, der Po und die Etsch sind
jedoch die bedeutendsten. Der Po verläuft in östlicher
Richtung etwa 652 km weit und mündet in das Adriatische
Meer. Der Po ist größtenteils schiffbar und
bildet zusammen mit seinen Nebenflüssen ein etwa
965 km langes Netz von Wasserwegen im Binnenland. Die
Etsch, deren Flusslauf bedeutend kürzer ist, tritt
von der österreichischen Provinz Tirol nach Italien
ein und mündet ebenfalls in das Adriatische Meer.
Die Flussbetten von Po und Etsch flachen durch Gesteinsablagerungen
aus dem Gebirge allmählich zu Schwemmlandebenen ab.
Die seichten Flüsse der italienischen Halbinsel trocknen
häufig während der heißen Sommermonate aus
und sind für die Industrie und als Wasserstraßen
nur von geringer Bedeutung. Die wichtigsten Flüsse
des italienischen Stiefels sind der Arno und der Tiber.
Der Arno entspringt in den Apenninen und fließt in
westlicher Richtung etwa 241 km weit durch ein landwirtschaftlich
stark genutztes Tal. Er durchquert die Städte Florenz
und Pisa. Der Tiber, dessen Quellgebiet nicht weit vom Ursprungsgebiet
des Arno entfernt ist, fließt durch die Stadt Rom.
Italien
verfügt über zahlreiche ausgedehnte und pittoreske
Seen, von denen viele malerisch von Bergen umrahmt und
von Urlaubsorten umsäumt sind. Zu den wichtigsten
Seen Norditaliens zählen der Gardasee,
der Lago
Maggiore, der Comer
See, Iseo
See und der Luganer See. Die Seen auf der italienischen
Halbinsel sind beträchtlich kleiner und umfassen
unter anderem den Trasimeno, den Bolsenasee und den Braccianosee.