Bei Irrigationen und Spülungen werden Mineralwasser
oder auch Thermalgase in direkten Kontakt mit den Schleimhäuten
gebracht (Schleimhäute des Rektums, der Vagina, des
Rachen- und Nasenbereichs).
Das zu diesem Zweck benutzte Thermalwasser wird in „Irrigatoren“
genannte Behälter gefüllt und auf die für
die verschiedenen Anwendungen gewünschte Temperatur
und Konsistenz gebracht. Eventuell werden Medikamente dazu
gegeben.
Das Wasser wird über Sonden in Kontakt mit den zu
behandelnden Schleimhäuten gebracht: Durchströmung
der Schleimhäute, Tropfbad (zur adäquaten Absorbierung
des Thermalwassers), Innenspülung mit mikronisierter
Dusche, besonders bei Trommelfellentzündungen.
Die Irrigationsmethode hat sich aufgrund der reinigenden
und aseptischen Wirkung des verwendeten Wassers besonders
bei der Behandlung von Entzündungen der weiblichen
Genitalien bewährt.
Die Anwendung von salz-brom-jodhaltigem Wasser wirkt auf
die Regulierung der Funktionen der Eierstöcke und des
Menstruationszyklus.
Irrigationen des Hals-Nasen-Ohrenbereichs erlauben die
Behandlung eines breiten Spektrums von Erkrankungen und
die Einführung von mikronisierten Nasenduschen gestattet
einen hohen Grad von Penetration des verwendeten Wassers
und einen Fortschritt bei der Behandlung vieler Erkrankungen
der Nasen- und Rachenschleimhäute. Das Thermalwasser
wird vernebelt und mittels spezieller Geräte mit den
Nasenlöchern in Kontakt gebracht.
Zahnfleisch- und Mundhöhlenirrigationen haben einen
zweifellos positiven Nebeneffekt bei der Behandlung der
Paradontose (Pathologie des Zahnfleischgewebes). Die Irrigation
stimuliert sowohl den Blut- als auch den Lymphkreislauf
des Gewebes und trägt zu einer Regression der Entzündungsprozesse
bei.
Irrigationsmethoden werden bei der Behandlung von Darmleiden
eingesetzt: Die wichtigsten Behandlungsarten dabei sind:
Rektaldusche, Proktoklyse und Mikroklisma. Je nach chemischer
Zusammensetzung des Wassers können verschiedene chronische
Darmbeschwerden behandelt und Verstopfungszustände
normalisiert werden.