Ein wahres Eldorado für Wassersportler sind die zahlreichen
kleinen und großen Inseln des italienischen Stiefels.
Wer schon einmal vor der Kulisse des griechischen Theaters
in Taormina gesegelt, im klaren Wasser des Meeresnationalparks
des toskanischen Archipels getaucht ist und sich von den
Wellen vor Sardiniens Küste übers Meer hat tragen
lassen, der wird dies nicht so schnell vergessen. Jede Insel
hat ihren ganz besonderen Reiz. Lassen Sie sich von der
italienischen Inselwelt verzaubern!
Sizilien, die größte Insel
im Mittelmeer, fasziniert nicht nur mit seinem Jahrtausende
alten kulturellen Erbe, seinen prächtigen Bauten und
seiner mediterranen Naturlandschaft, sondern auch mit einer
rund 1000 Kilometer langen Küste, an der alle erdenklichen
Wassersportarten angeboten werden. Ein Segeltörn mit
Blick auf den Ätna und vorbei an Küstenorten wie
Cefalù, Syrakus oder Agrigent,
die Strand und Kultur verbinden, ist ein einzigartiges Erlebnis.
In den Porti Turistici stehen Sportbooten knapp 10.000 Liegeplätze
zur Verfügung. Tauchbasen bieten Exkursionen in die
faszinierende Unterwasserwelt, die von vier Meeresparks
geschützt wird. Die beiden ADAC-Stützpunkte auf
Sizilien sind die Marina di Villa Igea und die Marina Arenella
bei Palermo.
Auch die zweitgrößte italienische InselSardinienist in puncto Küste, Wasser und Strand ein Paradies
für alle, die das Meer lieben. Das türkisblaue
Wasser hat hier eine für Europa selten gute Qualität,
so dass sich eine farbenfrohe Meeresflora und - fauna erhalten
haben, die Schnorchler und Taucher in ihren Bann ziehen.
Freizeitkapitäne finden hier mehr als 17.000 Liegeplätze.
Der ADAC hat auf Sardinien vier Stützpunkte eingerichtet:
die Marina di Portisco bei Olbia, die Marina
Su Portu Teulada in Teulada, die Marina
di Baunei e Santa Maria Navarrese bei Nuoro
und die Marina dell’Orso di Poltu Quatu im renommierten
Porto Cervo. Meeresschutz wird hier groß
geschrieben, wie beispielsweise der Meeresnationalpark La
Maddalena bezeugt. Geübte Segler lassen sich im Norden
der Insel am Maddalena Archipel vom Mistral über die
Wellen treiben, um sich anschließend in den exklusiven
Häfen von Porto Rotondo oder Porto
Cervo an der Costa Smeralda verwöhnen
zu lassen. Hier liegen wohl die größten Yachten
vor Anker, weshalb sich für Nautiker schon deshalb
ein Besuch lohnt. Auch Surfer lieben den starken Wind und
starten beispielsweise von der Costa Paradiso,
die ihren Namen nicht umsonst verdient. Weniger nobel aber
keineswegs weniger schön geht es in den Marinas entlang
der Küste bis nach Cagliari zu. In
den vielen vom Land unzugänglichen Buchten bleiben
Segler unter sich und nicht selten findet man einen Strand
ganz für sich allein.
Größter Meeresnationalpark Europas ist der toskanische
Archipel mit den Inseln Elba, Giglio, Giannutri,
Montecristo, Pianosa, Capraia und Gorgona. Das
rund 30.000 Quadratkilometer große Gebiet erhielt
1998 mit Unterstützung der italienischen Regierung,
der Region Toskana und der Europäischen Union den Status
eines Meeresnationalparks und bietet eine einmalige Meeresflora
und -fauna mit unzähligen bunten Fischschwärmen.
Segler geraten bei einem Törn zwischen den Inseln ins
Schwärmen, und Taucher erzählen sich vor allem
auf Giglio von ihren spannendsten Begegnungen
unter Wasser.
Bei Römern gelten die Pontinischen Inseln
schon lange als ideales Ziel für unbeschwerte Tage
am, im und auf dem Wasser. Zu der nur 18 Seemeilen vor der
Küste Latiums im Golf von Gaeta gelegenen Inselgruppe
gehören Ponza, Palmarola, Zannone, Ventotene,
Santo Stefano und die kleinen Inseln Gavi
und La Botte, die mit ihren rauen Felsen
und den dicht gedrängten bunten Häusern ein Blickfang
für Segler sind. Taucher können sich hier im Steilwandtauchen
üben.
Ischia, Capri und Procida
heißen die weltbekannten Inseln im Golf von Neapel.
Die drei Schwestern könnten unterschiedlicher nicht
sein. Das mondäne Capri, das für sein Thermalwasser
bekannte Ischia und das beschauliche Procida versprechen
jede für sich unvergessliche Tage am Meer. Die Marina
von Capri und die Marina von Procida sind die beiden ADAC-Stützpunkte
in Kampanien.
Die Insel Ustica, nördlich vor Sizilien gelegen, hat sich bei Tauchern einen Namen gemacht. Die
ehemalige Gefangeneninsel hat sich der Natur- und Meeresforschung
verschrieben und wartet mit vielen interessanten Spots auf.
Die ebenfalls nördlich vor Sizilien liegenden Liparischen
oder Äolischen Inseln sind für Segler ein Hot-Spot.
Die unterschiedlichen Landschaften von Lipari, Vulcano,
Salina, Panarea, Filicudi und Alicudi
und das gewaltige Naturschauspiel der aktiven Vulkaninsel
Stromboli sind Eindrücke, die ihresgleichen
suchen. Auch die Ägadischen Inseln
mit Favignana, Levanzo und Marettimo
liegen vor der sizilianischen Küste westlich im Meer.
Bedeutung hat die Hauptinsel Favignana vor allem wegen ihres
Thunfischfangs erlangt. Das glasklare Wasser bietet Tauchern
ausgezeichnete Sichtverhältnisse, und die zahlreichen
Grotten warten darauf entdeckt zu werden. Berühmtheit
erlangten die Grotte Bue Marino auf Favignana, in der lange
Zeit Mittelmeermönchsrobben lebten und die Grotte del
Genovese auf Levanzo wegen ihrer prähistorischen Wandmalereien.
Die südlichsten Punkte auf der italienischen Seekarte
sind die Pelagischen Inseln, Lampione, Linosa und
Lampedusa wobei letztere nur rund 180 Kilometer
von der tunesischen Küste entfernt liegt. Besonders
unter Tauchern gilt Lampedusa wegen des hellen Kalkgesteins,
der intakten Unterwasserwelt, ihrer Ursprünglichkeit
sowie der Gastfreundschaft der Insulaner als Geheimtipp.
Auch die Insel Pantelleria liegt südwestlich
von Sizilien und gilt unter Tauchern als Hot-Spot.
Nur 22 Kilometer vor der Gargano-Halbinsel Apuliens ragen
die Tremiti Inseln aus dem Meer. Sie liegen
größtenteils innerhalb eines maritimen Naturschutzparks
und werden wegen ihrer Schönheit „Perlen der
Adria“ genannt. Besonders Segler und Surfer kommen
hier durch die steife Brise auf ihre Kosten, aber auch Taucher
finden ihre Tauchgründe an den steil ins Meer abfallenden
Felsen und in den zahlreichen Meeresgrotten.