Laaser
Marmor.
Wenn man im Vinschgau Laas sagt, denkt man an Marmor.
In Wirklichkeit heißen die höchst gelegenen
Brüche Göflaner Brüche und liegen somit
auf Schlanderser Gemeindegebiet. Aber seit alters
her wird das „Weiße Gold“ nach Laas
transportiert, dort unter freiem Himmel gelagert und
auch industriell verarbeitet.
Wann der Abbau genau begonnen hat
weiß heute niemand mehr. Aber wahrscheinlich
haben diese weißen Steine die Menschen seit
jeher fasziniert.Wahrscheinlich wurden anfänglich
einzelne Blöcke (Findlinge) gesammelt, die von
Lawinen und Bächen zu Tal getragen wurden.Wir
wissen, dass der 1992 gefundene und im Altar der Kirche
Unsere Frau am Kofl in Latsch eingearbeitete Menhir
über 5000 Jahre alt ist.
Auf dem Menhir sind Werkzeuge und Gegensände
eingeritzt, wie sich auch Ötzi mit sich trug,
der im Jahr zuvor am Similaun gefunden wurde. Eine
urkundliche Erwähnung des Laaser Marmors finden
wir in einem Dokument des 8. Jahrhunderts, in dem
die Verwendung des Marmors für die Grabplatte
des Bischofs Viktor von Chur belegt ist.
Betrachtet man die im ganzen Tal
verstreuten Kirchen, Burgen, Schlösser und Ansitze
genau, so wird man immer wieder zahlreiche Bau und
Zierelemente aus Marmor finden. In Laas sind jedenfalls
sogar die Gehsteige mit Marmor gepflastert…