Vicenza.
Die Geschichte und Traditionen des Landes lassen sich hautnah an seinem künstlerischen Erbe und seinen stimmungsvollen Landschaften erleben. Zwischen Bergen und Ebenen, mit idyllischen Wegen entlang der Wasserläufe und von wunderbaren Villen durchzogen, präsentiert sich die Provinz Vicenza in einem ganz besonderen Flair.
Von Nord nach Süd: Ein Reiseweg durch Natur und Kunst
Von einer Vielzahl von Flüssen durchlaufen - die wichtigsten sind Brenta, Astico, Chiampo, Assa und Battiglione – erstreckt sich die Provinz in einem anfangs vorwiegenden Berggebiet, das im Süden in eine weite Ebene überläuft.
Die Hochebene der sieben Gemeinden. Eine mögliche Reiseroute zu den Kunst- und Naturschätzen der Provinz könnte in der Hochebene von Asiago beginnen. Von diesem einzigartigen Gebiet, in dem jede Sportart ausgeübt werden kann und in dem sich die mächtige Festung Corbin (Forte Corbin) und gleich fünf englische Friedhöfe befinden, gelangt man in seine sieben Gemeinden: Asiago, mit seiner imposanten Gedenkstätte Leiten, die den Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg gewidmet ist, und dem bekannten Observatorium; Roana, ein Winterskiort mit Kriegsmuseen und zimbrischer Tradition; Rotzo, mittelalterlicher Ort aus dem 9. Jahrhundert; Gallio und Foza, hinter dem Berg Ortigara gelegen, der durch seine atemberaubende Naturlandschaft und den zahlreichen Flora- und Faunarten begeistert; Enego, ein wichtiger Touristenort in Richtung Valsugana; und schließlich Lusiana, mit der Nachbildung einer prähistorischen Siedlung im Corgnongebirge. Andere vorgeschichtliche Spuren befinden sich im nahegelegenen Val D’Assa.
Der Bassanese und der Monte Grappa. Begibt man sich Richtung Südosten, trifft man auf den Monte Grappa und das Bassanese-Gebiet, das sich an den Ufern des Brenta ausbreitet. Seine Zuflüsse wurden nicht nur als Transportwege, sondern auch als Energiequellen für die Mühlen, Sägewerke und Spinnereien genutzt, was die Entwicklung dieser Produktionszweige vorantrieb.
Die Täler des Alto Vicentino und die Umgebung von Vicenza. Weiter Richtung Süden, kommt man zuerst in die Täler des Alto Vicentino, die nicht nur eine wunderschöne Landschaft, sondern auch mächtige Festungen aus dem Ersten Weltkrieg und Spuren der wichtigen Textilindustrie offenbaren. In der Umgebung von Vicenza liegen idyllische Ortschaften und geschmackvolle Villen. Zu den Kunstschätzen dieser Gegend zählen die romanische Kirche Sant’Agostino aus dem 14. Jh., die mit vielen Fresken geschmückt ist und die prachtvollen Villen, die das ganze Gebiet von Vicenza durchkämmen.
Der Basso Vicentino: die Ebene und die Berici-Hügel. Lässt man den Hauptort hinter sich, gelangt man in die weite Ebene, die von den sanften Berici-Hügel durchzogen ist. Auch dieses Gebiet beherbergt zahlreiche antike Ortschaften und prächtige Villen, wie die Villa Da Schio im Zentrum von Costozza und Villa Saraceno, eines der zahlreichen Werke von Palladio im Zentrum von Agugliaro. In idyllischer Naturlandschaft, in einem Becken zwischen Barbarano und Vicenza, erstrahlt der Fimon-See. Sehenswert sind zudem die Weinstraße entlang der Güter des roten Tocai, dem typischen Wein von Vicenza, die Brüche von Lumignano und die in einen Felsen gemeißelte Einsiedelei San Cassiano (7.-8. Jh.).
Die wichtigsten Städte
Eine der bekanntesten Städte der Provinz ist Bassano del Grappa. Wichtigstes Symbol der Stadt ist ihre Brücke über den Brenta. Berühmt ist sie außerdem für die traditionelle und jahrhundertealte Verarbeitung von Wolle, Seide und Keramik. Das beeindruckende Stadtmuseum beherbergt eine wertvolle, archäologische Sammlung und eine umfangreiche Pinakothek. Im Stadtzentrum befindet sich auf dem Hauptplatz die romanisch-gotische Kirche San Francesco aus dem 14. Jahrhundert. Recoaro Terme genießt auf Grund seiner wertvollen Wasser und der alle zwei Jahre stattfindenden „Chiamata di Marzo“ (Winteraustreiben), einem traditionellen Fest nach zimbrischen Brauch, einen internationalen Ruf. Historisch und kulturell sehr interessant sind auch die Städte Schio und Valdagno.
Veranstaltungen, Feste, Enogastronomie und lokale Traditionen
Das Gebiet von Vicenza kann auf eine uralte Weintradition zurückblicken. Die Leidenschaft für eine gute Küche beschränkt sich jedoch nicht nur auf den Weingenuss, sondern kommt auch in den zahlreichen Milch-, Fisch- und Wurstspezialitäten, sowie all den anderen Köstlichkeiten, die das Fluss-, Weide- und Bergland zu bieten hat, voll zum Ausdruck. Bekannt sind u.a. die Käsesorten aus der Hochebene von Asiago, die Spargel und der mit Wacholderbeeren verfeinerte Schinken aus dem Liona-Tal, die Soppressa vicentina (Wurstart) und die Salami mit Eselfleisch, ein typischer Begleiter zu Polenta, Nussbrot und gekochten Kastanien. Das Land bietet aber nicht nur schmackhafte Kastanien, sondern ist auch reich an Pilzen, Kirschbäumen in Marostica und schwarzen Trüffeln auf den Berici-Hügeln oder in der Valle dell’Agno. Zudem gibt es ein reiches Fischvorkommen. Das bekannteste Fischgericht ist der „Baccalà alla vicentina“ (Klippfisch), dem in Sandrigo im September ein Fest gewidmet ist. Aber auch die Forelle aus den malerischen Tälern Astico und Posina sollte man unbedingt ausprobieren. Wer sich den Genüssen der traditionellen Küche hingeben möchte, findet auf der altertümlichen Messe von Soco alles was sein Herz begehrt, angefangen von Brot, speziellen Käsesorten, Wurstwaren bis hin zu traditionellen Süßwaren.