Treviso.
Treviso ist eine ansehnliche Provinz, die vom Fluss Sile und dem unverkennbaren Stil ihrer Villen geprägt ist. Sie bietet eine eindrucksvolle Reise in ein Land zwischen Weinbergen, Wäldern und Flusslandschaften, in dem Natur und Vergangenheit die Menschen eng an ihr Herkunftsland binden.
Die Provinz Treviso wird von zwei wichtigen Flüssen – Piave und Sile – durchzogen und präsentiert sich als ein grünes und strahlendes Land, eingebettet zwischen der Provinz Venedig, mit ihrer Lagune im Südosten, und den Voralpen im Norden. Neben ihrem wichtigen Hauptort, der von den Dichtern als „höfische Stadt“ gepriesen wurde, bietet auch die gesamte Umgebung von Treviso Stadt einen äußerst reizvollen Anblick. Sie wird beherrscht vom Nationalpark am Sile, der sich über die ganze Flusslänge, von dessen fernen Quellen bis hin zur Mündung in Portegrandi, ausbreitet. Die abwechslungsreiche Landschaft um den Fluss vermittelt einen besonderen mystischen Reiz. Über Kilometer hinweg wechseln sich Feucht- und Sumpfgebiete, stark gewundene Abschnitte und Lagunenlandschaften ab. Diese Vielfalt an Landschaften und Ökosystemen bietet den idealen Lebensraum für eine bunte Vogelwelt und für wunderschöne, kleine Naturoasen wie jene von Cervara in der Nähe von Santa Cristina. Der Sile bildet nicht nur den Rahmen zu eindrucksvollen Naturbildern, sondern verbirgt in seinem Inneren auch kleinere, bewohnte Gebiete von großer historischer und kultureller Bedeutung, wie etwa Paese mit seiner spätgotischen Casa Quaglia aus dem 15. Jahrhundert; Roncade mit seiner Schlossvilla Giustinian aus dem 15. Jahrhundert; Monastier di Treviso, mit der ehemaligen Abtei Santa Maria del Pero, einem Benediktinerkloster aus dem 10. Jahrhundert. Vor allem die religiösen Traditionen und die zahlreichen Villen (alte Landhäuser, die später zu prunkvollen Wohnsitzen der Aristokraten wurden) haben über Jahrhunderte hindurch die Geschichte, Kultur und Kunst dieser Provinz geprägt. Die Luft, die man hier einatmet, ist getränkt mit einem ganz besonderen Zauber, der mystische und profane Elemente vereint. Zu den architektonischen Meisterwerken zählen neben den bereits erwähnten historischen Bauten, die aus dem 17. Jh. stammende Villa Albrizzi Franchetti in San Trovaso mit ihrem anliegendem Park von 1873; Villa Dudo-Trevisanato aus dem 18. Jh. mit ihrem Park im englischen Stil; das Schloss, der Dom und das gotische Haus von Giorgione in Castelfranco Veneto sowie der neugotische Dom in Montebelluna.
Die „Marche“ von Treviso
Besichtigt man die Stadt Montebelluna, so befindet man sich in der sogenannten nordwestlichen Mark der Provinz Treviso. Diese geografische Zone ist durch zahlreiche Erhebungen, die langsam in grüne, bebaute Hügel (Wein und Oliven) überwechseln, gekennzeichnet. In diesem Provinzabschnitt befinden sich Asolo (ein wichtiges romanisches Zentrum) und sein mit Oliven- und Zypressenbäumen bedeckter Berg Ricco, sowie die vielen Villen, die die gesamte Landschaft beherrschen (u.a. Villa Rovero aus dem 17. Jh. und Villa Barbaro - heute Villa Volpi - ein herrliches Werk, das 1557 von Palladio errichtet wurde).
In einer weiten Ebene erhebt sich der ganz mit Eichen bedeckte Berg Montello. Er stellt nicht nur ein imposantes Naturwerk dar, sondern ist auch aus geschichtlicher Sicht äußerst interessant. Zwischen den Eichenbäumen werden alte Kriegserinnerungen wachgerufen (wie z.B. auf dem englischen Friedhof von Giavera oder bei der Gedenkstätte in Nervesa della Battaglia), die im Kontrast stehen zu den erhaben Ruinen der Abtei San Eustachio und dem wissenschaftlichen Reiz des naturhistorischen Museums in Villa Ancilotto mit seinen archäologischen und paläontologischen Fundstücken. Die nordwestliche Mark geht schließlich in die nördliche Mark über, die oberhalb der Stadt Vittorio Veneto in die Provinz Belluno reicht. Grenzlinie zwischen den zwei Gebieten bildet der Piave-Fluss, der einen wichtigen Einfluss hatte auf die Geschichte des Ersten Weltkriegs in Italien. Diese Mark ist hauptsächlich für ihre Weinproduktion bekannt. Der Ort Conegliano z.B. zählt zu den wichtigsten Weinbaugebieten Italiens. Zwischen den üppigen Weinbergen, die den bekannten Prosecco hervorbringen, liegen Valdobbiadene mit seinem neugotischem Dom und dem Kirchturm aus dem 18. Jh.; die Fraktion Pianezze, ein Skiort mit Blick auf Piave und den fernen Montello; das Soligo-Tal und Follina mit seiner prächtigen Abtei Santa Maria, die von den Benediktinermönchen gegründet wurde. Die Hochebene, die diese karstige Zone beherrscht, ist der bekannte Consiglio mit seiner ungewöhnlichen, fast rechteckigen Form. In seiner Nähe erstrecken sich Fregona (bekannte Produktionsstätte für Vinsanto und mit einer Villa aus dem 16. Jh.) und die Grotte del Calieron. Die letzte Mark der Provinz liegt im Osten. Die älteste Ortschaft in diesem Gebiet ist Oderzo, die durch den Bau der Via Postumia wichtige Durchzugszone in der Römerzeit wurde. Wie die anderen „Marche“ wird sie von einem Wasserlauf (Fluss Monticano), alten Villen (die neugotische Villa Papadopoli in San Polo di Piave und die Villen Emo Capodilista und Zeno aus dem 16. Jh.) und einer üppigen Vegetation (Weinhügel und Wälder) bestimmt.
Feste und Folklore
Die Provinz Treviso, die tief in ihre Tradition verwurzelt ist, hat einen bunten Veranstaltungskalender zu bieten. Einige Beispiele daraus sind das im Januar stattfindende Radicchiofest in S. Antonio in Miane; ein weiteres Radicchiofest in Castelfranco; die Schau des roten Radiccios in Dosson a Cassier; der Karneval von Mogliano Veneto, Mottenze, Castellano, Trevignano, Roncade, Ordezzo und Giavera del Montello; die Wein- und Grappaverkostung in Vittorio Veneto (in der ersten Maihälfte); die Feier zu Mariä Lichtmess in Tarzo (Februar); der Umzug mit allegorischen Wägen in Sernaglia della Battaglia (Februar); die Prosecco-Schau in Refrontolo (erste Aprilhälfte); das Traubenfest in Farra di Soligo (September); das Traubenfest und die Weinschau in Fonte di Altivole (Mai) und die Spargelverkostung in Morgano (April). Es gibt auch zahlreiche historische Veranstaltungen, wie den Palio dee Batee in Motta di Livenza (Anfang Oktober), ein Bootswettbewerb, ähnlich den Rennen zur Zeit der Serenissima; den Palio del Castel d'amore in Castelfranco Veneto, der mehrere Tage lang dauert und sich aus verschiedenen antiken Wettkämpfen zusammensetzt (September) und der Mittelalter-Tag an der Corte Caminese in Vittorio Veneto (erste Woche im Oktober).