Naturpark von Lessinia.
Ein aufgrund seiner naturwissenschaftlichen, aber
auch der ethnischen und sprachlichen Werte der Zimber
- die ersten Besiedler der Berge von Verona und
Vicenza - komplexer Themenpark.
Ein großes Hochplateau, das
sich von den Abhängen des Etschtals zum Fuße
der Kleinen Dolomiten erstreckt. Dies sind die Berge
Lessini, in denen sich die Wiesen und Weiden mit
dichten Wäldern und tiefen Tälern abwechseln.
In diesem Hochplateau verstreut liegen die von Zimbern
errichteten Architekturen - eine germanische Bevölkerung,
die sich hier im II. Jahrhundert v. Chr. ansiedelte.
Ein Gebiet von über 10.000 Hektar, das seit
1990 mit der Gründung des Regionalen Naturparks
von Lessinia unter Naturschutz steht. Hier gelang
es dem Menschen im Laufe der Jahrtausende stets,
in Einklang mit dieser aus grauer Vorzeit stammenden,
außergewöhnlichen Natur zu leben.
Diese Gegend stellt für die Paläontologie-
und Archäologiefans nun wahrhaftig ein Paradies
dar, wobei die ganze Hochebene mit kostbaren Fossilienvorkommen
übersät ist. Die Berge sind karstigen
Ursprungs und bieten dem Besucher eindrucksvolle
Phänomene wie Dolinen, Grotten, in Felsen gehauene
natürliche Brücken. Die berühmteste
Brücke ist Veja, ein imposantes, etwa 9 Meter
dickes, 50 Meter langes Bauwerk der Natur, unter
dem die ruhigen Gewässer eines Baches fließen.
Außergewöhnlich üppig ist aber auch
die Pflanzenwelt: Eichen-, Kleineichen-, Nadel-,
Laubbaum- und Buchenwälder wechseln sich mit
Wiesenflächen ab, während man von den
fantastischen Wäldern der Folignani eine atemberaubende
Aussicht genießen kann.
Diesem Naturgut fügte sich der Kulturschatz
der Zimber hinzu: Im Laufe der Jahrhunderte kamen
die Glauben und alten Bräuche keltischen Ursprungs
zu denen römischen Ursprungs hinzu. Noch heute
sind die Märchen von Lessinia mit fade, anguane
und orchi (zwielichtige Frauengestalten, Hexen und
Ungeheuer) bevölkert: ab und an bösartige
Fabelwesen, die in Höhlentiefen hausen. Auch
der alte Zimberdialekt lebt noch heute fort: der
taucias gareida, der in kleinen Gebietsgemeinden
gesprochen wird.
Das sogenannte Museumssystem von Lessinia wurde
mit dem Ziel errichtet, die Landschaft zu schützen,
hervorzuheben und zugleich die wirtschaftliche und
soziale Entwicklung zu fördern. Sieben Themenmuseen
schildern die naturwissenschaftlichen, ethnographischen,
landschaftlichen und historischen Aspekte dieses
Territoriums. Zu den wichtigsten Museen gehört
das Museum für Fossilien von Bolca und das
ethnographische Museum der Zimber in Giazza.