Terni.
Terni, Stadt im Sueden Umbriens, liegt in einer weiten
fruchtbaren Ebene, welche vom Fluss Nera durchquert
und von einem Amphitheater an Huegeln umrandet wird.
Die grosse Eisen- und Stahlindustrie und die folglich
entstandenen kleinen und mittleren Metallbetriebe
sowie die angeborene Tatkraft der Ternani foerderten
die Entwicklung der Industiewirtschaft sowie anderer
Produktionspole (Lebensmittel, Chemie, Dienstleistungen
und anderes) und moderner Universitaets- und Forschungszentren.
Terni, sowie viele umbrische Gemeinden in einer wirtschaftlich
und militaerisch guenstigen Lage, war im Laufe der Jahrhunderte
Schauplatz von Einfaellen, Besetzungen, Pluenderungen,
Buergerkaempfen, Zerstoerungen und Wiederaufbau.
Den Umbrern, den Gruendern von Terni (672 v. Chr.)
folgten die Roemer (299 v. Chr.), die Terni zu ihrem
Munizipium machten. Unter den Roemern erfuhr Terni
eine Zeit des Friedens und der Bluete auch dank der
Trockenlegungsarbeiten der Suempfe und der Entwicklung
einer florierenden Landwirtschaft.
Im Jahr 546 n. Chr. wurde Terni, das bereits durch
das Werk seines Beschuetzers und Bischofs zum Christentum
bekehrt war, von den Goten unter Totila und spaeter
(554 n. Chr.) von den Byzantinern mit ihrem Feldherrn
Narses gepluendert und zerstoert. Den Byzantinern
folgten die Langobarden (755 n. Chr.), welche Terni
in das Herzogtum Terni einfuegten.
In der Folge kam es zu den typischen turbulenten
Ereignissen des Fruehmittelalters. Im Jahr 1159
nahm Friedrich Barbarossa Terni unter seinen Machtbereich,
indem er es dem Kardinal Monticelli als Lehen gab,
was jedoch bei den Bewohnern von Terni auf Wiederstand
stiess, sodass der Kaiser 1174 Terni durch den Erzbischof
Christian von Mainz zerstoeren liess.
Die darauffolgenden Jahre sind durch die Verwicklung
Ternis in Kaempfe gegen das Roemisch-Deutsche Reich,
den Papst, Terni, Narni und andere nahe Staedte
gekennzeichnet.
Die politische und militaerische Unstabilitaet dauert
bis ins XV. Jh. an, als Terni nach der Herrschaft
durch die Guelfen, Ghibellinen und Napoletaner Teil
des Kirchenstaates wird, unter dessen Herrschaft
(abgesehen von dem Zwischenspiel Napoleons und den
verschiedenen Kaempfen zwischen Adel und Buergertum)
Terni bis 1860 verbleibt, als es mit der Geburt
des italienischen Staates italienisch wird.