Assisi.
Assisi erhebt sich am westlichen Hang des Monte Surbasio
und beherrscht von dort aus eine fruchtbare Ebene,
aus deren Mitte sich das gewaltige Bauwerk der Basilika
der Ortschaft Santa Maria degli Angeli hervorhebt.
Assisi ist die Stadt des Friedens und des oekumenischen
Treffpunktes der Weltreligionen.
Das Staedtchen Assisi mit seinem makellosen, mittelalterlichen
Gesicht, was durch sein typisches, steinernes Baumaterial
wie in weisse und rosa Farbe getaucht erscheint, lebt
und strahlt in voller Intensitaet die franziskanische
Geistlichkeit und die seiner grossen Heiligen aus,
die seine Erde geweiht und gesegnet haben.
Assisi, wie viele andere umbrische
Gemeinden auch, hat aufgrund seiner günstigen
geographischen Lage bezueglich wirtschaftlicher und
militaerischer Interessen, im Laufe der Jahrhunderte
Invasionen, Besetzungen, Pluenderungen, Buergerkriege,
Zerstoerungen und Wiederaufbauten erfahren muessen.
Den Umbrern, die Assisi gruendeten, folgten die Etrusker,
die ihrerseits von den Roemern vertrieben wurden.
Im I. Jahrhundert v. Chr. machten die Roemer aus Assisi
eine ihrer Stadtgemeinden und somit genoss sie eine
Zeit des Wohlstands und Friedens bis zum Niedergang
des Roemischen Reiches.
Im Jahre 545 n. Chr. wurde die Stadt Assisi, die
bereits durch das Werk ihres ersten Bischofs Rufino
christlich geworden war, von dem Gotenfuehrer Totila
ueberfallen und zerstoert.
Der Machtuebernahme durch die Goten folgte die der
Langobarden, die Assisi in das Territorium des Herzogtums
von Spoleto anschlossen.
Danach folgten die typischen Wirren des hohen Mittelalters,
bis Assisi dann im XI. Jh. zur unabhaengigen Kommune
wurde. Seine Unabhaengigkeit war allerdings nicht
von langer Dauer. Im Jahre 1174 unterwarf Friederich
Barbarossa die Stadt seiner Macht. In den nachfolgenden
Jahren kaempfte Assisi fortwaehrend gegen das Kaiserreich,
gegen den paebstlichen Staat, gegen die Stadt Perugia
und gegen andere umliegende Staedte, um seine Unabhaengigkeit
beibehalten zu koennen.
Am Ende des XI. Jhd. wurden in Assisi zwei grosse
Heilige geboren: der hl. Franziskus im Jahre 1182
und die hl. Klara im Jahre 1193.
Die politischen und militaerischen Unbestaendigkeiten
setzten sich bis in das XVI. Jhd. fort. Nach verschiedenen
Machtuebernahmen (im XIII. und XIV. Jh. durch den
Papst; im Jahre 1400 durch Gian Galeazzo Visconti;
im Jahre 1419 durch Braccio Fortebraccio und im
Jahre 1430 durch Francesco Sforza;) wurde Assisi
dann der Herrschaft des Paepstlichen Staates unterstellt.
Abgesehen von dem kurzen Zeitraum durch die Fremdherrschaft
Napoleons, blieb Assisi unter paepstlicher Obhut,
bis es 1860, bei der italienischen Staatsgruendung,
dem italienischen Staat angegliedert wurde.