Weinstraße
von Montecucco.
Die Weinstraße von Montecucco durchquert ein
weites Gebiet an den Abhängen des Monte Amiata
und hat ihr Zentrum in Cinigiano, Grenzgemeinde zwischen
der Maremma und der Amiata. Die sieben, von der Bezeichnung
D.O.C. Montecucco betroffenen Gemeinden befinden sich
alle in der Provinz Grosseto, im Süden der Toskana,
und sind, außer Cinigiano: Civitella Paganico,
Campagnatico, Castel del Piano, Arcidosso, Seggiano
und Roccalbegna.
Das wenig bekannte Gebiet öffnet sich vor den
Augen des Besuchers wie ein verzauberter Garten, mit
immer neuen Entdeckungen. Eine andersartige Toskana,
in der die Tradition und die Neuerungen dazu tendieren,
sich zu verbinden. Den Hintergrund für die Landwirtschaft,
die erst kürzlich ihre Seele im Weinbau wiedergefunden
hat, bildet eine authentische und intakte Landschaft.
Dieses Gebiet liefert wichtige Produkte: außer
Wein, Montecucco D.O.C. und Maremma Toscana I.G.T.
sind da noch Öl (I.G.P. Toscano mit besonderer
Erwähnung von Seggiano), die Kastanien, die in
Kürze die Bezeichnung I.G.P. (Castagna del Monte
Amiata) erhalten, aber auch Pilze, vor allem Steinpilze
und Kaiserlinge, sowie Honig von gehobener Qualität.
Die Weinstraße ist aufgeteilt in einen Hauptrundweg
und fünf Kurzrundwege, die sich durch die im
Hinblick auf den Weinbau, die Geschichte, die Kultur
und das Ambiente schönsten und interessantesten
Gebiete schlängeln. Die Hauptfährte verbindet
die folgenden Dörfer: Paganico, Sasso d'Ombrone,
Poggi del Sasso, Montecucco, Cinigiano, Porrona, Montenero,
Montegiovi, Montelaterone, Castel del Piano und Seggiano.
Hauptrundweg: Paganico - Sasso d'Ombrone - Poggi
del Sasso - Montecucco - Cinigiano - Porrona - Montenero
- Montegiovi - Montelaterone - Castel del Piano -
Seggiano Der Rundweg führt durch die wichtigsten
D.O.C. Montecucco-Gebiete. Von Paganico startend,
ein modernes Zentrum voller Leben, das eine interessante
Stadtmauer mit vier Toren aus dem 14. Jh. aufweist,
und die Fattoria di Monteverdi hinter sich lassend,
kommt man bis nach Sasso d'Ombrone. Die Brücke
über den Ombrone und ein mittelalterliches Tor
gebühren der Beachtung. Hinauffahrend erreicht
man Poggi del Sasso, ein kleines, ländliches
Dorf, Hauptstadt des Weines Montecucco. Dieses ist
das Gebiet mit den meisten Weinstöcken, reich
an Weinkellern und Winzerbetrieben, interessant aber
auch wegen der wunderschönen Schlösser von
Vicarello und Colle Massari. Wenige Kilometer von
Poggi del Sasso entfernt befindet sich die Fattoria
di Montecucco, die der Bezeichnung D.O.C. den Namen
verleiht; hier liegt das Herz dieses Weinbaugebietes,
gegenüber dem Monte Amiata gelegen. Zahlreiche
landwirtschaftliche Ferienbetriebe, charakteristische
Gastwirtschaften, sowie der Pflanzenreichtum machen
dieses Gebiet auch im Hinblick auf die Jagd und die
Kochkunst einzigartig. Von Montecucco erreicht man
leicht Cinigiano, in dessen Ortschaft sich das Informationszentrum
der Weinstraße befindet. In Cinigiano muß
man unbedingt die Weinkeller der Festung besichtigen,
die während des Weinfestes im Oktober geöffnet
sind. Wenige Kilometer von Cinigiano entfernt liegt
das bezaubernde Castello di Porrona, Repräsentationsort
und Sinnbild der Bezeichnung D.O.C. Montecucco. Nachdem
man die gesamte Gemeinde von Cinigiano durchquert
hat, kommt man in die Gemeinde von Castel del Piano,
genauer gesagt, in das Dorf Montenero. Montenero,
wo man das Weinbaumuseum besichtigen kann, ist die
andere "Hauptstadt" der Bezeichnung D.O.C.
Montecucco. Angrenzend an das Museum befinden sich
einige Weinkeller und Probierstuben für Wein,
Öl und andere typische Produkte. Im Sommer wird
im Park von Montenero eine Weinhandlung im Freien
errichtet, wo man die Weine Montecucco probieren kann.
In Montenero kann man den Brunnen aus dem 17. Jh.
sowie das Stadttor der Ringmauer besichtigen. Wenn
man Montenero verläßt und Richtung Amiata
weiterfährt, kommt man in das Gebiet von Montegiovi:
ein wahres, von Weinreben bedecktes Museumsgebiet,
charakterisiert durch die kleinen Olivenanbauflächen
vermischt mit kleinen den Weinbauparzellen. Die Verwirklichung
eines Weinbergmuseums für die Erhaltung des Keimplasmas
und insbesondere der alteingesessenen Weinreben wird
bereits geplant. Auch der bewohnte Ortskern von Montegiovi,
wo am letzten Sonntag im September die Sagra della
Bruschetta (Fest den gerösteten Brotscheiben)
stattfindet, ist charakteristisch. Bevor man Castel
del Piano erreicht, trifft man auf Montelaterone,
dessen gut erhaltene Altstadt unbedingt sehenswert
ist.
Castel del Piano ist eine der wichtigsten bewohnten
Ortschaften des Monte Amiata; zu besichtigen sind
der Palazzo Nericci, zukünftiger Sitz des Museums
für bäuerliche Kultur, die Porta dell'Orologio
und die Porta Castiglionese, Corso Nasini und die
Palazzi Monaci, Cantucci, Bruni, Alluigi, Cerboni,
das Teatrino und die Loggia della Mercanzia. Der Rundweg
endet in Seggiano, oder etwas weiter in einem anderen,
besonders zum Wein- und Olivenanbau geeigneten Gebiet;
sehenswert in der Ortschaft sind vor allem die Logge
del Mercato und die charakteristische Altstadt, reich
an Weinkellern, die in die Felsen gegeraben wurden.
Von großer Bedeutung sind auch das schöne
Castello del Potentino und der einzigartige Giardino
d'arte von Daniel Spoerri. Ein Besuch der Anbaugebiete
des Olivastra Seggianese, alteingesessene Pflanzung
des Amiata, wo das einzige aus nur einen einzigen
Sorte hergestellte, toskanische Öl seinen Ursprung
hat, darf nicht fehlen. Nicht zu vergessen: das Olivenölfest,
das am ersten Sonntag im Dezember stattfindet.
Kurzrundweg
Monte Antico - Casenovole - Casal di Pari - Bagno
di Petriolo
Dieses ist ein an Geschichte sehr reicher Rundweg,
der durch die beiden Schlösser von Monte Antico
und Casenovole noch an Wert gewinnt. Die Route schlängelt
sich unweit des Flusses Ombrone, in einem Gebiet,
das seinerzeit sehr wichtig für den Weinbau war
und heute seine alte Herrlichkeit wiedergefunden hat.
Sehenswert sind die Dörfer Pari und Casal di
Pari, wahre bäuerliche Schmuckstücke; eindrucksvoll
ist das Thermalzentrum von Petriolo, eingetaucht in
das Naturreservat des Basso Merse. Zahlreiche landwirtschaftliche
Ferienbetriebe und einige kleine, typische Restaurants
gestalten den Aufenthalt besonders interessant.
Kurzrundweg
Paganico - Civitella Marittima
Von Paganico aus, wo am ersten Sonntag im September
die Sagra della Ranocchia (Froschfest) stattfindet,
erreicht man Civitella Marittima. Die heitere und
einladende Ortschaft von Civitella Marittima bestimmt
diesen Rundweg, der sich dem Gebiet der Bezeichnung
D.O.C. Monteregio di Massa Marittima anschließt.
Der Besuch der herrlichen Badia Ardenghesca, ein antikes
Kloster, entlang der sogenannten "Salzstraße"
gelegen, darf nicht fehlen.
Kurzrundweg
Campagnatico - Cinigiano
Campagnatico ist der Ausgangspunkt dieses Rundweges:
ein für die Maremma sehr wichtiges Zentrum, an
das sogar Dante erinnerte. Einen Besuch wert sind:
das Teatro Comunale, die Rocca Aldobrandesca und der
Palazzo Pretorio. Die eindrucksvolle Panoramastraße
zwischen Weinstöcken und Olivenhainen wird im
Hintergrund durch die Ebene der Maremma gestaltet.
In Campagnatico findet im Monat September das charakteristische
Palio dei Ciuchi (Eselrennen) statt.
Kurzrundweg
Castiglioncello Baldini - Stribugliano - Cana
Diese Strecke ist sehr beeindruckend und hat ihr Zentrum
in der Ortschaft Castiglioncello Baldini, die von
einem wundervollen Schloß beherrscht wird. Die
Weinkeller des Schlosses, die sich heute im Wiederaufbau
befinden, lohnen einen Besuch. Die Weinstraße
grenzt an das Naturreservat von Poggio all'Olmo an
und weiter entfernt an das Naturreservat des Monte
Labbro. Weiterfahrend gelangt man in das Dorf Stribugliano,
zu der Gemeinde Arcidosso gehörig, eine ausgesprochene
Aussichtsterrasse. Cana, ein kleines Bauerndorf etruskischen
Ursprungs der Gemeinde von Roccalbegna, gehört
zu denjenigen Gebieten, die eine weinbäuerliche
Entwicklung des D.O.C. Montecucco durchleben. In Cana
findet am dritten Sonntag im Oktober die Sagra della
Biondina statt, ein Fest, das der Kastanie gewidmet
ist. Auch die Zysterne der Medici aus dem 17. Jh.
lohnt einen Besuch.
Kurzrundweg
Sasso d'Ombrone - Cinigiano - Monticello d'Amiata
Der Rundweg geht nur durch cinigianisches Gebiet.
Es ist die alte Bergstraße, die die Ebene mit
dem Amiata, das Getreide mit den Kastanien verbindet.
Weinreben sind jedoch in der ganzen Gegend anzutreffen.
Sasso d'Ombrone, einstmals Sasso di Maremma, ist ein
kleines Dorf, am Fluß Ombrone gelegen, wo am
dritten Sonntag im September ein besonderes Fest stattfindet:
das Aalfest. Ponticello Amiata hingegen ist ein gut
erhaltenes Dorf, reich an Geschichte und mit einem
reizenden Völkerkundemuseum (Museumshaus), sowie
einer wichtigen Kastanienpflanzung; am zweiten Sonntag
im Oktober findet das Kastanienfest statt.