Casentino.
Ein Landstrich im Zeichen endloser Wälder, Denkmäler
des Glaubens, tiefen Schweigens und Revolutionen der
Seele.
Dieses Tal spricht die Sprache der Meditation und
der Sammlung. Dies ist das Reich der Farben, der Atmosphäre,
der heiligen Wälder, die den Reisenden umhüllen
und zu ihm sprechen. Jeder Widerstand ist zwecklos.
Die innere Spiritualität jedes Menschen gelangt
an die Oberfläche, ganz natürlich, fast
schon erschütternd.
Hier empfindet man Gefühle, ohne so recht zu
wissen, woher sie kommen, kommuniziert, ohne auch
nur ein Wort zu sagen, fühlt sich reicher beschenkt,
als man es je für möglich gehalten hätte.
Die ersten Mönche hatten dies ebenfalls verspürt
und den Wald bereits im Mittelalter durch eine Grundregel
geschützt: wer immer eine Pflanze ausriss, musste
Buße tun. Inmitten dieser Wälder liegen
so auch heute noch die großen Stätten des
Glaubens wie die Einsiedelei von Camaldoli und das
Heiligtum La Verna, wo die Stigmatisation des Heiligen
Franz von Assisi erfolgte und von wo aus sich dem
Besucher eine herrliche Aussicht auf das gesamte,
vom Arno durchflossene Tal bietet.
Das Casentino ist ein urtoskanischer Landstrich.
Angefangen vom großen Dichter Dante Alighieri,
der in zahlreichen Versen davon erzählte, über
den hier entspringenden Arno, dessen Wasser die Ufer
der gesamten Region benetzt, bis hin zur Schlacht
von Campaldino zwischen dem Papst verbundenen Guelfen
und kaisertreuen Ghibellinen, zu mittelalterlichen
Burgen, Feudalherren und sich auf den Feldern abmühenden
Bauern und die Wälder bearbeitenden Holzfällern.
Die Bilder der Vergangenheit erwachen hier mit Leichtigkeit
zu neuem Leben, unterstützt von der Unversehrtheit
der Landschaft, vom Fortbestand antiker Brauchtümer
und auch von kulinarischen Spezialitäten wie
der Scottiglia und den Kartoffel-Tortelli. Typische
Gaumenfreuden und überlieferte Geschichten sind
das Geschenk dieses offenen, freundlichen Menschenschlags
an Sie.