Massa Carrara.
Im Norden der Toskana, gelegen am Golf der Poeten mit dem einzigartigen Hintergrund der Apuanischen Alpen: die Provinz Massa Carrara ist ein immer fortwährendes Aufeinanderfolgen von atemberaubenden Landschaften
Massa…
Die Stadt Massa erlebte seinen Entwicklungshöhepunkt um 1500, als hier Alberico I aus dem Hause Cybo-Malaspina diverse Siedlungen gründete. Dadurch wollte er die wichtige Förderungen von Marmor unterstützen. Nach dem Tod von Alberico I kamen die Baciocchi an die Herrschaft und später der Herzog von Estense. Mit der Einigung Italiens wurde Massa die Hauptstadt der Provinz Massa e Garfagnana. 1923 kam Garfagnana im Tausch mit Valdinievole zur Provinz Massa Carrara. Seitdem wird die Provinz Massa-Carrara genannt. Die Städte der Provinz sind heute bekannt für den Marmorabbau und beliebt für ihre Badeanlagen.
…und Carrara
Das Gebiet wurde zunächst ‘curtis de Cararia’ genannt, war um das Jahr 963 Feudalgebiet und wurde 1261 zur freien Gemeinde erklärt. Nach der Herrschaft von Castruccio Castracani kam es von den Visconti zu den Malaspina. Damals kam es zur Vereinigung mit Massa.
Lunigiana
Das Gebiet der antiken Stadt Luni schließt auch Teile der Provinz Garzano ein. Die Täler hier sind reich an Geschichte, Ortschaften und Schlössern aus dem 14. Jahrhundert. Dieser Zone sind viele verschieden Dialekte und Traditionen erhalten geblieben. Die bekannteste Ortschaft der Ebene Magra und Luni ist das mittelalterliche Fosdinovo, dessen Schloss die meist besichtigte Sehenswürdigkeit der Lunigiana ist. In ihm finden auch zahlreiche Konzerte, Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen statt. Außerdem beherbergt es eine Trekking-Schule. In Aula kann man die Festung der Brunella (im XIV Jh. auf einem Felsen erbaut) und das naturgeschichtliche Museum besichtigen. In Fivizzano befindet sich das Museum der Presse. Um die Pfarrei Sorano liegt Filattiera, das den romanischen Stil der Toskana und der Lombardei vereint. Wandernd kann man von hier aus Pontremoli erreichen, wo sich im Schloss Castello del Piagnaro das Museum der Stele-Statuen befindet.
Der Marmor
Die Liebhaber der Bildhauerei sollten auf alle Fälle die Künstlerwerkstätten in Carrara besuchen. Hier finden zahlreiche Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und andere Veranstaltungen, verbunden mit der Verarbeitung von Marmor, statt. Es gibt hier sogar das Marmor-Museum. Selbst die Steinbrüche mit ihren riesigen Tunneln kann man besichtigen. Im romanisch-gotischen Dom von Carrara werden Fresken und Skulpturen aus dem 13. und 14. Jh. und ein Werk von Begamini aufbewahrt. In der Nähe des Zentrums erstreckt sich der Park Padula, in dem zahlreiche exotische Pflanzen blühen und die Villa Fabbricotti aus dem 19. Jh. steht. In Campocecina, in den Apuanischen Alpen, kann man die Cava dei Poeti besichtigen (Steinbruch der Poeten), in deren Wände für die Biennale im Jahre 2002 Sätze bekannter Poeten eingemeißelt wurden. Des weiteren findet man hier den Park della Memoria, in dem sich die Statuen des XIV Internationalen Symposion des Bildhauens (dem Shoah gewidmet) befinden.
Essen und Trinken
Typisch für die Küche der Provinz sind: ´i taglierini nei fagioli´ (Nudeln und Bohnen), ´i tordelli di carne´ (Nudelteig mit Fleischfüllung), ´la lasagne intodellate´, ´la torta di riso´ (gefüllt mit Eiern, Käsen und wildem Gemüse), ´testaroli dei lungianesi´ (Pastateig, Käse, Olivenöl und Pesto). Zu erwähnen ist auch der `lardo di Colonnata´. Diesen Speck verfeinert man mit zahlreichen Gewürzen und lässt ihn dann mindestens sechs Monate in Kesseln aus Marmor von Carrara reifen. Der bekannteste Wein der Provinz ist der DOC Candia die Colli Apuani.
Feste und Traditionen
Der Wallfahrtsort von Lunigiana wird vor allem zwischen Ostern und September von zahlreichen Pilgern besucht. Große Feste feiert man hier: am Tag nach Ostern, zu Christi Himmelfahrt, Maria Himmelfahrt und an den Festen von Fatima (von Mai bis September am 13. des Monats). Die Feste der Fatima finden in der Kirche “Madonna del Monte“ statt, bis auf das letzte, das in Groppoli in der Kirche “Madonna di Fatima“ stattfindet. Vor allem im Sommer werden hier zahlreiche Veranstaltungen organisiert. In Torano feiert man beispielsweise das Fest “Torano Notte e Giorno“, an dem lokale Künstler Marmorskulpturen auf den Straßen des Dorfes ausstellen. Im August findet die historische Aufführung der Lizzatura (antike Methode mit der die Bergarbeiter den Marmor zu Tale brachten; sie gaben die Marmorblöcke auf eingeseifte Holzbrettern und ließen diese von Ochsen ziehen) statt. Liebhaber von reinen und natürlichen Produkten sollten auf keinen Fall das Fest Sagra del Lardo (Speck) in Colonnata verpassen.