Livorno.
Nicht nur das herrlich blaue Meer macht den Reiz der Provinz Livorno aus. Wandern durch diese Region bedeutet auch versinken im Grünen der Hügel, welche die Geschichte einer antiken Landschaft krönen.
Von der Stadt zu den Inseln
Im Jahre 1577 gab Herzog Cosimo I di Toscana dem Architekten Bernardi Buontalenti den Auftrag eine `ideale´ Stadt zu erschaffen, welche ihm gleichzeitig einen Fluchtweg aufs Meer sichern sollte. Aus diesem Auftrag entstand die Stadt Livorno. Ferdinando I ordnete später die Ausdehnung des Hafen- und Wohngebietes an. Es entstanden zusätzlich di Piazza d´Arme(Piazza Grande), der Dom, die via Ferdinanda (Via Grande) und eine neue Stadtmauer in Form eines Pentagons. Die Medici ließen das Quartier Venezia Nuova erbauen. Mit dem Einfall der Franzosen vergrößerte sich die Stadt zusätzlich gegen Rivellino di San Marco. Fürst Leopoldo II ließ im Jahre 1859 eine neue Stadtmauer erbauen. Die industrielle Transformation begann 1886 mit der Aufhebung des zollfreien Hafens.
Von Livorno nach Piombino: dieser Reisweg ist auch als `Costa degli Etruschi´ bekannt. Tourismus durchtränkt von Geschichte: Castiglioncello mit seiner bekannten Nekropole, Rosignano Marittimo, Livorno, Bibbona, Campiglia Marittima wo die Ertrusker in Schmieden die Metalle aus den naheliegenden Hügeln verarbeiteten. Von Castagneto Carducci erreicht man über Olivenhaine Campiglia Marittima. Dort stand im Jahre 1000 das Schloss des Fürsten von Gherardesca. Die Stadt ist eng verbunden mit dem Bergbaugebiet der Monti della Campiglia. Das wichtigste Zeugnis der Etruskerzeit ist das befestigte Städtchen Populonia, das am Golf von Baratti liegt. Das Städtchen ist auch aufgrund des traumhaften Strandes und des klaren Wassers des Meeres bekannt. Mit dem Schiff kann man am Besten die Strände, Buchten und grünen Hügel der Provinz entdecken. Die größte Insel Livornos ist Elba. Die Insel geriet im Laufe der Geschichte unter die Herrschaft Pisas, Genuas und der Appiani (Fürsten von Piombino). Bekannt ist die Insel auch für den Aufenthalt von Napoleon Bonaparte in den Jahren von 1814 bis 1915. Zusammen mit den Inseln Pianosa und Palmaiola gehörte Elba für kurze Zeit dem kleinen Königreich an, das man Napoleon zukommen ließ im Tausch mit seiner Abdankung. Nach dem baldigen Fall dieses Königreichs kam die Insel unter die Herrschaft der Fürsten der Toskana. Im Jahre 1860 wurde die Insel Teil des Königreiches Italien. Die Hauptstadt Portoferraio ist sehr gut verbunden zu den Häfen Livornos und Piombinos. Die Insel war von jeher Treffpunkt der Völker und Märkte. So wurden hier Beispielsweise die Forte Stella (Hauptquartier Napoleons), die Forte Falcone, die Basione und der Torre della Linguella erbaut. Hier ganz in der Nähe liegt die Insel Pianosa. Dort fand man Reste einer luxuriösen romanischen Villa, die antike Artemisia (heute Montecristo), die zum Nationalpark des toskanischen Archipels gehört. Die vulkanische Insel Capraia dagegen verzaubert mit seinen hohen Küsten und zahlreichen Grotten. Auf ihr findet man die Fortezza di San Giorgio (Festung) die im 15. Jh. Unter der Herrschaft Genuas erbaut wurde.
Essen und Trinken
Die Küche Livornos ist stark beeinflusst von der Nähe zum Meer. Die wichtigsten Gerichte sind der `caciucco alla livornese´ (Fischsuppe mit angeröstetem Brot), die triglie (Meerbarbe) alla livornese oder schwarzer Reis mit Tintenfisch und Tomaten. Die bekanntesten Weine der Provinz sind: der Toscana Messorio, der Toscana Redigaffi, der Bolgheri Guado al Tasso Tenuta Belvedere, der Toscana Scrio, der Bolgheri Ornellaia oder der Toscana Masseto.
Traditionelle Feste
Jährlich nehmen ungefähr 600 Boote aus aller Welt an der `Trofeo di Vela Accademia Navale – Cittá di Livorno´ teil. Zwischen Juni und Juli finden die `Gare Remiere´ statt. Weitere Veranstaltungen auf dem Meer sind die Coppa Barontini und die Coppa Risi atori. In Campiglia Marittima findet im Mai der historische Umzug Maggio Campigliese statt. In Suvereto findet im Dezember das Fest des Wildschweins mit mittelalterlichen Festspielen statt.