Vulkan Ätna.
Der Vulkan Ätna liegt im Osten Siziliens, in der Provinz Catania. Von seinen Gipfeln hat man einen einzigartigen Ausblick, der bis zur Insel Malta reicht.
Das Gebiet
Mit seinen 3000 Metern Höhe ist er der höchste noch aktive Vulkan Europas, der uns auch heute noch recht häufig spektakuläre glühendheiße Lavaausbrüche beschert. Er hat einen Umfang von fast 210 Km und eine allgemeine Oberfläche von 16.000 qkm und verfügt über einzigartige Panoramen mit Lava und Gletscherformationen. Das gesamte Gebiet ist mittlerweile durch einen Naturschutzpark geschützt .
Was man sehen muss
Der Ätna überragt den ganzen östlichen Teil Siziliens und ist ein absolutes Muss für jeden Inselbesucher: Er ist wirklich eine einzigartige Attraktion für Natur-und Bergfreunde. Während dem Aufstieg kommt man an sehr unterschiedlichen Landschaftsbildern vorbei: Von den lieblichen Agrumenpflanzungen der fruchtbaren Ländereien, dann durch die dichten, üppigen Wälder bis hin zu dem weitaus höher liegenden, kahlen Gelände, das nur noch von duftenden Ginsterbüschen bewachsen ist, um schließlich den mondlandschaftsähnlichen Bereich in unmittelbarer Nähe des Vulkankraters zu erreichen. Man entdeckt hier und da einzeln verstreute Dächer von Hütten Gebäuden und Unterständen, die mehrfach von der Lava niedergerissen und immer wieder neu aufgebaut wurden. Von den höchsten Stellen hat man einen atemberaubenden Blick über fast ganz Sizilien, bis hin zur Insel Malta. Das gesamte Berggebiet des Vulkans ist durch einen Naturschutzpark geschützt, der zu Fuß über bequeme Wanderwege besichtigt werden kann. In den Gebäuden der Parkverwaltung werden plastische Darstellungen des Ätnas ausgestellt und die Geschichte der Vulkanologie erläutert. Am Osthang des Vulkans muss man unbedingt das Tal Valle del Bove besuchen, das aus einem natürlichen Amphitheater mit bis zu 1000 Meter hohen Wänden besteht, welche von tiefen Eisrinnen durchfurcht sind; eine davon ist die Grotta del Gelo, eine immense Vulkanhöhle, in der sich das einzige Beispiel eines Gletschers in diesen Breitengraden bilden konnte und die andere ist die Sciara del Follone, ein immenses Lavafeld, das sich aufgrund eines zehn Jahre dauernden Vulkanausbruchs gebildet hat. Der Ätna, der von den Bewohnern Catanias einfach nur „a montagna“ (der Berg) genannt wird, ist auch ein wichtiger Ausgangspunkt für eine Reise in die Geschichte der Traditionen. Trotz seiner häufigen Ausbrüche, stand der Vulkan mit den Menschen der Umgebung stets in sehr engem Verhältnis und an seinen Hängen entwickelten sich pittoreske alte Dörfer mit Kirchen, Wallfahrtskirchen und Museen. Zu den charakteristischsten Niederlassungen gehören die am Südhang liegenden Dörfer Gravina di Catania, welches für seine Bimssteinverarbeitung berühmt ist und Ragalna, ein Feriendorf, das aufgrund seines gesunden und frischen Klimas sehr beliebt ist. Dann ist da noch der sehr alte Ort Trecastagni mit seinen griechisch-römischen Ausgrabungen und einem der faszinierendsten Panorama-Plätzen des Ätna. Am Osthang liegen Valverde, ein Ort, der sich nach einem wunderbaren Ereignis gegen Mitte des 12. Jh.s rund um die Wallfahrtskirche der Muttergottes entwickelt hat, dann noch Zafferana Etnea, ein bezaubernder, auf Lavaterrassen errichteter Ort aus der Benediktinerzeit mit einem wunderschönen öffentlichen Park mit jahrhundertealten Bäumen und seltenen Pflanzen, mit Blick auf die ionische Küste. Und schließlich noch Linguaglossa mit seinem majestätischen, in neoklassizistischem Stil gebauten Ratshaus aus Beginn des 20. Jh.s und der Kirche von Sant’Egidio Abate, mit seinem gotisch angehauchten Portal. Das ganze Gebiet ist übrigens ein idealer Ausgangspunkt, um stimmungsvolle Ausflüge zu machen oder um die Skipisten des Ätna zu erreichen. Am Südwest-Hang hingegen liegt der Ort Adrano, zur griechischen Zeit Adranon genannt, der reich an interessanten archäologischen Fundstücken ist. Darunter befinden sich die Umfassungsmauer, die zum Schutz des Städtchens errichtet wurde und das Normannenschloss, in dem heute die Pinakothek und das archäologische Museum Platz finden. Die dort untegebrachten Fundstücke ermöglichen einen Rückblick auf die Geschichte dieser Gegend von der Urgeschichte bis zur Spätantike. Nicht weit entfernt, liegt auf etwa 760 Metern Höhe der Ort Bronte, der weltweit für seine köstlichen Pistazien bekannt ist. Hier liegt die Abtei Maniace (die 1040 gegründet wurde), auch Schloss Nelson genannt, da sie gegen Ende des 18. Jh.s dem berühmten Admiral als Dank für die Hilfe zur Niederschlagung des Aufstands der Partenopeischen Republik geschenkt wurde.
Bei Tag und bei Nacht
Aufgrund seiner Höhe eignet sich der Berg Ätna besonders für Ausflüge zu Fuß oder mit dem Geländewagen: Im Areal des Naturschutzparks, der besonders gern von Trekkingfreunden besucht wird, gibt es zahlreiche interessante Wanderwege. Einer davon ist der Naturpfad Monte Nero degli Zappini (4 Km lang, Klassifizierung: einfach), dann der Naturpfad Monte Zoccolaro (2 Km lang, Klassifizierung: mittelschwer: er führt zum Panoramaplatz in der Valle del Bove), schließlich der Naturpfad Pietracannone-Cubiana (4 Km lang, einfach) und der Pfad Cisternazza-Monte Spagnolo (10 Km, einfach). Am Ätna entspringt ein eiskalter Bergbach, der Alcantara, der durch ein Tal fließt, das er sich im Lauf der Jahrtausende gegraben hat. Die Erosion der Basaltfelsen, die von einem immensen Lavastrom geformt wurden, führten zur Entwicklung der Alcantara-Schlucht, einer tiefen, vom eisigen Wasser gebildeten Felsenrinne, die man unbedingt gesehen haben muss. Außerdem kann man hier im Winter herrlich Ski laufen. Über den Schnee gleiten und dabei das Meer weit unter sich zu sehen, ist ein unvergessliches Erlebnis: Das intensive Blau des Meeres bildet einen einzigartigen Kontrast zu dem strahlenden Weiß des Schnees und dem unverkennbaren Schwarz der Lava. Der Wintersport konzentriert sich hauptsächlich auf die Orte Nicolosi im Süden und auf Piano Provenzana in der Umgebung von Linguaglossa, im Norden, von wo aus man außerdem einen fantastischen Ausblick bis zur Stadt Taormina hat.
Zimmer mit Ausblick
Um die Magie dieser Gegend in vollen Zügen zu genießen und vielleicht sogar das Glück zu haben, auf Tuchfühlung mit Lavaströmen und Lavastrahlen zu gehen, kann man in einer der Berghütten übernachten, die zahlreich im Park des Ätna vorhanden sind. Eine weitere Möglichkeit ist es, in einer der rustikalen Hütten von Monte Maletto oder Monte Scavo zu übernachten (sie sind immer geöffnet, für Selbstversorger). Sie sind mit einem offenen Kamin zum Heizen ausgestattet (Holz wird zur Verfügung gestellt), haben fließendes Wasser und einige Kochutensilien. Wer allerdings etwas mehr Komfort wünscht, den erwarten überall an den Hängen des Ätnas eine große Anzahl an Hotels und Bed&Breakfasts:
Zu Tisch
Die kulinarischen Genüsse der Gegend sind sehr vielfältig und basieren auf Fischgerichten, aber auch auf Zitrusfrüchten und landwirtschaftlichen Produkten dieser fruchtbaren Lavaerde. In diesem Gebiet wird außerdem ein köstlicher Doc-Wein (mit kontrollierter Herkunftsbez.) angebaut, der Etna heißt. Er passt vorzüglich zu Käse und Fleisch, insbesondere zu weißem Fleisch wie Kaninchen, aber auch zu Fisch von der nahe gelegenen ionischen Küste.