TrapaniSehenswertes.
Erreicht man Trapani von der Autobahn her, so ist
es angebracht, den Besuch mit der Besichtigung des
Heiligtums dell'Annunziata und des Museums Pepoli
in der Via Conte Agostino Pepoli zu beginnen. Wenn
man mit dem Zug die Stadt erreicht, lohnt es sich,
zuerst die große Piazza Vittorio Ernanuele,
neues Zentrum der Stadt, wo sich der Brunnen des Titons,
Werk des trapanesischen Bildhauers Domenico Li Muli
von 1951, befindet, aufzusuchen.
Dem Brunnen gegenüber steht das Denkmal des Königs
Vittorio Emanuele II. (1882 von Giovanni Dupré
geschaffen). Jetzt folgen wir der Viale Regina Margherita,
an der der gleichnamige Park liegt (angelegt im 19.
Jh. mit wunderschönen Pflanzen, unter denen mächtige
Gummibäume besonders hervorstechen), um dann
die Piazza Vittorio Veneto zu erreichen, wo sich das
Kriegsgefallenendenkmal erhebt; rechts davon befindet
sich der Palazzo D'Alì, errichtet zu Beginn
des 20. Jhs. und Sitz der Stadtverwaltung. Gegenüber
steht das Postgebäude (Palazzo delle Poste) 1924
im Jugendstil vom Architekten La Grassa erbaut.
Die Via Garibaldi führt uns in die Altstadt (Ruga
Nova aus dem 13. Th.), wo sich einige Bauten aus dem
18. Jh. von bemerkenswerter Würde befinden: Palazzo
Fardella-Fontana, Palazzo Riccio di Morana mit wertvollen
Statuen an der Fassade und im Innern, einem Salon
mit eleganter Stuckdecke und einem Fußboden
mit örtlich hergestellten Fliesen. In der Nähe
befindet sich die Kirche Santa Maria dell'Itria mit
einer schönen barocken Fassade und weitergehend
gelangt man zur Kirche Santa Maria dei Soccorso, die
an das Kloster der Badia Nuova, erbaut im 15. Jh.
und fast gänzlich neuerbaut im 19. Jh., angefügt
ist.
Im Innern befinden sich barocke Chöre und ein
Fußboden aus dem 18. Jh. Ein bißchen weiter,
in der Via Sieri Pepoli, befindet sich die Kirche
San Nicolò Mirense.
In einer seitlichen, ansteigenden Straße liegt
die Kirche San Domenico, deren urtümlicher Grundriß
auf das 14. Jh. zurückgeht. Die schöne Fensterrose
in der Fassade ist noch vom Ursprungsbau übriggeblieben.
Im Innern findet man eine Freskenmalerei der Muttergottes
mit dem Kind, 15. Jh., und das Grab von Manfredi,
Sohn Friedrichs III. von Aragon. Sehr interessant
sind auch die Kapelle Pepoli, zu Totenfeiern bestimmt,
und eine Barockkapelle aus buntem Marmor, Werk des
Trapanesen Giovanni Biagio Amico, mit einem Holzkreuz
am Altar aus dem 14. Jh. In der Kirche werden die
hölzernen Mysteriengruppen aus dem 18. Jh. aufbewahrt,
die am Karfreitag in Prozessionen durch die Stadt
getragen werden.
Wieder zurück in der Via Garibaldi kreuzt man
die Via Torrearsa: links liegt die Piazza Mercato
del Pesce (Fischmarkt) mit Brunnen und Standbild der
Venus Aradiomene, links kommt man zur Kreuzung mit
dem Corso Vittorio Emanuele und erreicht den Palazzo
Cavarretta (18. Jh.) mit dem Standbild der Muttergottes;
San Giovanni und Sant'Alberto, dem Patron von Trapani,
sowie zwei Uhren, die in der Mitte des 19. Jhs. hinzugefügt
wurden. Links von der Tür liegen die "Porta
Oscura" und der Uhrturm. Auf der linken Seite
des Corsos (im Lauf der Zeit auch Ruga dell'Amalfitana,
Ruga della Loggia, Ruga dei Catalani genannt), befindet
sich der Palazzo Riccio-San Gioacchino aus dem 15.
Jh. Er wurde im Lauf der Zeit mehrere Male umgestaltet.
Rechts erhebt sich die Kirche del Collegio dei Gesuiti,
18. Jh., mit einer wunderschönen Barockfassade,
die in zwei Reihen angelegt ist, die plastisch stark
hervorgehoben sind aufgrund des Überflusses der
Schmuckelemente.
Das Innere, dreischiffig, ist mit einigen bemerkenswerten
Altären aus buntem Marmor aus dem 18. Jh. umgestaltet.
Den Hauptaltar schmückt ein Basrelief von Marabitti,
das die Unbefleckte Madonna darstellt. Die Schränke
in der Sakristei sind wunderschöne Holzschnitzwerke
von Pietro Orlando.
Weiter vorne rechts, immer noch auf dem Corso Vittorio
Emanuele, liegt das Gebäude der Kathedrale, San
Lorenzo geweiht, erbaut im 17. Jh. auf einer bereits
bestehenden Kirche aus dem 14. Jh. Das Innere besteht
aus drei Schiffen, die durch Säulen getrennt
werden; mit Grabmälern und einem Kruzifix, das
einige dem Giacomo Lo Verde zuschreiben und andere
Van Dyck. In der zweiten Kapelle links sieht man das
Wappen der Stadt Genua, was bedeutet, daß dies
die Kapelle der Genuesen war, die sich vorher in der
Kirche San Francesco befand.
Ein Stückchen weiter vorne, durch die Via Giglio,
erreicht man die Kirche del Purgatorio von 1683, die
während des letzten Krieges beschädigt und
anschließend restauriert wurde.
Die Fassade, ein Werk von Giovanni Biagio Amico von
1712, wird von Statuen geschmückt.
Ganz in der Nähe befindet sich die Kirche San
Francesco di Assisi, wiederaufgebaut im 18. Jh., mit
einem einzigen Schiff. Der Ursprungsbau stammt aus
dem 13. Jh. Hier hatte die Nazione genovese ihren
Sitz (Kapellen und Gräber).
Es ist interessant, auf der linken Seite des Querschiffs
ein Grab der Armenier, die in Trapani wohnten, zu
betrachten. Die Inschrift dieses Grabes wurde zweisprachig
verfaßt: in armenisch und lateinisch. Unter
den verschiedenen Gemälden aus dem 18. Jh. sieht
man: Die Hlg. Clara mit Gespielinnen von Domenico
La Bruna, einem Maler aus Trapani.
Die Via Corallai, Via Carolina und dem Largo delle
Ninfe folgend, erreicht man den Turm von Ligny, ein
mächtiges Quader-Bauwerk, errichtet 1671 vom
Prinzen von Ligny.
Hier ist das Museum der Vor- und Frühgeschichte
untergebracht, in dem interessantes Material aus ganz
Sizilien untergebracht ist. (Bereichert mit einem
erläuternden Paneel von Fotografien und Graphiken).
Von hier aus gelangt man zur Strandpromenade, Viale
Regina Elena, und er- reicht den Hafen, wo sich auf
zwei Inselchen das Lazaretto und der Colombaia- Turm,
eine Befestigung, die im 14. Jh. erbaut und in den
folgenden Jahrhunderten erweitert wurde, befinden.
Dann, hinter der Piazza Garibaldi und dem Heldendenkmal,
erreicht man den Saturnbrunnen am gleichnamigen Platz.
Hier befindet sich die Kirche Sant'Agostino, heute
Konzert- und Vortragssaal. Sie wurde im 14. Jh. erbaut
und die im Laufe der Zeit durchgeführten Umbauarbeiten
haben den Ursprungsbau, von dem nur noch die wunderschöne
Fassade, charakterisiert durch ein Portal mit Spitzbogen
und einer wunderschönen Rosette, übrig geblieben
sind, sehr verändert.
In der Nähe, in der Kirche San Giacomo, 17. Jh.,
befindet sich die Bibliothek Fardelliana, gegründet
1830 von G. B. Fardella: sie ist mit wertvollen Volumen,
Inkunabeln und Handschriften aus dem 14. und 15. Jh.
reich bestückt.
Wenn man jetzt der Via San Pietro folgt, erreicht
man die Kirche Santa Maria di Gesù, die im
16. Jh. zusammen mit dem dazugehörigen Kloster
im Übergangsstil von der Gotik zur Renaissance
erbaut wurde.
Im Innern mit drei Schiffen und polygonalen Apsiden,
birgt sie die Madonna degli Angeli, eine glasierte
Terrakotta, gemalt von Andrea della Robbia und einen
Baldachin von Antonello Gagini 1521, sowie einige
Gemälde aus dem 18. Jh. von einheimischen Künstlern.
Im ehemaligen Viertel der Juden in der Via Giudecca,
befindet sich der Palazzo della Giudecca aus dem 16.
Jh. im typischen Stil der katalanischen Gotik erbaut,
mit Rustikaquaderwerk im Diamantschnitt sowie Spitzbogenportal.
Von hier aus zurückgekehrt zur Piazza Vittorio
Emanuele, erblickt man die lange Verkehrsader Via
Fardella, die sich an einer gewissen Stelle gabelt
und wir somit der Via Conte Agostino Pepoli folgen,
in der sich das Heiligtum dell'Annunziata, ein herrliches
Bauwerk, befindet. Der Ursprungsbau stammt aus dem
14. Jh. und mit ihm die Fensterrose und ein Portal.
Aus dem 16. Jh. stammt die Statue der Madonna und
des Engels, der Kampanile wurde 1650 hinzugefügt.
Im Innern auf der linken Seite befindet sich die wunderschöne
Kapelle der Seefahrer. Sie wurde im 16. Jh. erschaffen
und mit Umbauarbeiten im 18. Jh. unter Leitung von
Giovanni Biagio Amico neugestaltet.
Die Kapelle der Fischer, 15. Jh., beherbergt viele
Votivgaben, die von Fischern, die wie durch ein Wunder
der Gefahr eines Schiffbruchs entrinnen konnten, zum
Zeichen des Danks gebracht wurden.
Bemerkenswert ist auch die Kapelle der Muttergottes
hinter dem Hochaltar, zu der man durch zwei Marmorbogen
des 16. Jhs. gelangt.
In einem großen Marmorbogen werden die Propheten
und der Herrgott dargestellt, von Antonino und Giacomo
Gagini in den Jahren 1531-97 geschaffen.
Auf dem Hauptaltar, verziert mit buntem Marmor unter
einem Baldachin, steht die herrliche Statue der Jungfrau
mit dem Kind, die die Madonna von Trapani darstellt
und besonders von den Einwohnern Trapanis verehrt
wird.
Es handelt sich hierbei um eine Marmorarbeit von Nino
Pisano aus dem 15. Jh., die ein wahres Meisterwerk
der Bildhauerei darstellt aufgrund des harmonischen
Gleichgewichts der Formen und der innigen Sanftheit
des Blickes.
Zu ihren Füßen liegt eine Stadtansicht
von Trapani aus Silber.
Neben der Annunziata, in einem alten Klostergebäude,
befindet sich heute das Regionalmuseum Pepoli.
Von der Villa Pepoli gelangt man hierhin.
Das Museum begann mit einer ersten Sammlung aus dem
19. Jh., die dann in folgender Zeit mit Schenkungen
von Seite des Generals Fardella und des Grafen Sieri
Pepoli erweitert wurden.
Das Museum umfaßt Exponate der Archäologie,
der Bildhauerei, der Malerei und der Kleinkunst.
Das Erdgeschoß beherbergt in riesigen Räumen
Werke der Bildhauerei aus der Schule Gaginis; in einem
kleinen Saal werden Inschriften mit arabischen Schriftzeichen
aufbewahrt.
Man gelangt über eine prächtige Treppe,
geschmückt mit buntem Marmor, in den ersten Stock.
Hier befindet sich die Pinakothek, die unter anderen
Werken auch ein Polyptychon Die Muttergottes mit dem
Kind krönt die Hlg. Katharina zeigt; seitlich
davon Heilige und in der Predella die Kreuzesabnahme,
ein Werk des "Meisters des Polyptychons"
von Trapani, Beginn des 15. Jhs.
Das Gemälde La Pietà ist ein Meisterwerk
von Roberto di Oderisio von 1380, aufgrund der intensiven
Ausdruckskraft der Gestalten und der Dramatik der
Gesamtkomposition.
In den anderen Sälen sind Gemälde vom 15.
bis zum 20. Jh. ausgestellt, unter denen sich besonders
die der neapolitanischen und holländischen Schule
hervorheben (Landschaften, Stilleben).
Von bedeutendem Wert ist auch das Gemälde von
Tizian, 1530, welches den Hlg. Franziskus darstellt,
der die Stigmata erhält.
Von besonderem Interesse sind die Korallenarbeiten:
Schmucksachen, Kirchengeräte und die entzückenden
Figuren einer Krippe in einem Glasreliquiar, die die
artistische Qualität des Korallenkunsthandwerks
von Trapani bezeugen.
Eine besondere Abteilung ist den Krippefiguren aus
Leinen, Leim und Pappmache gewidmet, einige davon
sind Kunstwerke von Matera und Tipa.
Nach Verlassen des Museums und wieder zurück
in der Via Fardella, erreicht man am Ende der Straße
wieder die Strandpromenade und hier verläßt
man die Stadt, um das Salzmuseum zu besichtigen.
Trapani ist ja auch die Stadt der Salinen, die jetzt
zum geschützten Gebiet erklärt wurden. Charakteristisch
sind die altertümlichen Windmühlen.