TrapaniMarettimo.
Sie ist die abgelegenste der Ägadischen Inseln.
Man gelangt zur Insel auf dem Meeresweg und fährt
durch Gewässer, die jahrtausendealte Geheimnisse
bewahren und mit ihrer alten Stimme von weit zurückliegenden
und vergessenen Krisen und Tragödien, die sich
auf dem Meer abspielten, erzählen.
Sie erinnern an die Wracks, die auf dem Meeresgrund
liegen: die wendigen phönizischen und punischen
Boote, die massiven römischen Schiffe, die spanischen
Galeonen.
Diese altertümliche Stimme erlischt, sobald das
Linienschiff oder das Tragflügelboot an dem kleinen
bescheidenen Hafen dello Scalo Nuovo anlegt und der
Blick auf die kleinen Fischerhäuschen, die in
der Bucht aneinandergereiht dastehen, und auf die
charakteristischen Boote mit den hohen Verzierungen
am Heck, die von den Fischern des Ortes "campione"
genannt werden, gelenkt wird.
Sehenswertes. Außerhalb des Wohngebiets führt
ein kaum angedeuteter Saumpfad zum Leuchtturm Libeccio
und ein anderer zu den sogenannten Case romane (römischen
Häusern). Es handelt sich hierbei um Überreste
eines starken Bauwerks, das wahrscheinlich im 1. Jh.
n. Chr. von einer isolierten Garnison aus Rom errichtet
wurde.
Ein weiteres Bauwerk, das nur mühevoll über
Gebirgskämme zu erreichen ist, ist das Kastell,
hoch oben auf Punta Troia, wie ein unerreichbarer
Adlerhorst.
Mit Ausnahme der Case romane, die sich im Innern der
Insel befinden, kann man den Leuchtturm von Punta
Libeccio und das Kastell während der Bootsfahrt
von verschiedenen Punkten aus sehen.
Aber die Bootsrundfahrt bietet für den Besucher
noch weitaus größere Emotionen, den Marettimo
ist reich an Meeresgrotten, die aufgrund ihrer Sollenität
und ihrer herben Schönheit großen Eindruck
machen.
Kühne Felsenriffe wechseln sich mit von Bäumen
bewachsenen Abhängen ab, während das Boot
die Wellen im Rhythmus des Motors durchschneidet.
Einige Grotten sind klein und können nur vom
Bootsführer mit dem Fingerzeig angedeutet werden,
andere hingegen sind so groß, daß zwei
oder drei Boote gleichzeitig hineinfahren können.
Während der Bootsrundfahrt bieten sich dem Blick
des Besuchers immer neue Landschaften an.
Unter Punta Troia erhebt sich drohend das unheimliche
spanische Kastell, das von den Bourbonen in ein Gefängnis
umgewandelt wurde.
Etwas weiter davon entfernt dient der Scoglio del
Cammello der gleichnamigen Grotte als Wachposten.