TrapaniCastelvetrano.
Daß dieses Gebiet schon vor der Gründung
Selinuntes (7. Jh. v. Chr.) bewohnt war, beweist die
antike Nekropolis, die im heutigen Wohngebiet an der
Piazza Umberto I. entdeckt wurde.
Castelvetrano wurde im Lauf der Zeit ein Ort oder
ein Quartier Selinuntes für die Unterkunft der
Veteranen, die für Bewachung der Lebensmittel,
die in den Zisternen aufbewahrt wurden, zuständig
waren. Der Name der Stadt stammt also von castrum
veteranorum, ihrem ursprünglichen Zweck, ab.
Unter der römischen und byzantinischen Herrschaft
erlebte Castelvetrano den gleichen Niedergang wie
Selinunte, während es hier in der Zeit der Araber
einen Weiler gab. 1299 wurde der Ort den Tagliavia
als Lehnsgut übergeben, die die Entwicklung zur
Stadt ermöglichten. Im Jahre 1653 folgte der
Familie Tagliavia die Familie Pignatelli Aragona nach.
In unserer Zeit hat die Stadt bedeutende Fortschritte
im Bauwesen, in der Landwirtschaft, Industrie und
Wirtschaft gemacht. Der Name der Stadt erinnert uns
auch an den Banditen Salvatore Giuliano, der hier
sein Leben beendete.
Sehenswertes. Die Pfarrkirche dell'Assunta bildet zusammen
mit der Piazza Garibaldi, an der sie liegt, den Mittelpunkt
der Stadt. Die Kirche wurde im 16. Jh. erbaut und
besitzt eine tuffsteinartige Fassade, die mit einem
holzgeschnitzten Portal geschmückt ist; der Kampanile
wurde 1522 von Giovanni Gandolfo erschaffen und dank
schöner zweibogiger Fenster veredelt. (Ganz in
der Nähe befindet sich die Fontana della Ninfa
[Nymphenbrunnen] aus den ersten Jahren des 17. Th.).
Im Innern des Gotteshauses sind die Triumphbogen und
das Presbyterium mit Stuckarbeiten von einem gewissen
Wert ausgeschmückt, die wahrscheinlich von Antonino
Ferraro aus den Jahren 1558-60 und von Gaspare Serpotta,
1667-68, sind.
Von Tommaso Ferraro sind die Stuckarbeiten und die
Freskenmalerei in der Cappella della Maddalena. Beachtenswert
ist auch das Holzkruzifix, das vom Triumphbogen herabhängt.
Das Taufbecken am Ende des Schiffes hat einen wunderschönen
Holzdeckel, geschnitzt von Pietro di Gaito, aus dem
17. Jh. Über, dem Hauptaltar befindet sich ein
Gemälde von Orazio Ferraro mit der Darstellung
der Himmelfahrt von 1629.
An dem gleichen Platz liegt die Kirche del Purgatorio,
aus dem 17. Jh. mit Elementen aus dem 18. Jh., die
besonders in der Fassade vorhanden sind. Heute befindet
sich hier das Auditorium Lorenzo Perosi.
Die Piazza Garibaldi wird durch die gleichnamige Straße
verlängert. Hier befindet sich die Bibliothek
und das Städtische Museum, welches archäologische
Fundstücke aus dem nahegelegenen Selinunte bewahrt
(auch wertvolle, wie z.B. den Krater mit roten Figuren
und Silenen) sowie Gemälde und Skulpturen wie
die Jungfrau mit dem Kind von Laurana.
Eigentum des Museums ist der Ephebe von Selinunt,
die schöne Bronzestatue, die durch ihre außerordentlichen
Abenteuer aufgrund des denkwürdigen Diebstahls
in den sechziger Jahren berühmt wurde.
Die Via Garibaldi endet mit der Porta Civica aus dem
Jahr 1626. In ihrer Nähe stehen einige Kirchen,
die zwischen dem 16. und dem 17. Jh. erbaut wurden,
wie z.B. die Immacolata, die Annunziata und San Giuseppe.
Sehenswert ist auch die Kirche San Domenico an der
Piazza Regina Margherita; sie wurde in der zweiten
Hälfte des 15. Jhs. erbaut. Im Laufe der folgenden
Jahrhunderte wurden an ihr viele Umänderungsarbeiten
durchgeführt. An der Fassade kann man noch die
Spuren ihres Ursprungsbaus erkennen. Das Innere ist
dreischiffig und mit Stuck und Fresken von Antonio
Ferraro von außerordentlicher Fülle in
Chor und Presbyterium ausgeschmückt, mit Motiven
verschiedener Art von kraftvoller Schönheit.
An dem gleichen Platz auf der gegen Überliegenden
Seite erhebt sich die Kirche San Giovanni Battista,
erbaut zwischen dem Ende des 16. und dem Beginn des
17. Jh. und im folgenden Jahrhundert wiedererrichtet.
Sie beherbergt einige wertvolle Werke wie das Gemälde
der Madonna delle Grazie von Pietro Novelli und Johannes
des Täufers, eine bemerkenswerte Statue von Antonello
Gagini, 1522. Die Gemälde in den Seitenschiffen
stammen aus der Schule Caravaggios.
In der Umgebung von Castelvetrano lohnt es sich, die
Kirche SS. Trinità di Delia zu besuchen. Es
handelt sich hierbei um ein wunderschönes Gotteshaus,
das in den ersten Jahrzehnten des 12. Jhs. errichtet
wurde; es liegt in einer offenen Landschaft in der
Nähe des Flusses Delia. Die Kirche bietet einen
kompakten und geometrischen Anblick, nicht ohne Eleganz
mit gut definierten Volumeneinheiten, die ineinander
geschoben sind. Das Innere hat Form eines lateinischen
Kreuzes mit drei Apsiden und der typischen Kuppel
über dem Presbyterium, die sich auf vier Säulen
erhebt.
In der Nähe von Castelvetrano liegt der Archäologische
Park von Selinunte.
Nicht weit entfernt, 7 km, liegen die Cave di Cusa.