SiracusaLentini.
Das heutige Lentini ist das antike Leontinoi ( siehe
), von dem überliefert wird, daß sich hier
der Sitz der Laystrygonen, der menschenfressenden
Riesen befand, die Odysseus getroffen haben soll (Odyssee,
Vers 10). Es wurde 729 v. Chr. von den aus Naxos stammenden
Griechen auf dem San Mauro- Hügel, in der Nähe
der heutigen Stadt, auf einem bereits von Sikulern
bewohn- ten Gebiet gegründet. Zwei Jahrhunderte
lang konnte die Stadt ihre Unabhängigkeit bewahren
und sich entfalten, doch zu Anfang des 5. Jhs. v.
Chr. wurde sie von Gela unterjocht und kurz darauf
von Syrakus, das sie abgesehen von kurzen Unterbrechungen,
während derer Lentini die Unabhängigkeit
zugestanden wurde, bis zum Tode Hierons II. im Jahre
215 v. Chr. beherrschte. Im folgenden Jahr wurde Lentini
vom römischen Konsul Marcellus eingenommen und
verwüstet. In frühchristlicher und byzantinischer
Zeit wurde die Stadt Bischofssitz.
Nachdem sie bei den Erdbeben von 1140und 1169 zerstört
worden war, wurde sie in der Zeit der Stauferherrschaft
wieder aufgebaut und war dann eine der wichtigsten
Domänenstädte Siziliens.
Doch das Erdbeben von 1542 (die Bewohner lehnten es
ab, in das neue Dorf Carlentini überzusiedeln,
siehe) und das von 1693 fügten der Stadt irreparable
Schäden zu, so daß ihr Verfall besiegelt
war. Erst im 19. Jh. konnte ein schwacher Aufschwung
verzeichnet werden, der sowohl in wirtschaftlichem
Fortschritt als auch in einer städtebaulichen
Expansion seinen Ausdruck fand.
Sehenswertes.
Das Zentrum der heutigen Stadt besteht aus der Piazza
Umberto I. und der Piazza Duomo, wo sich die Sant'
Alfio geweihte Pfarrkirche befindet, die am Ende des
17. Jhs. errichtet und im folgenden Jahrhundert umgebaut
wurde. Im dreischiffigen Inneren sind eine silberne
Tragefigur des Heiligen Alfius und eine byzantinische
Ikone der Maria Hodegetria aufbewahrt.
Im Archäologischen Museum an der Piazza degli
Studi sind die interessanten Funde aus der Umgebung
ausgestellt, von der prähistorischen Zeit bis
ins 2. Th. v. Chr.