Selinunt.
Die Ruinen der Stadt befinden sich im Gebiet der Gemeinde Castelvetrano, im südlichen Teil der sizilianischen Provinz Trapani, etwa 120 Kilometer von Palermo und 71 Kilometer von Trapani entfernt. Die gesamte Zone ist heute ein archäologischer Park mit einer Größe von etwa 40 Hektar.
Es handelt sich um eine der größten archäologischen Stätten Siziliens in einer Lage mit herrlicher Aussicht auf ein Vorgebirge, das zum Meer verläuft, wo die Griechen landeten und die Stadt gründeten. Die Tempel, die Verteidigungsmauern und die urbane Struktur sind die größten Attraktionen dieser antiken Stadt, die nicht nur aus historischer sondern aufgrund seines außergewöhnlichen Panoramas auch aus natürlicher Sicht faszinierend ist.
Reisezeit
Es wird empfohlen, die archäologische Stätte während der Nebensaison zu besichtigen, da zu dieser Zeit weniger Andrang herrscht. Im Sommer kann es sehr heiß sein, wählen Sie als Zeitpunkt der Besichtigung also den frühen Morgen oder den späten Nachmittag.
Besichtigungsmöglichkeiten
Selinunte, das von den Griechen im 7. Jahrhundert v. Chr. gegründet wurde, war ein erbitterter Feind des nahe gelegenen Segesta, doch zerstört wurde die Stadt schließlich von den Karthagern nach einem Bestehen von nur drei Jahrhunderten. Der Name stammt vom griechischen Wort selinon, was so viel wie "Petersilie" bedeutet. Dieses Gewürz, das auch auf Münzen abgebildet ist, wächst in diesem Gebiet am Meer, nicht weit von der afrikanischen Küste entfernt, und sorgt für einen angenehmen Duft. Der archäologische Park ist in unterschiedliche Bereiche unterteilt: die Akropolis auf dem Gipfel des Hügels am Meer und die beiden antiken Häfen. Die Stadt umfasst vier seiner antiksten Tempel sowie die Haupt- und Nebenstraßen, gemäß der typischen Bauweise der griechischen Städte. Als Abschluss der Befestigungsmauer gibt es Festungen, die aus einer Reihe von Mauern bestehen, die von Verteidigungstürmen unterbrochen werden. Diese bestanden ursprünglich aus zwei Stockwerken mit Durchgängen für die Soldaten; heute ist jedoch nur mehr einer davon übrig. Abgesehen von den Festungen, der Altstadt und dem östlichen Hügel kann man auch die Überreste weiterer drei Tempel besichtigen, die nach Osten ausgerichtet sind: der größere, der Tempel G, ist eines der beeindruckendsten Bauwerke der griechischen Architektur (über 6.000 Quadratmeter); es wird vermutet, dass er zu Ehren des Apollons, dem Schutzgott der Stadt, errichtet wurde. Westlich der Akropolis befinden sich die Ruinen der Wallfahrtskirche der Malophoros, der "Überbringerin des Granatapfels", jenseits des Flusses Modione, von wo aus wahrscheinlich die Trauerzüge zur nahe gelegenen Nekropolis von Manicalunga ihren Anfang nahmen.
Nicht weit von Selinunte entfernt können das typische Dorf Santa Teresa Latomie, das Ländliche Kulturmuseum oder Marinella, ein Fischerdorf, das ideal für einen Strandaufenthalt ist, besichtigt werden.
Sehenswertes
Die Kirche Santissima Trinità di Delia, die gemäß den Regeln der normannischen Architektur errichtet wurde, erhebt sich im Land westlich von Castelvetrano, nur wenige Kilometer von der Stadt entfernt. Es handelt sich um eine kleine normannische Kirche, deren Errichtung auf die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts zurückgeht. Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie vom Architekten Giuseppe Patricolo auf Kosten der damaligen Besitzer, der Familie Saporito, restauriert, die noch heute der Besitzer ist und hier ein Familiensakrarium eingerichtet hat. Sie weist ein byzantinisches Schema mit einem zentralen Grundriss in Form eines griechischen Kreuzes auf und verfügt über eine einzige zentrale Kuppel, die von vier Säulen – zwei aus grünem Marmor und zwei aus rotem Granit – gestützt wird, sowie über drei Kirchenschiffen auf der östlichen Seite.
Essen und Trinken
Die Spezialitäten dieser Gegend sind vor allem die köstlichen, extra nativen Olivenöle, die mit Schwarzbrot aus Castelvetrano probiert werden können, welches jedoch kein herkömmliches Vollkornbrot darstellt: es besteht aus Hartweizen, der im Gebiet Belice angebaut wird, und 20% Tumminia-Weizen von dunkler Farbe, der nur in begrenzten Gebieten in Selinunte-Castelvetrano und Cave di Cusa-Campobelli di Mazara kultiviert wird. Die typischen Gerichte sind vor allem auf Basis von Pasta und Fisch. Natürlich gibt es auch zahlreiche Süßspeisen der sizilianischen Tradition sowie schmackhaftes Eis.
Umgebung
Selinunte wurde von den Arabern aufgrund seiner dorischen Säulen, die den Lauf der Zeit überstanden haben, "Stadt der Pfeiler" genannt. Auch die Besichtigung der Höhlen von Cusa, etwa zwanzig Kilometer von Selinunte entfernt, wo das Rohmaterial für die Errichtung dieser Säulen abgebaut wurde, ist sehr interessant. Dort kann man die Methoden der antiken Griechen erkunden, in den Tuffstein zylindrische Steinblöcke zu graben. Einige von diesen sind heute noch dort, jedoch nur zur Hälfte ausgegraben, was vielleicht daran liegt, dass damals in Selinunte noch gebaut wurde, als die Stadt zerstört wurde. Es wurde berechnet, dass in den Höhlen etwa 150 Personen arbeiteten. Wie die so genannte Säule "Fuso della Vecchia" im archäologischen Park bezeugt, waren die Arbeiten aufgrund der Größe der Werke jedoch alles andere als einfach. Acht Personen reichen mit Sicherheit nicht aus, um sie zu umschließen!
Nützliche Informationen und Tipps
Ein Hut, bequeme Schuhe und eine Flasche Wasser ist alles, was man für einen Besuch im großflächigen archäologischen Park benötigt. Während des Sommers sollte man die heißeste Tageszeit jedoch vermeiden.
Ein Jahr in…
Im Juli und August steht die "Estate Selinuntina" (selinuntinischer Sommer) auf dem Programm. Im traumhaften Umfeld des archäologischen Parks finden während des Sommers die unterschiedlichsten Veranstaltungen statt: von Theater- und Filmaufführungen, über klassische und moderne Ballette, bis hin zu Ausstellungen und Konzerten. Am 24. Juni beginnen in Castelvetrano die Feierlichkeiten für San Giovanni Battista, dem Schutzpatron der Stadt. Eine Woche lang finden auf dem Kirchenplatz Ausstellungen, Konzerte und Theateraufführungen statt, die davon erzählen, wie der Heilige die Stadt beschützte, die ihn anschließend zu ihrem Schutzheiligen machte. Die Feierlichkeiten enden mit der Prozession des Götterbildes des Heiligen und mit einem Feuerwerk.