RagusaSehenswertes.
Von der Piazza della Libertà und dem dort befindlichen
Bahnhof ausgehend, gelangt man zu Anfang des Ponte
Nuovo zu einem Hotel; hier befindet sich in einem
der unteren Stockwerke (Eingang von der Via Nataletti
aus) das interessante Archäologische Museum von
Hybla mit seinen sechs Abteilungen: Vorgeschichte,
Camarina, Siedlungen der Sikuler aus archaischer und
klassischer Zeit, hellenistische Siedlunen, spätrömische
Siedlungen, Schenkungen und Stiftungen.
Ganz in der Nähe liegt die Villa Margherita,
und über die Via Roma gelangt man zur Kathedrale,
die Johannes dem Täufer geweiht ist, einem herrlichen.
Anfang des 18. Jh. begonnenen und 1760 fertiggestellten
Bau mit einer ausladenden niedrigen Fassade, dessen
Inneres mit glatten Säulen versehen ist. Senkrecht
laufende Lisenen trennen das vor der Apsiswand gelegene
Dornherrenhaus ab.
DAS "UNTERE" RAGUSA. Dem Corso Italia folgend
gelangt man nun zum Corso Mazzini, der mit seinen
steilen Windungen das obere vom unteren Ragusa, auch
Ibla genannt, trennt.
Ibla ist auch über drei Brücken erreichbar
(Alte oder Kapuzinerbrücke, Neu Brücke und
Johannes XXIII.- Brücke), oder aber indem man
eine endlose Treppe hinabsteigt.
Hier, auf der Grenze zwischen den beiden Stadtkernen,
befindet sich die Kirche Santa Maria delle Scale;
sie stammt aus dem 13./14. Jh. und wurde nach 1693
wieder aufgebaut. In ihrem Innern sieht man noch Elemente
des ursprünglichen Bauwerks: die drei gotisch-katalanischen
Portale des rechten Seitenschiffs und hier, in der
letzten Seitenkapelle, ein weiteres Portal mit eleganten
Renaissance-Formen.
Geht man nun weiter nach Ibla hinein, so erreicht
man die Piazza della Repubblica, an der die Purgatorio-Kirche
mit ihrem schönen Barock-Portal steht.
Über die Salita dei Commendatore sodann stößt
man auf den mit seinen Üppigen Formen im typischen
Barockstil gehaltenen Palazzo Cosentini und auf den
Palazzo della Cancelleria aus dem 18. Jh. Hier befindet
sich auch die Kirche Santa Maria dell'Itria, die im
17. Jh. von Malteserrittern geründet wurde und
einen originellen Glockenturm aus Caltagirone-Keramik
hat. Ein den Hl. Julian darstellendes Gemälde
in der Kirche wird Mattia Preti zugeschrieben.
Geht man nun die Via del Mercato oder seine Nebenstraßen
entlang, so kommt man schließlich zur Kirche
San Giorgio, die von 1739 bis 1775 nach den Plänen
von Rosario Gagliardi erbaut wurde. Die beeindruckende
Fassade ist mit ihren nebeneinander und übereinander
angeordneten Säulen ein Bild für sich; der
etwas vorspringende Mittelteil strebt nach oben. Die
drei Schiffe des Innern sind durch solide Pfeiler
abgetrennt; hier gibt es drei bemerkenswerte Gemälde
von Vito D'Anna. Der Kirchenschatz enthält wertvolle
Silbergegenstände.
Etwas weiter steht die San Giorgio ähnliche,
aber viel kleinere San Giuseppe-Kirche aus dem 18.
Jh.: sie hat einen elliptischen Grundriß und
wurde von unbekannter Hand errichtet. Im Innern befindet
sich eine Silberstatue des Hl. Joseph aus dem 17.
Jh.
Die in der Nähe liegende Sant'Antonio-Kirche
stammt noch aus der Normannenzeit; das Portal in der
Fassade ist gotisch, dasjenige der Sakristei barock.
Wendet man sich nach links, so steht man vor dem schönen
Portal aus dem 12. Jh., das zur Immacolata-Kirche
gehört; nicht weit von der alten byzantinischen
Stadtmauer entfernt befindet sich hingegen die Kirche
del Signore Trovato, die Ende des 18./Anfang des 19.
Jh. wieder aufgebaut wurde.
Die Madonna del Carmine, ein schönes Gemälde
von Vito D'Anna, befindet sich in der Kirche Santa
Maria di Valverde. Von besonderem architektonischen
Interesse ist die auf der Piazza G. B. Odierna befindliche,
zurückgesetzte Fassade der Kirche San Giorgio
Vecchio mit ihrem herrlichen Portal in katalanischer
Gotik, einem Hochrelief über der Rosette (St.
Georg, wie er den Drachen tötet) und den darüberliegenden
Adlern des Hauses Aragon.
Wir betreten nun den herrlichen, im vorigen Jahrhundert
angelegten Giardino lbleo: von hier aus hat man einen
wunderbaren Blick auf drei Kirchen: die alte Kapuzinerkirche,
San Giacomo und San Domenico del Rosario (nur noch
Ruine). Die Kapuzinerkirche, von eher bescheidener
Architektur, enthält aber drei Gemälde von
Pietro Novelli (Mariä Himmelfahrt, der Hl. Petrus
erscheint der hl. Agatha im Kerker, Martyrium der
hl. Agnes). San Giacomo stammt aus dem 12. Jh. und
wurde im 17. Jh. umgebaut: aus den drei Schiffen wurde
ein einziges gemacht und die Kirche nahm ein gänzlich
barockes Aussehen an. Die bemalte Holzdecke stammt
aus dem 18. Jh.