RagusaChiaramonte Gulfi.
Auf dem Gebiet der Gemeinde sind Siedlungen aus der
Bronzezeit gefunden wurden (Castelluccio-Kultur, 1800
bis 1400 v. Chr.). Gegen Ende des 8. Jhs. v. Chr.
hat sich hier ein sikulischer Ort, eventuell Acrille,
entwickelt, der zwei Jahrhunderte später von
Hippokrates von Gela zerstört worden ist. Viele
der hier gefundenen Gegenstände befinden sich
heute im Archäologischen Iblei Museum von Ragusa.
Der ursprüngliche Ort wurde von Manfredi I. Chiaromonte
(nicht Chiaramonte) Anfang des 16. Jhs. gegründet
und mit den Bewohnern von Gulfi bevölkert, einem
antiken, weiter unten im Tal liegenden Ort, der 1299
von den Franzosen während des Vesperaufstandes
zerstört worden war.
Chiaromonte war während des ganzen 16. Jhs. ein
wichtiger strategischer Ort. Er entwickelte sich stark
im 15. und 16. Th., vom 18. Th. an wurde seine Entwicklung
durch das schnelle Wachstum der nahegelegenen Stadt
Vittoria gehemmt. Heute verzeichnet er wieder einen
gewissen Aufschwung durch die Landwirtschaft, das
Kunsthandwerk und den Fremdenverkehr.
Sehenswertes.
Die Santa Maria la Nova-Marienkirche steht am Hauptplatz.
Sie wurde 1536 errichtet und in den darauffolgenden
Jahrhunderten mehrere Male umgebaut und verändert.
An der Fassade sind Elemente aus dem 16. Jh. und dem
Barock zu sehen. Bemerkenswert sind die im Inneren
der Kirche befindliche Sakramentskapelle und der Altar
aus polychromem Marmor.
Das Kloster und die Madonna dei Gesù-Kirche
stehen auf dem Piano dei Cappuccini, der sich in der
Altstadt befindet.
Die am Salvatore-Platz errichtete, gleichnamige, ehemals
dreischiffige Kirche besteht nach den Restaurierungsarbeiten
von 1730 nur noch aus einem Schiff. Sie hat ein schönes
Portal von Gagini und eine Rosenkranzkapelle. Die
Statue des Retters wird Giuliano Mancino und Bartolomeo
Berrettaro zugeschrieben.
Eine weitere ebenfalls von Gagini stammende Rosenkranzkapelle
ist in der San Filippo-Kirche mit einer Alabasterstatue
der Rosenkranzmadonna aus dem 17. Jh.
Von der alten Stadtmauer sind nur noch einzelne Stücke
übrig geblieben: der Aununziata-Bogen gehörte
zu der Wehranlage. In seiner Nähe ist die Annunziata-Kirche,
die einst Marienkirche war. Das Chiaromonte-Kastell
ist mittlerweile ziemlich verfallen. Hinter ihm ist
die San Giovanni Battista-Kirche, die nach dem Erdbeben
von 1693 im typisch barocken Stil wieder aufgebaut
wurde. Das Gemälde der Gottesmutter mit Kind
wird Vito d'Anna zugeschrieben.
Ausflüge: Wenige Kilometer vom Ort entfernt steht
die Madonna di Gulfi-Wallfahrtskirche. Am selben Platz
stand schon in prähistorischer Zeit ein Heiligtum,
das mehrere Male zerstört und wiederaufgebaut
wurde. Die heutige Form des Gotteshauses stammt aus
dem 17. Jh.