PalermoMonreale.
Der Weg von Palermo nach Monreale führt den langen
Corso Calatafimi entlang, der in eine steil ansteigende
Straße mündet, die im 18. Jh. angelegt
wurde und mit dem zwei Brunnen von Ignazio Marabitti,
dem Drachenbrunnen aus dem Jahre 1767 und dem Fischerbrunnen
aus dem Jahre 1768 geschmückt ist.
Die Stadt entstand im tiefen Mittelalter, als der
Ort langsam um den grandiosen Bau, die Kathedrale,
heranwuchs.
Monreale war seit 1183 Sitz des Bistums und hatte
deswegen seit jeher eine wichtige Rolle inne.
Sehenswertes. Die Kathedrale wurde auf Wunsch des Königs
Wilhelm II. zwischen 1172 und 1176 erbaut. Sie ist
ein massiver und einförmiger Bau, was durch die
zwei mächtigen Glockentürme noch betont
wird.
Das Parament der Fassadenvorderseite und der Apsidialseite
ist von dichten, aus verschlungenen Bögen und
aus elegant nebeneinander an der Oberfläche angeordneten
Lava- und Kalkstein-Intarsien bestehenden Verzierungen
überzogen.
Der Portikus an der Fassade wurde im 18. Jh. angefügt.
Die den Haupteingang der Kirche darstellende Porta
Regum ist ein wunderbares Bronzewerk, das von Bonanno
Pisano gezeichnet und von 1186 datiert ist.
Die zweite an der linken Seite befindliche Tür
stammt von Barisano da Trani.
Das Innere besteht aus Längsschiffen, das Sanktuarium
mit zentrischem Grundriß ist erhöht. Die
heutige Decke ist eine Nachbildung der originalen,
die bei einem Brand im Jahre 1811 zerstört wurde.
Die Wände sind völlig mit wunderschönen
Mosaiken überzogen, die den komplettesten Zyklus
der Mosaiken byzantinischer Tradition darstellen.
Im Mittelschiff sind biblische Geschichten dargestellt.
Episoden aus dem Evangelium sind in dem rechten Schiff
und an den Bögen des Sanktuariums.
Die Mosaiken der Apsis mit Geschichten aus dem Evangelium
und der Apostelgeschichte finden ihren Höhepunkt
in der großen Apsishalbkuppel, von der aus der
mächtige Christus Pantokrator die ganze Kirche
beherrschend überschaut.Sehr interessant sind
auch die anderen, in der Kirche enthaltenen Werke.
An der linken Seite der Kirche ist die herrlich mit
buntem Marmor verzierte Gekreuzigtenkapelle aus dem
17. Jh. Auf dem Altar steht ein Kruzifix aus dem 15.
Jh. Wertvoll sind außerdem die Ezechiel und
Daniel darstellenden Statuen von Baldassare Pampillonia,
ein Ziborium Gaginis aus Marmor (16. Jh.) und das
die Kapelle verschließende Bronzegitter.
Von hier aus kommt man zum Domschatz, zu dem unter
anderem einige Reliquien, sakrale Gegenstände,
Kelche, Pyxen und ein Sakristeischrank aus Nußbaum
aus dem Jahre 1690 gehören.
In der Hauptapsis steht ein erlesener Altar, den Luigi
Valadier 1771 angefertigt hat, und in den Seitenapsiden
befinden sich zwei kleinere barocke Altäre.
Rechts vom Sanktuarium befinden sich die Grabstätten
von Wilhelm I. und Wilhelm II., die letztere wurde
1575 erneuert. In der Nähe ist die San Bendetto-Kapelle
aus dem Jahre 1369, über deren Hauptaltar ein
herrliches, die Apotheosis des Heiligen Benedikt darstellendes
Relief von Marabitti angebracht ist. An die linke
Seite der Kirche schließen sich die Mauern des
Benediktinerklosters aus dem 12. Jh. an, die heute
nur noch teilweise erhalten sind.
Der Kreuzgang ist jedoch vollständig. Wegen seines
hohen künstlerischen Wertes sollte man ihn unbedingt
besichtigen. Er hat einen quadratischen Grundriß
und in regelmäßigem, harmonischem Rhythmus
angeordnete Säulen.
Die Kapitelle wurden von verschiedenen Meistern (aus
Süditalien und der Provence) angefertigt.
Sie tragen elegante Spitzbögen, deren Bogenrücken
mit Lava- und Tuffsteinintarsien herrlichst verziert
sind. Ein kurz vor der südlichen Ecke befindliches
Kapitell stellt Wilhelm II. dar, der den Dom der Heiligen
Jungfrau übergibt.
Ein in der Nähe stehender Brunnen, der auf einer
Palmennachahmung ruht, erinnert an die verzauberte
Atmosphäre der paradiesischen Gärten des
Orients. Die im 17. und 18. Jh. entstandenen Bauwerke
Monreales verdienen ebenfalls Beachtung. In dem im
18. Jh. errichteten Rathaus befindet sich ein schönes,
die Geburt Christi darstellendes Gemälde von
Matthias Stomer und eine Figurengruppe von Antonello
Gagini.
Die Bergkirche ist mit wertvollen Stuckarbeiten Serpottas
aus dem 18. Jh. geschmückt.
Die im 17. Jh. erbaute Collegiata-Kirche wurde im
Laufe der Jahre erheblich umgebaut und verändert.
Im Inneren sind vier wertvolle Gemälde von Marco
Benefial (Grablegung. Wiederauferstehung, Die frommen
Frauen am Grabe, Himmelfahrt). Besonders ausdrucksvoll
ist das über dem Hauptaltar angebrachte Kruzifix.
Die Collegio di Maria-Kirche aus dem 18. Jh. hat einen
achteckigen Grundriß, über ihrem Presbyterium
ist eine Kuppel angebracht.
Von der Piazza Guglielmo II. erreicht man den Aussichtspunkt,
von dem aus man die ganze Conca d'Oro überblicken
kann.
Hier sind auch die Ausstellungsräume der Städtischen
Galerie für Moderne Kunst, wo verschiedene Gemälde
und Skulpturen zu sehen sind.
Ausflüge: zum auch San Benedetto-Kastell genannten,
auf dem Gipfel des Monte Caputo gelegenen Castellaccio,
zur Abtei in San Martino, nach Palermo, Bagheria und
Solunto.
Veranstaltungen: besonders wichtig für Monreale
ist die im November stattfindende Woche der Kirchenmusik.
Fiera Mercato dell'Antico am letzten Wochenende des
Monats.