PalermoCorleone.
Der Ort sikanischen Ursprungs entwickelte sich unter
der Herrschaft der Römer und festigte seine Stellung
unter der byzantinischen Herrschaft.
Anschließend war er eine arabische Festung und
in der normannischen Zeit gehörte er zur Diözese
Palermo und seit 1176 zu Monreale. Friedrich II. erhöhte
seine Einwohnerzahl durch lombardische Erbzinsbauern
unter der Führung von Ottone di Camerana. Die
Stadt spielte bei der sizilianischen Vesper eine bedeutende
Rolle. Im 17. Jh. begann ihr Niedergang, die Bevölkerung
verarmte und erhob sich zweimal gegen die erdrückenden
Steuern, die ihr von den spanischen Herrschern auferlegt
wurden.
Die jüngere Geschichte der Stadt ist von einigen
Bluttaten gekennzeichnet und gebrandmarket, an denen
aber nur wenige Übeltäter und nicht die
ganze Bevölkerung beteiligt sind.
Sehenswertes. Zur Altstadt kommt man durch die Überreste
des Stadttores, das 1884 niedergerissen wurde. In
dessen Nähe befindet sich die San Martino-Pfarrkirche,
über deren Ursprünge nichts genaueres bekannt
ist. Sie wurde im 14. und 15. Jh. erweitert, im 17.
Jh. Restaurierte man die Apsis. Dreischiffig wurde
die Kirche erst im 18. Jh., als der aus Corleone stammende
Maler Carmelo Sarpiatra das Gewölbe bemalte.
In der Kirche befinden sich zahlreiche Skulpturen,
unter anderen eine Holzstatue des Heiligen Sebastian
aus dem 17. Jh., die Gruppe der Madonna dell'Odigitria
aus dem 16. Jh., der Holzchor und einige Gemälde
von Frà Felice di Sambuca. In der Sakristei
sind der Heilige Franziskus von Assisi von Pietro
Novelli und andere wertvolle Kunstwerke und Gegenstände
untergebracht.
Anschließend kommt man zur Piazza Garibaldi
an der sich das Rathaus mit dem Uhrturm befindet.
Es stammt aus dem 18. Jh. Hier hängt eine Gemälde
des San Bartolomeo von Giuseppe Ribera.
Es stammt aus der nahegelegenen Sant'Agostino-Kirche,
zu der auch ein Kloster gehört. Die Kirche mit
einfacher Bauweise besteht aus einem Schiff und hat
einen schönen Hauptalter aus polychromem Marmor
mit Intarsien und eine bemalte Holzstatue der Madonna
del Soccorso.
Die im Jahre 1749 fertiggestellte Addolorata-Kirche
hat einen elliptischen Grundriß. In ihr befindet
sich eine einzigartige Statue der Maria SS. Addolorata
von Meistem aus Bivona von 1750.
An der Piazza Giuseppe Vasi ist die Santa Rosalia-Kirche
aus dem Jahre 1624, in der sich zwei Weihwasserbecken
aus dem 16. Jh., ein San Giovanni Evangelista darstellendes
Gemälde von Giuseppe Velasquez, ein Gemälde
mit dem Heiligen Benedikt von Pietro Novelli und eines
von Vito d'Anna mit der Geburt Jesu' befinden.
Die in der Nähe gelegene kleine Sant'Andrea-Kirche
wurde im 14. Jh. auf einer alten Moschee errichtet.
Auf der anderen Seite des Flusses Corleone erhebt
sich die San Salvatore-Kirche mit dem dazugehörigen
Kloster.
Die einschiffige Kirche ist mit schönen Stuckarbeiten
und Gemälden verziert und wurde 1737 fertiggestellt.
Zu ihr gehört auch ein Kreuzgang .
An der Spitze der beiden hohen Monolithen, die für
die Landschaft Corleones typisch sind, befanden sich
ehemals zwei Festungen, das Soprano-Kastell (von dem
heute der sogenannte Sarazenenturm übrig geblieben
ist) und das Sottano-Kastell, ein bourbonisches Gefängnis
aus dem Jahre 1845, das nach 1960 den Franziskanermönchen
übereignet wurde.
Ausflüge von Corleone: zu der in der Nähe
gelegenen, 1613 m hohen Rocca Busambra, dem Ficuzza-Wald,
zu den Drachenquellen und der Drachenschlucht und
nach Palermo und Monreale.