MessinaTindari.
Tyndaris wurde 396 v. Chr. von Dionysios I., dem Tyrannen
von Syrakus, gegründet, in einem Gebiet das seit
vorgeschichtlicher Zeit besiedelt gewesen war. Während
der Punischen Kriege war es Verbündete der Römer,
somit blühte die Stadt zur Kaiserzeit.
Nach den Zeugnissen des Plinius verschwand während
des 1. Jhs. n. Chr. ein Teil des Ortes im Meer infolge
eines Erdrutsches, von dem man noch heute Spuren sieht,
schaut man vom Christlichen Heiligtum an der Nordseite
des Vorgebirges aus. In den ersten Jahren nach der
Christianisierung wurde Tindari Diözese. 836
wurde es von den Arabern zerstört. Die heutige
Stadt entstand um 1094, als Roger I. hier eine Benediktinerabtei
gründete. Während der Sizilianischen Vesper
hielt es den Anjou die Treue und wurde deshalb von
Friedrich II. von Aragon in Schutt und Asche gelegt.
Wiederaufgebaut, wurde es dann von dem Piraten Barbarossa
geplündert und abgebrannt.
Sehenswertes. Kommt man nach Tindari, trifft man
zuerst auf das christliche Heiligtum der Schwarzen
Madonna, das sich auf dem Vorgebirge erhebt und eine
Konstruktion des 20. Jhs. ist.
Die Statue der Schwarzen Madonna, orientalischen Ursprungs,
erfährt die Anbetung vieler Gläubiger.
Von der großen Piazza des Heiligtums aus, hat
man einen sehr schönen und unvergeßlichen
Meeresblick zu Füßen des Felsens von Tindari.
Im archäologischen Gebiet bemerkt man sofort
den Mauerngürtel, der aus verschiedensten Epochen
stammt und aus den unterschiedlichsten Strukturen
besteht: größtenteils griechisch, manchmal
einfach, öfter robust, gebaut aus Blöcken
mit den eingemeißelten Zeichen der Herkunftssteinbrüche.
Die Aufmerksamkeit wird dann vom griechischen Theater
angezogen, das in römischer Zeit verändert
wurde (runde Orchestra, etc.). Das Theater befindet
sich in dominanter Lage, sehr schön ist das Meer,
das den Hintergrund der Szene bildet. Während
der Sommermonate ist das Theater für Schauspiele
aller Arten in Betrieb.
In der Nähe des Theaters liegt das Museum: es
stellt geordnet in seinen fünf Sälen topographische
und geschichtliche Zeugnisse aus, zusammen mit dem
reichen Material der Ausgrabungen.
Der große Kopf einer Augustus-Statue bleibt
auf der Netzhaut haften und gehört zu den meistfotografierten
Objekten.
Vor dem Theater und dem Museum lag der antike Ort
(mall sieht nach Überreste), mit regelmäßigem
Grundriß bestehend aus breiten decumani (Nord-Süd-Achsen)
und engen cardini (Ost-West-Achsen), mit gleichmäßigen
Aussparungen für die Geschäfte und Wohnhäuser.
Steigt man die Gäßchen hinunter, trifft
man auf die Basilika, etwas weiter vorne links sieht
man die Überreste der Thermen und von zwei Gebäude.
Das Thermalgebäude von bescheidenen Ausmaßen
zeigt beeindruckende Bodenmosaike: die Trinacria,
den Stier, die Mützen der Diolfuren (die Symbol
Tindaris sind). Die Überreste der Wohnhäuser,
zeigen noch Peristyle (Innenhöfe mit Säulen)
und elegante Mosaikböden und erlauben die geistige
Rekonstruktion des gesamten Ambiente.
Die Basilika, die fälschlicherweise Gymnasium
genannt wurde, war ein Ort öffentlicher Versammlungen:
sie geht auf des Ende der römischen Zeit zurück.
Eine Reihe von Bögen macht daraus ein bühnenbildnerisches
Monument, das man leicht erkennt.