MessinaSehenswertes.
Erreicht man Messina von der Meerenge aus, sieht i
man in der Mitte der Halbinsel St. Raineri den Leuchtturm
von St. Raineri, 1555 von G. Angelo da Montorsoli
erbaut. Weiter trifft man auf ein anderes Verteidigungswerk:
die Festung von San Salvatore, im 16. Jh. von Antonio
Ferramolino entworfen. Vom Bahnhof aus, i durch die
Via I Settembre (schon Via Austria, angelegt im 16.
Jh. ) an der Kreuzung mit der Via Ugo Bassi befindet
sich das Gebäude der Banca d'Italia (1924). Das
in der Nähe gelegene Zollgebäude, nach dem
Erdbeben von 1908 erbaut, hat einige ursprüngliche
Jugendstilmotive und -strukturen bewahrt.
Zwischen der Via I Settembre und der Via Garibaldi,
der Hauptachse der Stadt, die beherrscht wird vom
Baustil des beginnenden 20. Jhs., befindet sich die
Kirche der Santa Maria degli Alemanni aus staufischer
Zeit, also wahrscheinlich zu Beginn des 13. Jhs. erbaut.
Sie gehörte dem Orden der Kreuzritter von Jerusalem.
Die Kirche erlitt schwere Schäden während
der Erdbeben von 1783 und 1908. Erst nach dem Zweiten
Weltkrieg wurde mit den Restaurierungsarbeiten begonnen.
Die charakteristischen Stilelemente der Kirche lassen
an ein gotisches Vorbild denken, ausgeführt von
Architekten, die mit den Ritterorden aus dem Norden
gekommen waren. Das Innere zeigt den Plan einer Basilika
mit drei Schiffen und drei Apsiden. An bildhauerischen
Anteilen gibt es einige Elemente und die beiden Portale
(das Seitenportal ist fast ganz erhalten geblieben).
Sich zur Via Sant'Elia wendend gelangt man zu der
gleichnamigen Kirche, die gegen Ende des 17. Jhs.
errichtet wurde. Die Stuckarbeiten und Fresken im
Innern, durch natürliche Einflüsse beschädigt,
zeigen deutlich die Zeichen der Restaurierungsarbeiten.
In die Via Garibaldi zurückgekehrt, trifft man
auf die Kirche Santa Caterina di Valverde. In ihrem
Innern befinden sich bildhauerische Elemente des 17.
und 18. Jhs. Das Kruzifix auf dem Hauptaltar (18.
Jh.) wird Santi Siracusa zugeschrieben. Nun gelangt
man zur Piazza Cairoli, an der die Via Garibaldi endet.
Hier beginnt die Viale San Martino, an deren Ende
sich der Gedenkfriedhof befindet, der 1872 nach dem
Entwurf des Architekten Leone Savoia angelegt wurde.
Er ist wunderbar gelegen, mit einer schönen Sicht
auf das Meer.
Man geht die Viale San Martino wieder zurück
bis zur Kreuzung mit der Via Maddalena, um die Via
Cesare Battisti zu erreichen, gegenüber dem Largo
Avignone, wo es möglich ist, einen Teil der Nekropolis
(5.-2. Jh. v.Chr.) zu sehen, auf der dieser Teil der
Stadt errichtet wurde. Man geht auf der Via Cesare
Battisti weiter, überquert die Piazza Padre Francia,
die Via A. Martino, die Piazza Lo Sardo sowie die
Via Santa Marta und gelangt somit zur Kirche San PaoIino.
Sie wurde zu Beginn des 17. Jhs. erbaut und stellt
das einzige fast unbeschädigte Beispiel der Architektur
dieses Zeitalters dar. Die Ausschmückung des
Innern, die glücklicherweise Erdbeben und Kriege
überlebt hat, ist angereichert mit Stuckarbeiten
und Fresken aus der ersten Hälfte des 18. Jhs.
Über dem Hauptaltar ein Gemälde von Giovanni
Quagliata, das die Erscheinung der Madonna vor San
Paolino zeigt.
Zurück auf der Piazza Lo Sardo trifft man in
der Via Rifugio dei Poveri auf die Kirche dello Spirito
Santo, die im 17. Jh. erbaut, aber beim Erdbeben von
1908 fast gänzlich zerstört wurde. Von der
ursprünglichen Anlage sind lediglich ein Außenportal
und einige Schmuckelemente im Innern erhalten geblieben.
Von hier gelangt man in die Via Imperlale, an deren
äußerstem Ende sich die Kirche del Carmine
befindet.
Sie ist rund angelegt und wurde von Cesare Bazzani
in den ersten jahrzehnten unseres jahrhundertsentworfen.
Geht man weiter, erreicht man zwischen der Piazza
Carducci und der Piazza Maurolico den Justizpalast,
1928 nach dem Entwurf von Marcello Piacentini errichtet.
Die Hauptfront des Gebäudes zeigt zur Piazza
Maurolico, wo sich auch die Universität von Messina
darbietet, die sich einer langen und vornehmen Tradition
rühmt.
Sie wurde 1548 gegründet, 1679 von den Spaniern
aufgelöst, um erst 1838 wiedergegründet
zu werden. Vor der Erbauung des neuen Sitzes war die
Universität im Jesuitenkolleg beherbergt, einem
herrlichen Gebäude, das zu Beginn des 17. Jhs.
nach dem Entwurf von Natale Masuccio errichtet wurde.
Es ist lediglich ein Portal des Seitenflügels
erhalten geblieben, das zur Via G. Venenzian liegt.
Durchläuft man diese Straße, gelangt man
zu der Piazza, wo sich der Dom erhebt.
Der ursprüngliche Entwurf geht auf normannische
Zeit zurück, genauer auf die letzten Regierungsjahre
Rogers II. Das Erdbeben von 1908 hat den Dom fast
völlig zerstört. Von 1919 bis 1929 wurde
er durch Francesco Valenti wieder aufgebaut, um von
den Bomben des letzten Krieges erneut zerstört
zu werden, so daß er sich heute in seiner Gesamtheit
als vollständige Nachbildung präsentiert,
mit einigen ursprünglichen Elementen.
Die original normannische Struktur des Doms ist noch
im Bereich der Apsis zu sehen.
Die Fassade, charakteristisch wegen ihrer Verzierung
mit zweifarbigen, erhabenen Faszen, hält drei
spätgotische Portale eingefaßt. Das mittlere,
wahrscheinlich zu Anfang des 15. Jhs. geschaffen,
weist eine prächtige bildhauerische Ausschmückung
der Türpfosten, der Lünette (Bogenfeld)
und des Tympanon (mit Reliefs geschmücktes Giebelfeld)
auf.
Den Schmuck des Trägers verdanken wir wahrscheinlich
Antonio Baboccio, der hier Christus mit den Evangelisten
einmeißelte, und auf den schrägen Achsen
menschliche Figuren, Tiere und Pflanzenteile darstellte.
Das Tympanon, 1468 hinzugefügt, mit der Szene
der Krönung der Jungfrau, wurde von Pietro de
Bonitade geschaffen. Die anderen beiden Portale der
Fassade zeigen eine plastische Ausschmückung
mit konzentrischen Spitzbögen, worauf geometrische
Elemente und Figuren sowie pflanzliche Formen zu sehen
sind, aus dem 15. Jh.
An den Seiten befinden sich zwei weitere schöne
Portale mit plastischem Schmuck aus dem 16. Jh., die
Polidoro da Caravaggio zugeschrieben werden.
Zur Linken des Doms erhebt sich die hohe Masse des
Glockenturms. Dieses verblüffende Werk, entworfen
in den 30er Jahren vom Architekten Francesco Valenti,
enthält ein außergewöhnliches mechanisches
Uhrwerk. Am oberen Teil des Turms werden auf einem
Zifferblatt die Stunden angezeigt. Darunter folgen
eindrucksvolle Kompositionen und mechanisch bewegte
Standbilder, es ist aufsehenerregend, wenn es 12 Uhr
mittags schlägt.
Treten wir in den Dom ein. Das Innere hat einen länglichen
Grundriß mit drei langen Schiffen, die von 24
in zwei Reihen angeordneten Säulen unterbrochen
sind. Der Altarraum besteht aus einer dreiteiligen
Apsis. Er ist vollständig nachgebildet, dennoch
enthält er einige Schmuckelemente, die aus verschiedenen
Jahrhunderten stammen.
In Entsprechung zum rechten Schiff, zu Füßen
des Querschiffs, beginnt die Treppe, die zur Krypta
führt, deren fünf unter der Erde liegende
Fenster unterhalb der Apsiden liegen. Der Dachstuhl
des Hauptschiffs wurde auf den Resten, die das Erdbeben
überstanden hatten, rekonstruiert. Ein stark
restauriertes Weihwasserbecken (15. Jh.) befindet
sich am Eingang des Hauptschiffs und ein anderes aus
dem 16. Jh. zu Beginn des linken Schiffs.
Von der großen Laibung (untere Wölbfläche)
aus Marmor, genannt "Apostolato", die entlang
der Seitenwände der Kirche verlief, ist die Statue
des Heiligen Johannes des Täufers erhalten geblieben,
die Antonello Gagini zugeschrieben wird. Die sechs
Kapellen, die entlang aller Seitenschiffe folgen,
stellen eine umstrittene Restaurierungsarbeit dar.
Zwischen dem linken Schiff und dem Querschiff sieht
man die Reste des Grabmals der fünf Bischöfe
des 15. Jhs. Die prächtige Orgel des Querschiffs
ist ein modernes Werk (1948). Hinter ihr ist die Grabplatte
des Erzbischofs Palmieri bewahrt, der 1195 gestorben
ist, sie ist demnach fast zeitgleich mit dem Bauplan
der Kirche. In die Grabplatte sind drei Medaillons
eingemeißelt, die Heilige Jungfrau, Christus
auf dem Thron und das Bildnis des Bischofs darstellen.
Der Altar und der Baldachin sind nach dem Zweiten
Weltkrieg restauriert worden. Neben dem Pfeiler der
Hauptapsis befindet sich das rekonstruierte Grabmal
des Erzbischofs Guidotto de Tabiatis, ein Werk des
Goro di Gregorio aus dem 14. Jh. Auf dem Grab sieht
man die ruhende Figur des toten Erlösers, die
Erscheinung des Herrn (Epiphanie), die Geißelung
und die Kreuzigung.
Die bildhauerischen und schmückenden Elemente
des Chorraums sind völlig aus den zerstörten
Originalen rekonstruiert: der Baldachin des Quagliata
von 1628, der Hauptaltar, der hölzerne Chor aus
dem Jahre 1540, geschaffen von Giorgio Veneziano.
Die Mosaiken der Apsiden sind ebenfalls nachgebildet
und stellen folgendes dar: in der Halbkuppel den Christus
Pantokrator, links den Erzengel Michael und die Jungfrau,
rechts den Erzengel Gabriel und den Heiligen Johannes.
Unter den Elementen, die Zerstörungen überstanden
haben, finden wir den Heiligen Girolamo bei der Buße,
ein Relief des 15. Jhs. Im linken Seitenschiff, sowie
das Totenmonument (17. Jh.) des Erzbischofs Protro
im linken Seitenflügel des Querschiffs.
Die Eucharistiekapelle, links in der Apsis, gehört
zu den am besten erhaltenen Werken der Kirche. Sie
wurde zu Ende des 16. Jhs. von Jacopo del Duca entworfen
und erbaut und ist kräftig plastisch ausgeschmückt.
An den Wänden finden wir die Engel und Propheten,
sowie girlandentragende Engel auf dem Hauptträger.
Bemerkenswert sind auch die Überreste des Altars.
Ursprünglich aus dem 14. Jh., wenn auch restauriert,
ist das Mosaik der Halbkuppel, das die Madonna mit
dem Kind zwischen der Heiligen Agathe und der Heiligen
Luzia darstellt, sowie die Erzengel Gabriel und Michael
und die Königinnen Eleonore und Elisabeth.
Im linken Teil des Querschiffs befindet sich der Sarkophag
des Erzbischofs Antonio La Lignamine aus dem 16. Jh.,
der G. B. Mazzolo zugeschrieben wird.Original erhalten
sind noch die 12 Kassetten der Schule des Gagini,
die Passion darstellen, während die restlichen
Teile nachgebildet sind.
Zwischen dem Hauptschiff und dem linken Kirchenschiff
befindet sich der Sarkophag des Erzbischofs Bellorado,
ein Werk des 16. Jhs. von G. B. Mazzolo. Neben dem
linken Schiff liegt die Sakristei, in die man durch
ein Portal von 1696 gelangt, das über dem Haupträger
ein Bildnis des Heiligen Petrus aufweist.
Zu Beginn des linken Schiffs, in einem kleinen Raum,
steht das achteckige Taufbecken aus dem 15.Jh., geschmückt
mit Einlegearbeiten und kleinen Säulen.
In der Nähe des Doms gibt es den Orionsbrunnen
zu bewundern, ein Werk von Giovanni Angelo Montòrsoli
(1547-1551). Im inneren Becken stellen Figuren die
Flüsse Tiber, Nil, Ebro und Camaro dar, umgeben
von Putten und Muscheln und anderen dekorativen Elementen.
Der Unterbau des Brunnens ist mit weiblichen Figuren
und Tritonen (Meergöttern) geschmückt. Oben
sehen wir Orion mit Delphinen und Putten.
Immer noch in der Nähe des Doms befindet sich
ein Monument, das der Unbefleckten Jungfrau gewidmet
ist. Das Werk von Giuseppe Buceti stammt aus dem 18.
Jh.
Nun wenden wir uns in Richtung Via San Giacomo, wo
man auf den Palazzo Calapaj trifft, ein interessantes
Beispiel der Architektur Messinas aus dem 18. Jh.,
das zu den wenigen Erhaltenen gehört.
Auf der in der Nähe liegenden Piazzetta Catalani
erhebt sich das Denkmal Johanns von Österreich,
errichtet zwischen 1572-73 anläßlich seines
Besuchs in Messina, nach dem Sieg von Lepanto, 1570.
Die Bronzestatue, Werk des Bildhauers Andrea Calamecca,
zeigt auf ihrem Sockel einige Gedächtnisinschriften
und Erinnerungen an die Schlacht von Lèpanto.
Gegenüber befindet sich die Kirche Annunziata
dei Catalani. Sie wurde gegen Ende der Normannenzeit
erbaut, erlitt jedoch einschneidende Veränderungen
im 13. Jh., als die langen Kirchenschiffe verkürzt
wurden und die Fassade gestaltet wurde. Das Äußere,
stark voluminös angelegt, wird etwas von der
halbzylinderförmigen Hauptapsis aufgelockert,
besonders durch deren Vorsprung, und von dem hochragenden
Kuppelkörper auf einem hohen Tambour (zylinderförmiges
Zwischenteil der Kuppel). Die warme und plastische
Ausschmückung der Außenwände des Querschiffs,
der Apsis und rund um den Tambour ist geprägt
durch die fortwährend verlaufenden Blendbogen,
und belebt durch die Buntheit der Einlegearbeiten.
Im Innern sehen wir drei kurze Schiffe, unterteilt
von leichten Säulen; den Altarraum mit dreiteiliger
Apsis, die gut sichtbar höher angelegt ist. Die
Decke besteht aus einem Tonnengewölbe im Hauptschiff
und Kreuzrippengewölben in den Seitenschiffen.
Zurück auf dem Domplatz Überquert man den
Corso Cavour, um in die Via XXIV Maggio (bereits Via
Monasteri) zu gelangen, eine der ältesten Verkehrsachsen
der Stadt, mit architektonischen Beispielen von großem
Interesse, trotz der Zerstörungen der Erdbeben.
Zwischen dieser Straße und der Piazza Crisafulli,
erhebt sich der Monte di Pietà (das Leihhaus),
eines der schönsten Barockdenkmäler Messinas,
zum Teil nicht vom Erdbeben zerstört. Sein erster
Entwurf geht auf das 16. Jh. zurück, es wurde
jedoch im folgenden Jahrhundert nach einem Entwurf
von Natale Masuccio rekonstruiert.
Der Eingang führt zu einem Hof, in dessen Mitte
sich ein Brunnen befindet. Der Hof wiederum endet
in einem Atrium mit einer bühnenartigen Freitreppe,
die zwei Aufgänge hat.
Diese Treppe führt zur Kirche della Pietà,
von der nur die Vorderseite erhalten ist. Sowohl die
Kirche als auch die Freitreppe sind das Werk von Placido
Campolo und Antonio Basile (18. Jh.).
Auf der Via XXIV Maggio fortschreitend gelangt man
zum Santuario di Montevergine. Dieses Kloster, erbaut
1654 nach einem Entwurf von Andrea Suppa, ist nach
1908 mit einiger Willkür wieder aufgebaut worden.
Die Kirche ist der Heiligen Beata Eustochia geweiht,
deren sterbliche Reste im Innern aufbewahrt sind.
Das Gebäude zeigt uns eine, heute erneuerte,
Fassade von Nicola und Antonio Maffei aus der zweiten
Hälfte des 17. Jhs.
Das Innere besteht aus einem einzigen Kirchenschiff,
plastisch ausgeschmückt und wiederhergestellt
im Stil des 18. Jhs.
Von der Via XXIV Maggio aus gelangt man durch die
Via San Cristoforo in die Via Romagnosi, wo sich die
Kapelle des Heiligen Apostels Thomas befindet. Sie
ist eventuell normannischen Ursprungs und während
der folgenden Jahrhunderte umgestaltet worden, vor
allem im 16. Jh.
Zwischen dem Corso Cavour und der Via San Cristoforo
liegt die Kirche dell'Annunziata, 1930 anstelle der
Annunziata dei Teatini wiedererbaut. Unter den erhaltenen
Werken des Kircheninnern gibt es zwei Interessante
aus dem 18. Jh.: ein hölzernes Kruzifix und eine
kleine Statue der schmerzensreichen Madonna. Auch
der Hauptaltar ist bemerkenswert prächtig ausgestattet
mit buntem Marmor. Das Türchen des Tabernakels,
aus getriebenem Silber (17. Jh.) zeigt das Abendmahl
von Emaus.
Auf dem Corso Cavour ist auch das Theater Vittorio
Emanuele gelegen, 1852 nach dem Entwurf von Pietro
Valente erbaut. 1908 wurde es beschädigt und
danach restauriert.
Geht man auf dem Corso Cavour weiter bis zur Viale
Boccetta, trifft man auf die mittelalterliche Kirche
San Francesco. Sie wurde auf Wunsch der Gräfinnen
Violante Polizzi, Beatrice Belfiore und Eleonora da
Procida errichtet, 1908 während des Bebens fast
dem Erdboden gleichgemacht, und in der Folge wieder
aufgebaut. Das Äußere der Kirche ist streng,
das Innere besteht aus einem einzigen Schiff und dem
Altarraum mit dreiteiliger, erhaben gelegener Apsis.
Man geht auf der Via Boccetta weiter bis zur Piazza
Sequenza. Von hier aus die Via Concezione durchquerend
kommt man an der Villa Mazzini vorbei in die Via Giovanni
di Malta, an deren Ende sich die Kirche San Giovanni
di Malta befindet. Ein Werk aus dem 16. Jh., ausgeführt
von Camillo Carnilliani und Jacopo del Duca. Nachdem
sie 1908 fast völlig zerstört worden war,
baute man sie wieder auf.
In der Nähe liegt die Präfektur, in den
20er Jahren nach einem Entwurf von Cesare Bazzani
erbaut.
Gegenüber befindet sich der Neptunsbrunnen aus
dem Jahre 1557 von Giovanni Angelo Montorsoli. Seine
plastischen Figuren sind voll eindringlicher Dramatik
(die Originale sind im Regionalmuseum aufbewahrt).
In der Nähe des Brunnens steht die Bronzestatue
von Ferdinand II. von Bourbon, ein Werk aus dem Jahre
1857 von Pietro Tenerani.
In die Via Concezione zurückgekehrt geht man
bis zur Piazza San Vincenzo weiter. Hier kann man
die Überreste der Bollwerke aus dem 16. Jh. sehen,
die zur Stadtmauer gehörten.
Nun biegt man in die Via Quod Quaeris ein, an deren
Ende man auf die Kirche Santa Maria la Nuova stößt,
die in den 30er Jahren vom Architekten G. Viola wieder
aufgebaut wurde.
Man kehrt zur Piazza Vincenzo zurück, biegt in
die Via Garibaldi ein bis zur Piazza Castronuovo und
stößt somit auf die Via Libertà,
an deren Ende sich das Regionalmuseum befindet.
Es wurde 1914 eingerichtet mit der Sammlung des Städtischen
Museums Peloritano und Stücken aus Kirchen und
zerstörten Palazzi. In ihm sind Werke von außergewöhnlichem
historisch-architektonischem Wert bewahrt, vom 13.
bis zum 18. Jh.
Unter den Gemälden finden wir folgende Meisterwerke:
Geburt und Auferweckung des Lazarus von Caravaggio,
die Enthauptung des Täufers, die Mario Minniti
zugeschrieben wird, die Heilige Luzia von Carlo Sellitto,
das prächtige Polyptychon des Heiligen Gregor
von Antonello da Messina aus dem Jahre 1473 und ein
Gemälde der Heiligen Luzia, das auch dem Letzteren
zugeschrieben wird.
Unter den bildhauerischen Werken sind, abgesehen vom
architektonischen Material, von besonderem Interesse
die Skulpturen von Antonello Gagini, eine Madonna
mit dem Kind von Francesco Laurana (15. Jh.), sowie
die originalen Statuen der Skylla und des Neptun von
Montorsoli, die vom Neptunsbrunnen stammen.
Eine eigene Abteilung ist der angewandten Kunst gewidmet.