Überreste menschlicher Siedlungen (Wohnstätten
und Nekropolen) sind auf dem ganzen Gebiet verstreut,
das wegen seines fruchtbaren Bodens bereits seit Urzeiten
bewohnt war. In vorchristlicher Zeit haben wahrscheinlich
die Griechen aus Gela eine Stadt hier gegründet.
Die Römer haben immer sehr viel Wert auf eine
schöne Umgebung gelegt, und die römische
Villa Casale ist eines der besten Beispiele für
die Faszination, die Sizilien auf das kriegerische
Volk der Römer ausgeübt haben muß.
Der heutige Ort stammt aus der Normannenzeit, die
hier gegen die Araber und auch untereinander, besser
gesagt gegen ihre lombardischen Verbündeten kämpften,
die schwere Niederlagen erlitten und deren Dörfer
so verwüstet wurden, daß sie in Scharen
zu Friedrich II. zurückkehrten. Der in Piazza
Armerina noch heute gebräuchliche Dialekt stammt
von dem in Piacenza (Stadt in der Lombardei) gesprochenen
ab.
Sehenswertes.
Die Stadt erstreckt sich auf drei unterschiedlich
großen Hügel. Wenn man aus dem Inselinneren
kommt, durchquert man erst ein grünes Waldgebiet;
von der anderen Seite her erblickt man erst die vom
Aragon-Kastell und dem Dom mit seiner Kuppel und seinem
40 m hohen Kampanile beherrschten Häuser. Man
erreicht den der Assunta geweihten Dom über mittelalterliche
Straßen. Der Bau stammt aus dem Jahre 1604,
die Kirche wurde auf der Stelle einer bereits vorher
bestehenden errichtet, von der untere Teil des Kampanile
bis heute erhalten geblieben ist. In dem einschiffigen,
großräumigen Inneren des Domes befinden
sich zahlreiche wertvolle Kunstwerke, die auch von
historischem Interesse sind. Sie stammen aus den verschiedensten
Epochen. Bemerkenswert sind die Gottesmutter, die
Papst Nikolaus II. angeblich dem Normannenherzog Roger
geschenkt haben soll, mehrere Gemälde von Giuseppe
Salerno, das originale zweiseitige Kruzifix des sogenannten,
bis heute unbekannten, "Meisters des Kreuzes",
die Assunta des Malers Filippo Paladini, der heute
wieder zu den Großen zählt. Auch das Diözesanmuseum
verfügt über interessante Kunstwerke: einige
Reliquiare, Silbergefäße, Hostienbehälter,
Paramente, Wachsfiguren usw. Das Aragon-Kasten stammt
vom Ende des 14. Jhs. und seine Erbauung ist König
Martin I. von Sizilien zu verdanken. Es ist fast so
imposant wie der Dom, hat einen viereckigen Grundriß,
viereckige Türme und macht insgesamt einen strengen
und mächtigen Eindruck.
Hier nun die anderen Kirchen der Stadt, die ebenfalls
einen Besuch wert sind: die barocke San Rocco-Kirche
mit einem Portal aus behauenem Tuffstein ist ein wahres
Kunstwerk. Sehenswert ist auch die freskengeschmückte
Decke des Stadtpalastes.
Das Innere der San Giovanni Evangelista-Kirche ist
völlig mit Fresken von Wilhelm Borremans und
seinen Helfern ausgeschmückt worden.
Außerhalb der Stadt, aber ganz in ihrer Nähe
befindet sich die alte Priorats-kirche Sant'Andrea
aus dem Jahre 1096. Sie wurden von einem Neffen Rogers
I., Simone Herzog von Butera, gegründet. Das
Innere wurde in den zwei folgenden Jahrhunderten mit
Fresken ausgeschmückt.
Außerhalb der Stadt liegt schließlich
auch die berühmte römische Kaiservilla Casale.
Sie befindet sich in einem lieblichen Tal, das etwa
5 km von Piazza Armerina entfernt ist. Sie ist eines
der wichtigsten archäologischen Zeugnisse des
römischen Sizilien der Kaiserzeit, denn sie wurde
Ende des 3./Anfang des 4. Jhs. errichtet. Es handelt
sich hierbei um ein luxuriöses, prachtvolles
Wohnhaus, dessen Räumlichkeiten in drei Gruppen,
Peristyle, Höfe und Thermalbäder nach einem
ausgeklügelten, gelungenen Bauplan unterteilt
sind. Interessant sind vor allem die prächtigen
Wand und Bodenmosaike, die Ornamente und Figuren darstellen
und beinahe alle Wände und Böden bedecken.
In der ganzen antiken Welt gibt es nichts Vergleichbares,
sowohl was die Menge als auch was die Qualität
angeht. Einer der Böden stammt aus der Zeit Konstantins
und ist mittlerweile überall bekannt geworden.
Auf ihm ist die Szene der zehn Bikinimädchen
dargestellt, die einen "subligar" um die
Hüften geschlungen haben und mit einem Tuch die
Brüste verhüllen.