CataniaVizzini.
Auf einem Gebiet, das seit vorgeschichtlicher Zeit
besiedelt war, entstand das römische Bidis, das
von Plinius und Cicero erwähnt wurde. Der heutige
Ort wuchs im Mittelalter im Umkreis eines Schlosses,
das heute nicht mehr existiert.
Er war Lehen zahlreicher Feudalherren, unter anderem
der Chiaromonte und der Schittino und für lange
Zeit auch königliche Domäne. Giovanni Verga
bezog vom Schauplatz der "Cavalleria Rusticana"
Örtlichkeiten und Ambiente des "Mastro Don
Gesualdo", die man heute noch wiedererkennen
kann ("Dort unten sind die Kaktusfeigen der Cunziria,
... hier in der aufsteigenden Gasse das Haus der Trao...").
Sehenswertes.
Zahlreiche bürgerliche und religiöse Gebäude
sind von historisch-künstlerischem Interesse:
auf der Piazza Umberto I. steht der Palazzo di Città
aus den ersten Jahren des 19. Jhs. und der Palazzo
der Verga aus dem 18. Jh.
In der Nähe liegt die Kirche Sant'Agata, die
im 18. Jh. auf einer früheren Konstruktion des
15. Jhs. erbaut wurde.
Der arabische Bauplan der Ortschaft verrät sich
klar beim Durchlaufen der Via Verga bis hin zur Via
San Gregorio Magno und weiter bis zum Largo della
Matrice, wo sich die Statue des San Gregorio und die
Pfarrkirche befinden. Das Portal an der linken Seite
der Kirche ist im prächtigen gotisch-katalanischen
Stil des 15. Jhs. gestaltet. Wahrscheinlich gehörte
es einst zum Palazzo di Città, der 1693 vom
Erdbeben zerstört wurde.
Das Innere der Kirche zeigt Stuckarbeiten des späten
18. Jhs. und eine Holzdecke von Natale Bonaiuto; weiterhin
zwei Gemälde (Das Martyrium des San Lorenzo und
die Madonna der Güte) eines Malers, der heute
wiederentdeckt und neuerlich geschätzt wird:
Filippo Paladini (oder Paladino), der um 1544 in Florenz
geboren wurde und in den sizilianischen Kirchen diverse
Beweise seines Könnens hinterlassen hat. Ein
anderes Gemälde des Paladini, die Kreuzesabnahme
von 1607, findet sich in der Kirche des Kapuzinerkonvikts.
Ein lokaler Architekt, Giovan Battista Giarrusso,
begann 1712 mit der Erbauung der Kirche San Giovanni
Battista, die erst viele Jahre später mit Kuppel
und Fassade fertiggestellt wurde. Die Stuckarbeiten,
die das Innere schmücken, sind von Bonaiuto,
erwähnenswert in bezug auf die Pfarrkirche.
Nicht fehlen darf der begabte Antonello Gagini, der
in der Kirche dei Minori Osservanti mit einer Statue
der Madonna mit dem Kind von 1527 präsent ist.