CataniaPaternò.
Wahrscheinlich befand sich hier die antike Stadt Hybla
Gereatis, die im Altertum aufgrund des Venustempels
sehr bekannt war, der im lateinischen Gedicht "Pervigilium
Veneris" (die Wache der Venus) von einem unbekannten
Autor besungen wird. Die heutige Stadt nahm ihren
Ursprung, als die Normannen 1072 hier ein Schloß
erbauten, das später dem Grafen Enrico di Policastro
zugesprohen wurde.
Sehenswertes.
Heute führt uns die Via Matrice zum Lavafelsen,
wo sich eben dieses Schloß und die alte Pfarrkirche
Santa Maria dell'Alto erheben. Die Kirche ist normannischen
Ursprungs und wurde im 14. Jh. umgestaltet. Sie besteht
aus drei Schiffen, der Boden ist mit Fliesen ausgelegt.
Ein hölzernes Kruzifix aus dem 18. Jh. ist auf
einem Altarbild zu sehen, eine Madonna nera von einem
örtlichen Madonnenmaler des 13./14. Jhs., sowie
geschnitzte hölzerne Stühle im Chorraum.
In der Nähe steht die Kirche des Konvikts San
Francesco im modernen Stil an der Stelle der alten
Kirche im fränkischgotischen stil des 15. Jhs.,
die zerstört wurde, und die Kirche Cristo al
Monte oder dei Bianchi mit architektonischen Motiven
und Schmuck der Barockzeit.
Das Schloß kann besichtigt werden und offenbart
eine optimale Konservieung. Es hat eine Basis von
24,30m x 18m, ist 34 m hoch, der Mauerdurchmesser
beträgt 2,60m. Im 13./14. Jh. wurden die schönen
Zwillingsfenster gesetzt.
Im Erdgeschoß befindet sich die Kapelle mit
sakralen Fresken, im ersten Stock der Waffensaal,
im zweiten der Salon (oder die Galerie) und die Herrschaftszimmer,
von denen man ein wunderbares Panorama auf die Stadt,
die Ebene von Catania, den Ätna und auf das Tal
des Simeto bis zu den Höhen von Centuripe genießt.
Das Bauwerk ist, wie man sich denken kann, reich an
vornehmer Geschichte.
Für Jahrhunderte wurde es als Gefängnis
mißbraucht und auf seinen Gemäuern sieht
man die Einritzungen der Gefangenen.
100 Schritte vom Schloß entfernt, weiter unten,
steht die Kirche Santa Maria della Valle di Josofat
(oder della Gancia), die 1072 die Gräfin Adelasia,
die dritte Frau Graf Rogers, stiftete: sie zeigt ein
schönes kleines gotisches Portal aus dem 14.
Jh., eine hölzerne Decke des 16. Jhs. und eine
hölzerne geschnitzte Tür aus aragonischer
Zeit, die zur Sakristei führt.
Auf der zentralen Piazza Indipendenza steht die neue
Pfarrkirche SS. Annunziata oder del Monastero mit
Gemäl- den aus diversen Jahrhunderten und einer
vielfarbigen hölzernen Statue des Christus am
Kreuz.
Die Kirche Santa Barbara auf der gleichnamigen Piazza
ist monumental im neoklassizistischen Stil des 18.
Jhs. erbaut. Sie bewahrt die silberne Trage der Heiligen,
der Schutzpatronin von Paternò.