Catania.
Zweitgrößte Stadt Siziliens bezüglicn
der Einwohnerzahl, sie erstreckt sich über die
gleichnamige Ebene, zwischen dem Ionischen Meer und
den Ausläufern des Ätna. Das urnliegende
Land, das durch die Vulkanausbrüche noch fruchtbarer
ist, wird größtenteils mit Zitrusfrüchten
kultiviert. Das enge Band der Stadt mit dem Vulkan
ist auch an den Gebäuden sichtbar, von denen
viele mit Lavasteinen erbaut sind.
Nach Thukydides wurde Katane von chalkidischen Kolonisten
aus Naxos nach 729 v.Chr. gegründet, auf dem
Hügel, der heute dei Benedettini heißt.
Im 7. Jh. gab der Gesetzgeber Charondas der Stadt
eine von Mäßigkeit inspirierte politische
Ordnung, in der Mitte zwischen Oligarchie und Demokratie.
476 wurde Catania von Hieron von Syrakus erobert:
die Einwohner wurden verschleppt und kehrten erst
461 zurück.
Während der Punischen Kriege wurde es 263 v.
Chr. von den Römern erobert und konnte einen
bemerkenswerten Reichtum bis in die Kaiserzeit aufrecht
erhalten. Nach dem Zerfall des Römischen Reiches
aufgrund der barbarischen Invasionen und nach der
Eroberung durch Byzanz, wurde die Stadt von den Muselmanen
besetzt, die mit der Rückverteilung der Ländereien
fortfuhren und den Anstoß zur landwirtschaftlichen
und Handelsaktivität gaben.
Ab 1071, nach der normannischen Eroberung, begann
man mit dem Bau der Kathedrale und es formierten sich
neue ländliche Siedlungskerne, von denen ein
jeder einem Kloster vorstand. In der schwäbischen
Epoche ließ Friedrich II. das Castello Ursino
erbauen, als Abrundung seines Befestigungswerks in
diesem Teil von Sizilien.
Mit dem Erscheinen der Aragonier in Catania, das oft
zur Hofhaltung auserwählt wurde, gründete
man das Siculorum Gymnasium, die erste und prestigeträchtige
sizilianische Universität.
Der große Ätnaausbruch von 1669 und das
schreckliche Erdbeben von 1693, das ganz Ostsizilien
betraf und einen Großteil der Stadt zerstörte,
vernichteten eine ohnehin schwierige Wirtschaft. Catania
wurde wieder aufgebaut, es dehnte sich spürbar
aus, bis es eine erneuten landwirtschaftlichen Krise
erlag, von der es sich jedoch erholte. Es wurde dann
im 19. Jh. zur Provinzhauptstadt ernannt und begann
sich wieder in neue Gebiete auszudehnen, um das moderne
Stadtbild zu erreichen, das es bis in unsere Tage
aufweist.