CaltanissettaSehenswertes.
Das Zentrum Caltanissettas besteht in der Piazza Garibaldi,
auf der sich der Dom erhebt, der zwischen dem 16.
und 17. Jh. erbaut wurde. Im 19. Jh. wurden Umbauarbeiten
ausgeführt, im Zuge derer die Fassade, die Apsiden,
das Querschiff und die Kuppel neugestaltet wurden.
Das Innere, in Form eines lateinischen Kreuzes angelegt,
besteht aus drei betont länglichen Schiffen und
einer Kuppel an der Kreuzung mit den Seitenflügeln.
Das Hauptschiff ist mit Stuckarbeiten geschmückt;
das Gewölbe wurde von Wilhelm Borremans 1720
mit Fresken ausgemalt; im vorderen Teil wurden die
Fresken erneuert, um die Schäden des Zweiten
Weltkriegs wieder gutzumachen. Des weiteren befindet
sich im Hauptschiff eine schöne Orgel des 17.
Jh. und über dem Hauptaltar ein beachtens wertes
Altarbild des bereits erwähnten Borremans, das
die Unbefleckte darstellt. In den Kapellen sind schöne
bildhauerische Werke zu sehen: die Unbefleckte von
1760 aus Holz, das mit Silberblättchen drapiert
ist (in der zweiten Kapelle rechts), sowie eine andere
hölzerne, farbig gefaßte Statue von Stefano
Li Volsi, die den Erzengel Michael darstellt; zwei
Statuen aus Marmor (die Erzengel Gabriel und Raffael,
1753) von Vincenzo Vitaliano befinden sich in der
Kapelle rechts des Chorraums. Eine schöne silberne
Monstranz aus dem 15. Jh. wird im Kirchenschatz aufbewahrt.
Auf der Piazza Garibaldi, gegenüber dem Dom,
befindet sich die Kirche San Sebastiano, die im 16.
Jh. errichtet wurde. Die Fassade ist eine Neugestaltung
des 19. Jhs. Im Innern wird eine hölzerne Statue
des 17. Jhs. aufbewahrt, die den Heiligen Sebastian
darstellt. Im nördlichen Teil des Corso Umberto
I erhebt sich die Kirche del Collegio oder Sant'Agata,
die 1605 im Spät-Renaissance-Stil erbaut wurde.
Die Fassade, ein Werk Natale Masuccios, ist durch
Gliederungen auf der hellen Wandfläche elegant
verschönt; das Portal weist ein untergliedertes
Tympanon und eine prunkvolle Dekoration auf.
Das Innere, in Form eines griechischen Kreuzes, ist
reich an üppigen Dekorationen aus buntem Marmor
und Fresken von Ludwig Borremans (18. Jh.).
Über dem Hauptaltar hängt ein Gemälde
von Agostino Scilla, das Martyrium der Heiligen Agathe
darstellt (1654), es ist von einem prächtigem
Rahmen aus schwarzem Marmor mit Putten, einem Werk
Ignazio Marabittis, umgeben. Demselben Bildhauer ver-
danken wir auch den großen Altaraufsatz aus
Marmor, die Glorie des Heiligen Ignazius darstellend,
der auf dem prächtigen Altar links des Querschiffs
steht.
Neben der Kirche befindet sich das Jesuitenkolleg,
dem die Kirche angehörte, heute wird es von einer
Schule benutzt.
Dem Corso Umberto folgend und sich zur Via Matteotti
umwendend, trifft man auf den Palazzo Moncada, der
1635 von Guglielmo Moncada, dem Grafen von Caltanissetta,
errichtet wurde.
Er bietet einen imponierenden und majestätischen
Anblick, mit schönen figurengeschmückten
Konsolen der Balkone im Nobelgeschoß.
Zurück auf der Piazza Garibaldi, geht man in
Richtung des Ostteils des Corso Vittorio Emanuele
weiter, an dessen En- de die Kirche Santa Croce liegt.
Sie wurde im 18. Jh. erbaut und im Folgenden umgestaltet.
Von hier aus läuft man die Via San Domenico hinunter
und durchquert das Viertel San Francesco, das durch
verschlungene mittelalterliche Gäßchen
charakterisiert ist, und gelangt somit zur Kirche
San Domenico, die im 15. Jh. neben dem gleichnamigen
Konvikt erbaut wurde. Die gewölbte Fassade wurde
im 18. Jh. gestaltet.
Im Innern gibt es an Bemerkenswertem ein Gemälde
von Wilhelm Borremans, das San Vincenzo Ferreri (1122)
darstellt, zu sehen und ein anderes Gemälde,
die Rosenkranzmadonna von Filippo Paladini über
dem Hauptaltar. Die Madonna del Carmelo von 1604,
die ebenfalls von Paladini stammt, war einst in dieser
Kirche, befindet sich aber heute im Dom. Wieder zurück
durch den Corso Umberto und die Viale Regina Margherita,
erreicht man den Erzbischöflichen Palast, der
im Museum der Sakralen Kunst ein Gemälde der
Rosenkranzmadonna von Gian Battista Corradini aus
dem Jahre 1614 aufbewahrt, sowie eine Kopie des Schmerzes
von Sizilien des Raffael aus dem 16. Jh.
In der Viale della Regione 73 befindet sich das Technisch-Industrielle
Institut Sebastiano Mottura, in dem das Mineralogische
und Paläontologische Schwefelmuseum untergebracht
ist. Weitere interessante Museen: Das Archäologische
Regionalmuseum, das im Städtischen Museum in
der Via Colajanni 3 Platz gefunden hat.
Seine archäologischen Bestände wer- den
demnächst in der Nähe der Abteikirche Santo
Spirito aus dem 15. Jh. untergebracht. In der gleichen
Straße, unweit der Kirche San Pio X, befindet
sich das Folklore-Museum, in dem die 15 Prozessionswagen
des Gründonnerstagumzugs aufbewahrt werden.
In der Mitte der Via del Redentore trifft man auf
die Via San Giovanni Bosco, die, läuft man sie
hinauf, aus der Stadt führt: nach ungefähr
2 km ist man auf dem Monte San Giuliano (727 m) und
kann das schöne Panorama auf die Stadt genießen.
Im gegenüberliegenden Teil, im Osten der Stadt,
befinden sich die Kirche Santa Maria degli Angeli
und das Schloß von Pietrarossa. Das Letztere
war eine der mächtigsten Festungen Siziliens,
auch dank seiner günstigen strategischen Lage.
Es wurde in muselmanischer Zeit errichtet, von den
Normannen restrukturiert und im folgenden durch Friedrich
II. von Aragon besetzt. Es sind davon nur wenige Ruinen
übriggeblieben.
In der Nähe liegt die Kirche Santa Maria degli
Angeli, die im 13. Jh. erbaut wurde; das Hauptportal,
das im Chiaromonte-Stil gefertigt ist, stammt aus
dem 14. Jh., wie auch das kleine Portal an der linken
Seite.
Ausflüge: Verläßt man die Stadt auf
der Staatsstraße 112 Richtung Enna, erreicht
man die Abtei Santo Spirito, die von Graf Roger und
seiner Frau Adelaide zwischen 1092 und 1098 gegründet,
worden war, sie wurde jedoch in den nachfolgenden
Jahrhunderten weitgehend neugestaltet. Vom ursprünglichen
Plan existiert nur noch der hintere Teil, der durch
drei halbzylinderförmige Apsiden, die hervorspringen,
gekennzeichnet ist; sie sind massiv, unterteilt von
flachen Lisenen und verbunden durch eine Reihe von
kleinen hohen Bögen.
Der Eingang auf der linken Seite zeigt ein Spitzbogenportal
aus dem 13. Jh., auf der Lünette befand sich
einst der segnende Christus, der heute im Innern der
Kirche steht. Sie besteht aus einem einzigen rechteckigen
Schiff, das von einem hölzernen Dachstuhl bedeckt
ist.
Die Fresken der Wände und Apsiden sind wahrscheinlich
aus dem 15. Jh.; in der Halbkuppel der Apsis sieht
man den Christus Pantokrator des 17. Jhs.
Fährt man auf der Staatsstraße nach Enna
weiter, einer gewundenen Straße nach, erreicht
man das archäologische Gebiet von Sabucina, eines
einheimischen und später hellenisierten Ortes.
Die Ausgrabungen haben eine Nekropolis aus der Bronzezeit
ans Licht gebracht und ein einheimisches Dorf des
12.-10. Jhs. Das Dorf war zerstört worden, dann
wurde es im 4. Jh. v.Chr. neu gegründet, um am
Ende desselben verlassen zu werden.
4 km. von Caltanissetta entfernt befinden sich die
besonders interessanten Ausgrabungen von Gibil Habil,
einem hellenisierten Einheimischenort (eventuell handelt
es sich um das antike Nissa), erbaut nach dem Hippodamischen
System, das sich in rechtwinklig sich kreuzenden Straßen
ausdrückt.